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Top-Level-Domains: Wem gehören .amazon, .ostsee und .angkorwat?

Südamerikanische Regierungen streiten sich seit Jahren mit Amazon um die Top-Level-Domain .amazon. Bislang stehen die Regierungen als Verlierer da. Ein anderer Verlierer ist jedoch die Icann, die es nicht schafft, das öffentliche Interesse an solch einer Domain ausreichend zu berücksichtigen.

Artikel von Katrin Ohlmer veröffentlicht am
Steht .amazon eher für den Konzern oder eher für den Fluss?
Steht .amazon eher für den Konzern oder eher für den Fluss? (Bild: MAURO PIMENTEL/AFP/Getty Images)

Eigentlich hat Amazon Inc. alles richtig gemacht: Das Unternehmen hat sich bei seiner Bewerbung um .amazon an die Regeln des Icann-Bewerberhandbuchs gehalten, alle Vorgaben erfüllt und alle erforderlichen Tests bestanden. Dennoch streiten sich seit Jahren die Regierungen süd- und lateinamerikanischer Staaten mit dem Konzern, ob die Endung von Icann an Amazon vergeben werden darf.

Die Amazonas-Anrainerstaaten bestehen darauf, dass Icann die Endung nicht an das Unternehmen vergeben darf. Die Begründung entbehrt zwar einer Grundlage der Bewerbungsrichtlinien, ist gleichzeitig aber auch nachvollziehbar: Der Begriff ".amazon" hat einen unverkennbaren Bezug zum gleichnamigen Fluss; daher sei er schützenswert und stehe im öffentlichen Interesse.

Regierungsvertreter sind über .amazon und .patagonia empört

Rückblick in das Jahr 2014: Im Juni veröffentlicht die Icann, die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, alle bei ihr eingegangenen Bewerbungen für neue Top-Level-Domains. Insgesamt sind es 1.930, darunter auch die für .amazon sowie .patagonia. Die Überraschung und Empörung, insbesondere einiger Regierungsvertreter, ist groß. Der US-amerikanische Outdoor-Spezialist Patagonia nimmt daraufhin seine Bewerbung für die gleichlautende Endung zurück. Amazon aber bleibt bei seiner Bewerbung.

Inwiefern Amazon gut beraten war, sich ohne Gespräche mit den Amazonas-Staaten um .amazon zu bewerben, um damit vielleicht eine Eskalation zu verhindern, ist fraglich. Zahlreiche andere Bewerber hatten sich auf Anraten ihrer Berater entschieden, sich derartigen Konflikten proaktiv zu stellen und damit im Vorfeld eine Lösung erzielt. Amazon allerdings nicht.

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Und so lief der Antragsprozess weiter: Alle eingegangenen Bewerbungen wurden von der Icann geprüft, so auch .amazon. Dazu gehörte auch das sogenannte Geographic Names Panel, das extra von der Icann zur Prüfung geografischer Bewerbungen eingerichtet worden war. Neben der .amazon-Bewerbung erhob das Gremium auch bei den Bewerbungen anderer Konzerne um Endungen wie .java, .tours, und .lancaster keine Einwände. Auf den ersten Blick mag das verwundern, aber gemäß Bewerberhandbuch ist die Zustimmung der entsprechenden Gebietskörperschaft nur für eine Bewerbung um einen Namen einer Hauptstadt erforderlich.

Die Begründung ist nachvollziehbar: Eine geografische Endung kann für die gleichnamige Stadt oder Region geplant sein, aber genauso gut einer Marke entsprechen. Inwiefern dies eine Schwachstelle im Icann-Bewerbungshandbuch war, wird derzeit in Arbeitsgruppen intensiv diskutiert, die sich mit Verbesserungen der damaligen Regeln beschäftigen.

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Widersprüche gegen .amazon sind zwecklos 
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heikom36 29. Nov 2019 / Themenstart

Der Name Deutschland für ein Unternehmen würde sofort wieder verschwinden - wäre nicht...

Master68 19. Nov 2019 / Themenstart

Nein, nicht genug. Selbst sämtliche Einwohner Südamerikas dürften weniger sein, als...

Trockenobst 19. Nov 2019 / Themenstart

Es gibt nur keinen Zweck. Die meisten Städte dort haben schon .br, .ar etc. Die...

Trockenobst 19. Nov 2019 / Themenstart

Weder der Verein noch die Stadt noch irgendwer will diese Domains wirklich. Wenn das...

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