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Torsten Gerpott: Telekom liegt beim FTTH-Ausbau unter den eigenen Vorgaben

Ein Branchenexperte hat errechnet, dass die Telekom von 2 Millionen Gigabitanschlüssen dieses Jahr erst höchstens eine halbe Million Anschlüsse errichtet hat.
/ Achim Sawall
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Die FTTH-Anschlüsse werden jetzt gezählt (Bild: Deutsche Telekom)
Die FTTH-Anschlüsse werden jetzt gezählt Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat im ersten Halbjahr höchstens eine halbe Million Anschlüsse errichtet, obwohl der Netzbetreiber jährlich mindestens 2 Millionen Gigabitanschlüsse ausbauen wollte. Das erklärte der Branchenexperte Torsten J. Gerpott in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) . Der Konzern hat laut Gerpott zugesagt, für den Glasfaserausbau "pro Jahr nun bis zum Jahr 2030 circa 3,75 Milliarden Euro zu investieren, um jährlich mindestens 2 Millionen dieser Gigabitanschlüsse zu errichten" .

Die Konkurrenten kämen im gleichen Zeitraum auf 0,9 Millionen, sagte er. "Das DT-Engagement bei FTTH ist denn auch keinesfalls uneigennützig, sondern wird durch die abnehmende Konkurrenzfähigkeit seiner VDSL-Produkte und den Nachfragezuwachs bei Gigabitanschlüssen getrieben."

Gerpott ist Professor an der Universität Duisburg-Essen für den Bereich Unternehmens- und Technologieplanung und verfasst regelmäßig Studien für den Telekom-Konkurrentenverband VATM (Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten).

Telekom baut tatsächlich mehr aus

Der Markt für Glasfaser in Deutschland habe in den vergangenen beiden Jahren tatsächlich erheblich an Dynamik gewonnen. Das sagte Johannes Pruchnow , Chef von Gabo Systemtechnik, dessen Unternehmen Rohrsysteme für die Telekombranche herstellt, im Mai 2022. "The elefant learnt to dance. Inzwischen hat die Telekom richtig Fahrt aufgenommen." Pruchnow kennt die Branche sehr gut, er war zwei Jahre lang Vorstandsbeauftragter für Breitbandkooperationen bei der Telekom und zuvor Chef bei 1&1-Versatel und im Präsidium des VATM.

Er könne auch aus eigener Beobachtung sagen, dass die Mengen gewaltig anstiegen, erklärte der Chef des Rohrsystemherstellers. "Die Ankündigung der Telekom, jetzt 28 Millionen Haushalte bis 2030 auszubauen, ist schon bedeutsam." Für die vielen anderen ambitionierten Akteure am Markt blieben damit rein rechnerisch noch 12 Millionen Haushalte übrig.


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