Total War Pharaoh Vorschau: Der Weg zum Thron ist lang und entbehrungsreich

Heiß und trocken ist es in der Wüste, auf dem Marsch durch die Sinai-Halbinsel. Ramses, Prätendent auf den ägyptischen Thron, ist unterwegs in großer Mission: Er will nichts weniger als Pharao werden - anstelle des Pharaos.
Nach dem letzten Ausflug in das Fantasy-Universum von Warhammer hat sich das britische Entwicklerstudio Creative Assembly(öffnet im neuen Fenster) wieder dieser Welt zugewandt: Total War: Pharaoh(öffnet im neuen Fenster) ist im alten Ägypten angesiedelt, in der Zeit des Neuen Reichs, um das Jahr 1.200 vor unserer Zeitrechnung.
Das Spiel ist für Oktober 2023 angekündigt. Wenige Wochen vor der Veröffentlichung konnte Golem.de es anspielen. Ausgangspunkt des neuen Spiels der Strategiespielreihe ist der Tod das Pharao. Wer wird als Nachfolger den Thron besteigen? Vier Charaktere stehen zur Auswahl, darunter eine Frau. Wir entscheiden uns für Ramses. Alle kämpfen um Land, Macht und Einfluss bei Hofe.
Drei Völker sind spielbar
Wer keinen Ägypter spielen möchte, kann als Anführer der Hethiter oder der Kanaanäer antreten. Der gewählte Charakter muss sich aber nicht auf den Thron im eigenen Land bewerben: Ramses kann auch versuchen, hethitischer Großkönig zu werden.

Das Spiel beginnt in einer Phase von Reichtum und Frieden. Das spiegelt sich auch in der Optik: Die Stimmung ist hell, Zufallsereignisse sind eher positiv. Wenn es mit der Zivilisation abwärts geht, wird auch die visuelle Stimmung düsterer, die Ereignisse werden unberechenbarer.
Zu Beginn des Spiels geht es erst einmal darum, den eigenen Einflussbereich zu sichern und zu vergrößern. In bekannter Manier werden Städte ausgebaut und Technologien entwickelt. Daneben gilt es Außenposten zu errichten, die unterschiedliche Bedeutung haben können. Das können beispielsweise Festungen sein, wo Truppen stationiert werden, Handelsposten oder religiöse Stätten. Außerdem können sich Truppen dort versorgen. Der Marsch durch die Wüste ist nämlich hart, weniger starke Einheiten verlieren dort Truppen.

















Bald trifft Ramses bei der Ausdehnung seines Herrschaftsbereichs auf andere Bewohner des Sinai. Er kann mit ihnen in bewährter Total-War-Manier diplomatische Beziehungen aufnehmen, Handel treiben und sie unterwerfen. Wie bei dieser Serie üblich, muss der Kampf nicht auf dem Schlachtfeld ausgespielt, sondern kann automatisiert vom Computer abgewickelt werden. Natürlich gibt es auch hier vor jedem Kampf eine passende historische Weisheit.
Creative Assembly hat nach eigenen Angaben das Kampfsystem überarbeitet.
Intrigen bei Hofe
Dazu gehört beispielsweise, das Tempo der Schlachten zu verringern. Auf diese Weise sollen die taktischen Entscheidungen der Spieler mehr Bedeutung erhalten. Neu ist, dass Gelände und Wetter reale Auswirkungen auf den Kampf haben.
Vor einer Schlacht bekommen wir den Hinweis, dass die drückende Hitze die Truppen erschöpft. Ähnlich wie beim Marsch auf der Kampagnenkarte fordert die Wüste ihren Tribut. In einer früheren Preview-Session befanden wir uns plötzlich in einem Sandsturm, der uns die Sicht nahm.
Dynamisch generierte Wetterereignisse gehören zu den größeren Neuerungen im Spiel. Neben Sandstürmen soll es Regen geben, der den Boden der Schlachtfelder aufweicht und den Truppen die Bewegungen erschwert.
Beim Höfling einschleimen oder an dessen Stuhl sägen?
Über all den Kämpfen in den Provinzen darf man eines nicht vergessen: Ziel ist es, die Nachfolge des Pharao anzutreten. Dafür muss man kräftig intrigieren. In jeder Runde gibt es die Möglichkeit, sich bei einem der Höflinge einzuschleimen - oder mit jemandem an dessen Stuhl zu sägen.












In jeder sechsten Runde findet die Viehzählung oder Schemsu Hor(öffnet im neuen Fenster) statt. Das war im alten Ägypten ein wichtiges Ereignis von wirtschaftlicher und religiöser Bedeutung, das einmal im Jahr stattfand. Entsprechend decken sechs Runden im Spiel ein Jahr ab. In der Shemsu-Hor-Runde werden jeweils die Hofintrigen aufgelöst.
Vieles in Total War: Pharaoh ist von den Vorgängern bekannt: das Kampf- und Verdienstsystem, Diplomatie und Handel mit Bronze, Gold, Nahrungsmitteln, Steinen und Holz. Neu hinzu kommt der Hof mit den Anforderungen, der Legitimität, den Intrigen, der Religion und anderem.
Das Spielsystem wird komplexer
Durch diese neue Dimension wird das ohnehin komplexe Spielsystem noch komplizierter und wirkt fast etwas überladen. Allerdings konnten wir Total War: Pharaoh nicht so lange spielen. Mag sein, dass man sich von einer Kampagne zur nächsten an die neuen Anforderungen gewöhnt. Das Spiel macht einen guten Eindruck. Strategiespieler im Allgemeinen und Total-War-Fans im Besonderen werden Freude daran haben.
Das Spiel endet übrigens mit den Horden der Seevölker, die über Ägypten hereinbrechen und bekämpft werden müssen. Hier ist es egal, welche der drei Fraktionen man spielt: Die Seevölker legen sich mit jeder Fraktion an; sie symbolisieren den Zusammenbruch der Bronzezeit(öffnet im neuen Fenster) zwischen Mitte des 13. bis Mitte des 12. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung.
So weit sind wir im Probespiel nicht gekommen: Unser Feldherr Ramses fand lange vorher, nach einer verlorenen Schlacht, ein schmähliches Ende irgendwo in der Wüste.
Das im Mai 2023 angekündigte Spiel soll im Oktober 2023 für Windows-PC (Steam, Epic Games Store) erscheinen. Eine Version für MacOS soll folgen. Neben der Solo-Kampagne soll es auch Mehrspielermodus geben.



