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Torment - Tides of Numenera angespielt: Der schnellste Respawn aller Zeiten

Auf ein Leben kommt es nicht an, wenn man unbegrenzt viele hat - wie die Hauptfigur in Torment . Golem.de hat den in einer Milliarde Jahren auf der Erde angesiedelten Nachfolger zum Klassiker Planescape Torment angespielt.
/ Peter Steinlechner
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Die Grafik von Torment ist sehr fantasievoll gehalten. (Bild: Inxile Entertainment)
Die Grafik von Torment ist sehr fantasievoll gehalten. Bild: Inxile Entertainment

"Dein Bewusstsein erwacht in Dunkelheit" : Das sind die ersten Worte in Torment - Tides of Numenera. In den ersten paar Minuten des Rollenspiels bleibt der Bildschirm weitgehend schwarz. Noch bevor wir irgendetwas tun konnten, sind wir - aus noch unbekanntem Grund - auch schon tot. Das bleibt zum Glück nicht lange so: Nach einem kurzen Abstecher in unser Unterbewusstsein stehen wir dann tatsächlich auf dem guten, alten Planeten Erde.

Torment Tides of Numenera - Trailer (Kampfsystem)
Torment Tides of Numenera - Trailer (Kampfsystem) (03:12)

"Alter Planet" ist wörtlich gemeint: Torment spielt in einer Milliarde Jahren. Seitdem sind dort mehrere, teils außerirdische Zivilisationen erblüht und wieder untergegangen. Zum Zeitpunkt des Spiels haben es irgendwie wieder die Menschen an die Spitze der Nahrungskette geschafft. So ganz klar ist den Homo Sapiens aber nicht, was in der langen Zeit zuvor um sie herum geschehen ist. Sind die vielen mysteriösen Vorgänge und Apparaturen einfach übriggebliebene Hightech oder irgendeine Art von Magie? Der Streit um diese Frage ist einer der großen Konflikte in der Welt von Torment.

Dazu kommen die Themen Tod und Wiedergeburt, sowohl für unseren Helden als auch für die Erdbewohner. Wenn wir sterben, müssen wir nicht zu Savegame greifen, sondern uns über eine Zwischendimension neu beleben. Die Entwickler von Inxile Entertainment(öffnet im neuen Fenster) (Wasteland) greifen damit nicht nur Teile des Szenarios des Klassikers Planescape Torment von 1999 auf, sondern wollen eine ebenso eigenständige, tief- und abgründige Handlung erzählen.

Beim Anspielen hat sich rasch gezeigt, dass Torment mindestens so komplex und vielschichtig wird wie Planescape. Vom ersten Moment an wirkt das Rollenspiel alles andere als leicht zugänglich: Vor allem, weil es wie in Planescape extrem viele und lange Texte zum Lesen gibt. Die Bedienung mit Maus oder Gamepad ist gegenüber dem Klassiker immerhin etwas komfortabler ausgefallen und hat uns - am PC - vom ersten untoten Moment an Spaß gemacht.

Kurz nach dem Spielstart können wir im Zuge der Charaktergenerierung unseren gerade wieder frisch belebten Helden erschaffen. Neben der Auswahl zwischen Mann und Frau gibt es die einer Klasse. Im Angebot sind die Glaive (letztlich Krieger), ein oder eine Jack (Abenteurer) und Nano (quasi Magier). Die Figur können wir im Spielverlauf mit weiteren Spezialfähigkeiten und sonstigen Extras unseren Vorstellungen anpassen.

In Torment heißen die Kämpfe nicht Kämpfe, sondern Krisen. Die erste dieser Auseinandersetzungen erleben wir gleich im Tutorial. Und zwar mit einem mysteriösen Riesenbiest namens Sorrow (Leidwesen) - das bereits unseren ersten Ingametod ganz am Anfang verursacht hat, und uns im weiteren Spielverlauf immer wieder jagt.

Rundenbasierte Kämpfe und deutsche Version

Das Kampfsystem läuft rundenbasiert ab. Wer jeweils an der Reihe ist, zeigt das Spiel mit eingeblendeten Symbolen am Bildschirmrand an. In einem ersten größeren Kampf später gegen vier Banditen sind wir prima damit zurechtgekommen. Wir können Standardangriffe wählen, aber natürlich auch zu besonders starken Waffen, Spezialfähigkeiten und weiteren Extras greifen.

Torment Tides of Numenera - Trailer (Kickstarter)
Torment Tides of Numenera - Trailer (Kickstarter) (06:45)

In der Zukunft der Erde sind wir nicht allein: Unsere Hauptfigur wird von bis zu drei Kameraden begleitet. Zwei möglichen Mitreisenden begegnen wir gleich nach den ersten paar Minuten, nämlich einem Herren namens Aligern und einer nur sanft in der Welt flimmernden Dame namens Callistege. Beide können wir später gegen andere Gefährten austauschen.

Torment verwendet, das ist ein größerer Unterschied zu Planescape, kein Dungeons-and-Dragons-Rollenspielsystem, sondern nutzt das Numenera-System von Monte Cook. Das wurde, ebenso wie Torment selbst, über eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne von der Community finanziert.

Von der Welt haben wir bislang nicht sehr viel gesehen. Wir waren in sphärischen Zwischendimensionen unterwegs, in einem riesigen Bergwerk und kurz in der Oberwelt. Der Grafikstil erinnert mit seinen Anspielungen an den Jugendstil und an Planescape. Technisch ist Torment kein Knaller, aber unterm Strich hat uns die Grafik soweit ganz gut gefallen.

Bislang lag uns nur die englische Version von Torment vor. Eigentlich sind wir Originalfassungen gewöhnt und haben normalerweise kein Problem damit. Aber ganz ehrlich: Torment mit seinen langen, vor allem aber mit philosophischen Vokabeln durchtränkten Texten hat unser Sprachverständnis rasch überfordert.

Zum Glück soll es pünktlich zur Veröffentlichung eine Version mit deutschen Texten geben. Nach aktuellem Stand soll Torment - Tides of Numenera am 28. Februar 2017 für Windows-PC, Playstation 4 und Xbox One auf den Markt kommen.


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