Verfügbarkeit und Fazit

Eine weitere größere Designänderung gegenüber den etablierten Standards in Total War: Um die Kampagnen zu gewinnen, können wir zwar weiterhin eine vorgegebene Anzahl von Provinzen erobern, wir können aber auch bestimmte Regionen - etwa zehn Häfen und die Stadt Dublin - einnehmen. Als dritte Siegvorgabe können wir unseren Ruhm bis zu einem bestimmten Wert erhöhen, indem wir den Einfluss unseres Anführers steigern, Gebäude errichten oder Siedlungen besetzen. Diese Bedingungen gibt es in unterschiedlichen Ausbaustufen, dazu kommt ein "Ultimativer Sieg", bei dem wir am Ende eine Invasion der Wikinger zurückschlagen.

Die insgesamt zehn Kampagnen-Feldzüge werden zwar durch schick gemachte Intros eröffnet, sie sind dann aber wie immer in der Reihe nicht wirklich handlungsbasiert. Zu Beginn sollen wir es in den meisten Fällen mit Rebellen aufnehmen, dann haben wir aber weitgehende Freiheit und können ganz nach Lust und Laune etwa Bündnisse schließen oder unsere Nachbarn angreifen; nur gelegentlich gibt es kurze Questreihen, bei denen wir etwa bestimmte Gegenstände finden sollen.

Neben diesen Änderungen gibt es noch eine Reihe weiterer Details, in denen sich Thrones of Britannia von seinen Vorgängern unterscheidet. So müssen die Forschungsbäume nun erst durch das Erfüllen von Bedingungen freigeschaltet werden (etwa eine bestimmte Anzahl von Soldaten), und bei den diplomatischen Optionen gibt es Vereinfachungen wie automatisch abschließbare Handelsabkommen. Beim Spielen sind uns keine signifikanten Fehler aufgefallen. Die KI hat zwar immer noch ab und zu Schwierigkeiten, erledigt ihren Job aber sonst gut und auch auf der Kampagnenkarte relativ zügig.

  • Unsere Bogenschützen hinter der Front greifen in die Schlacht ein. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
  • Auf der Kampagnenkarte bringen wir unsere Einheiten in Stellung. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
  • Für jede der zehn Fraktionen gibt es eine Kampagne. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
  • Vor den Echtzeit-Kämpfen bringen wir unsere Truppen in Stellung. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
  • Menüs wie das zu Upgrades sind für Einsteiger nicht sofort verständlich. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
  • Wer mag, kann den Ausgang der Echtzeitkämpfe vom Computer berechnen lassen. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
  • Saga bietet eine Reihe von Siegbedingungen. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
  • Auf dem Kampfplätzen kommt es zu wildem Getümmel, in dem man nicht mehr viel erkennen kann. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
  • Das Grafikmenü der PC-Version bietet vielfältige Einstellmöglichkeiten. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)
Wer mag, kann den Ausgang der Echtzeitkämpfe vom Computer berechnen lassen. (Bild: Creative Assembly/Screenshot: Golem.de)

Total War Saga: Thrones of Britannia erscheint am 3. Mai 2018 für Windows-PC und kostet 40 Euro. Versionen für MacOS und Linux sollen schnellstmöglich folgen, Termine dafür gibt es noch nicht. Das Programm erscheint vollständig lokalisiert, die deutsche Sprachausgabe wirkt professionell. Die mutmaßlich in schönen englischen Dialekten gehaltene Originalsprachausgabe ließ sich in unserer Testversion leider nicht aktivieren, eigentlich sollte das aber möglich sein. Neben dem Solomodus gibt es auch Multiplayerkampagnen und -geplänkel, die wir nicht ausprobiert haben. Das Programm hat von der USK eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten.

Fazit

Wer bei Thrones of Britannia angesichts der Beschränkung auf einen kürzeren historischen Zeitabschnitt eine Art Total War Light befürchtet hatte, kann beruhigt aufatmen: Unterm Strich erinnern Spielgefühl und Umfang dieser ersten Saga an ein ganz reguläres Total War. Langjährige Kenner der Serie müssen bei einigen Details allerdings teils ganz schön umlernen, etwa wenn es um die Rekrutierung von Einheiten oder die Bauoptionen geht. Die meisten Änderungen sind sinnvoll an die historischen Gegebenheiten angepasst.

Das Szenario rund um die Engländer und Wikinger wirkt zumindest aus deutscher Sicht zunächst uninteressant, entpuppt sich aber später als gut ausgewählt: Die einheimischen Fraktionen auf der britischen Insel ergänzen sich prima und bieten Abwechslung, während die Wikinger für Konflikte sorgen. Wenn man sich ein bisschen mit diesem Abschnitt der Geschichte beschäftigt, entdeckt man recht bald einige wissenswerte Aspekte.

Das Entwicklerstudio Creative Assembly sollte aber aufpassen, dass es die Fans seiner Spiele nicht mit zu vielen Serienteilen und Ablegern überfordert, sondern wieder etwas mehr Aufwand in die allgemeine Aufbereitung und die Technik seiner Werke investieren. Viele Menüs und Statistiken wirken lieblos aufbereitet. Und wer Wert auf eine halbwegs schicke Grafik legt, hat im Schlachtenmodus wegen der angestaubten Optik wenig Spaß, seinen Armeen beim Kämpfen zuzuschauen.

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 Total War Saga im Test: Kampf um den Thron!
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