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Tornado Cash: Kriminelle waschen über eine Milliarde USD per Kryptomixer

US-Behörden werfen den Gründern von Tornado Cash vor, Kriminelle beim Waschen von mehr als einer Milliarde US-Dollar unterstützt zu haben.
/ Marc Stöckel
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Mit Tornado Cash konnten Hacker gestohlene Bitcoins waschen. (Bild: Chris McGrath/Getty Images)
Mit Tornado Cash konnten Hacker gestohlene Bitcoins waschen. Bild: Chris McGrath/Getty Images

Zwei Gründer des Kryptomixers Tornado Cash sind in den USA angeklagt worden. Wie das US-Justizministerium gestern mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , wird den Betreibern des Dienstes die Unterstützung krimineller Akteure beim Waschen gestohlener Kryptowährungen im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar vorgeworfen. Einer der Angeklagten sei gestern in Washington verhaftet worden, der andere sei hingegen noch flüchtig.

Wie aus einer Mitteilung des Office of Foreign Assets Control(öffnet im neuen Fenster) (OFAC) des US-Finanzministeriums hervorgeht, zählte auch die berüchtigte nordkoreanische Hackergruppe Lazarus zu den Nutzern von Tornado Cash. Diese habe über den Dienst rund 455 Millionen US-Dollar gewaschen, die sie durch einen Hack der Ronin-Bridge des Kryptospiels Axie Infinity von dem Spieleentwickler Sky Mavis gestohlen hatte.

Durch ihr Versäumnis, ein effektives Anti-Geldwäsche- oder KYC-Programm (Know Your Customer) für Tornado Cash einzurichten, sollen die beiden Angeklagten es Kriminellen leicht gemacht haben, gestohlene Gelder zu waschen. Jetzt werden sie der Verschwörung zur Geldwäsche sowie zum Verstoß gegen den International Economic Emergency Powers Act beschuldigt. Beide Vergehen werden jeweils mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren geahndet.

Ein dritter Mitbegründer sitzt in den Niederlanden

Darüber hinaus soll es laut der OFAC-Meldung noch einen dritten Mitbegründer des Kryptomixers geben, der in der Mitteilung des US-Justizministeriums keine Erwähnung fand. Dieser sei im August 2022 in den Niederlanden verhaftet worden und muss sich einem Bericht von Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) zufolge vor einem Gericht in Amsterdam für seine Rolle bei Tornado Cash verantworten.

Das OFAC hatte den Kryptomixer schon vor einem Jahr sanktioniert(öffnet im neuen Fenster) , da die Nutzer des Dienstes darüber seit dessen Gründung im Jahr 2019 Kryptowährungen im Wert von mehr als sieben Milliarden US-Dollar gewaschen haben sollen.

Bei Kryptomixern handelt es sich um Dienste, die es ihren Nutzern erlauben, üblicherweise zurückverfolgbare Kryptowährungsbestände mit jenen anderer Anwender zu vermischen und sie danach wieder auszuzahlen. Dadurch wird der Geldfluss anonymisiert, um beispielsweise die Herkunft von gemischten Bitcoins zu verschleiern und deren Verfolgung zu erschweren.


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