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Touchscreen statt Tasten: Tesla S soll Fahrer massiv ablenken

Das Elektroauto Tesla S steht in der Kritik. Sein riesiger Bildschirm lenke den Fahrer zu stark ab und zahlreiche Funktionen seien nur über verschachtelte Menüs erreichbar. Ein Schweizer Staatsanwalt will dessen Zulassung klären lassen. Doch auch in anderen Fahrzeugen ist die Ablenkungsgefahr groß.
/ Andreas Donath
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Der 17 Zoll große Touchscreen des Tesla S (Bild: Tesla)
Der 17 Zoll große Touchscreen des Tesla S Bild: Tesla

Um die Nebelschlussleuchte des Tesla S(öffnet im neuen Fenster) einzuschalten, muss der Fahrer erst einmal im Menü des Elektroautos suchen. Das gilt auch für das manuelle Einschalten von Fahr- oder Standlicht. Auf Knöpfe verzichtet der US-Hersteller weitgehend und das ist einer der Kritikpunkte, die aus der Schweiz kommen. Die Handelszeitung(öffnet im neuen Fenster) berichtet, dass sich der Chef des Mediendienstes der Stadtpolizei Zürich und ein Staatsanwalt negativ zum Bedienkonzept des Tesla S geäußert hätten – der Fahrer würde dadurch in seiner Konzentration beeinträchtigt.

Tesla S – Touchscreenfunktionen
Tesla S – Touchscreenfunktionen (05:17)

Der Tesla S ist mit einem 17 Zoll großen Touchscreen(öffnet im neuen Fenster) im Armaturenbrett beziehungsweise der Mittelkonsole ausgerüstet, über den praktisch alle Funktionen des Fahrzeugs gesteuert werden. Zwar seien die Regler für Heizungs- und Klimaanlage dauerhaft eingeblendet, doch selbst sie seien nicht im unmittelbaren Blickfeld des Fahrers, schreibt der ADAC in einem Testbericht ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ).

Die teilweise tief verschachtelten Funktionen reichen bis hin zu einem Internetzugang samt Internetradio. Das Display wird nicht wie bei anderen Fahrzeugherstellern während der Fahrt gesperrt oder für den Fahrer unsichtbar geschaltet. Laut dem ADAC-Testbericht spiegelt das Display bei direkter Sonneneinstrahlung zudem stark.

Staatsanwalt Jürg Boll(öffnet im neuen Fenster) habe beim Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich eine Prüfung eingeleitet, ob der Bildschirm zulässig ist, schreibt die Handelszeitung.

Nicht nur bei Tesla besteht das Problem, dass der Fahrer potenziell von der Technik im Fahrzeug abgelenkt wird. Der ADAC hatte schon 2013 mit Hilfe mehrerer Kameras zur Blickverfolgung getestet(öffnet im neuen Fenster) , wie stark die Technik im Auto die Fahrer ablenkt. Die Versuchspersonen mussten bei sechs Mittelklassefahrzeugen eine Radiofrequenz suchen und speichern sowie mittels Bordrechner Daten prüfen. Besonders lang dauerte die Suche nach einer Radiofrequenz, gefolgt von der Überprüfung des Bordrechners auf zwei Parameter.


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