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Top-500: Jupiter offiziell erster Exascale-Computer außerhalb der USA

Die offizielle Zahl der Exascale-Systeme steigt auf vier – obwohl weltweit viel mehr existieren. Erstmals tauchen Supercomputer mit Blackwell auf.
/ Johannes Hiltscher
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Ein Blick auf zwei Reihen von Racks des Supercomputers Jupiter am Forschungszentrum Jülich. (Bild: Forschungszentrum Jülich)
Ein Blick auf zwei Reihen von Racks des Supercomputers Jupiter am Forschungszentrum Jülich. Bild: Forschungszentrum Jülich

Im Rahmen der Supercomputing Conference SC25(öffnet im neuen Fenster) , die aktuell in St. Louis in den USA stattfindet, ist die 66. Top-500-Liste(öffnet im neuen Fenster) der leistungsfähigsten Supercomputer vorgestellt worden. In der aktuellen Ausgabe ist sie um ein Exaflops-System reicher: Der am Forschungszentrum Jülich installierte Jupiter erreicht im Vollausbau mit 24.000 Nvidia GH200 Superchips im Benchmark High Performance Linpack (HPL) exakt 1 Trillion Gleitkommaberechnungen pro Sekunde – kurz ein Exaflops, daher der Name Exascale für Computer dieser Leistungsklasse.

Damit verpasst Jupiter nur knapp Platz 3, den weiterhin Aurora mit 1,012 Exaflops belegt. Die dürften schwer noch zu erreichen sein – der europäische Supercomputer erreichte im Benchmark rund 81,5 Prozent seiner theoretischen Maximalleistung. Einen besseren Wert erreicht in der Top 10 nur der japanische Fugaku. Dafür ist Jupiter nun das effizienteste Top-10-System: In der Green500 steigt der Supercomputer um sieben Plätze auf Rang 14 auf.

Ansonsten hat sich in der Top 10 nichts getan, El Capitan auf Platz 1 bekam 149 zusätzliche Cray EX255A-Blades und rechnet somit etwas schneller.

Auch wenn die Top-500-Liste nur vier Exascale-Systeme führt, sind weltweit mittlerweile deutlich mehr installiert. Allein die großen KI-Supercomputer dürften sich mühelos an die Spitze setzen, zudem ist unbekannt, welche Systeme in der Volksrepublik China installiert sind. Das Land meldet seit Jahren keine Zahlen mehr, Jack Dongarra, der die Top-500-Liste mitinitiierte, ging allerdings bereits 2023 von drei Exascale-Computern im Land aus.

Viele neue kleine Systeme

Dass es in der Top 10 keine Neuzugänge gibt, täuscht darüber hinweg, dass einige neue Systeme gelistet sind: Insgesamt 46 Neuzugänge verzeichnet die 66. Top-500-Liste. Dabei handelt es sich aber größtenteils um kleinere Systeme mit maximal wenigen Racks.

Softbanks Chie-4 ist dabei auf Platz 17 der höchste Neueinstieg, und eines von sieben Systemen mit Nvidias Blackwell GPU , die erstmals in der Liste auftaucht. Die University of Florida hat zudem ihren Hipergator AI von A100 auf B200 umgerüstet. Der älteste gelistete Computer rechnet hingegen bei der Nasa: Pleiades wurde dort 2008 in Betrieb genommen(öffnet im neuen Fenster) . Seine ursprünglichen Xeons mit Sandy-Bridge-Mikroarchitektur wurden allerdings mittlerweile ausgemustert, stattdessen rechnen die Nachfolger Ivy Bridge, Haswell und Broadwell.

Erstmals unter 50 Prozent reine CPU-Systeme

Bezüglich der Hardware hat sich nicht allzu viel getan: AMD legt bei den Beschleunigern auf knapp 12 Prozent zu, Nvidia dominiert hier aber weiter deutlich mit rund 86 Prozent. Erstmals sind mehr als die Hälfte der Systeme mit Beschleunigern, hauptsächlich GPUs, bestückt: Nur noch 246 der Supercomputer rechnen allein mit CPUs, auch wenn elf Systeme neu hinzukamen.

Auch bei den CPUs kann AMD weiter zulegen: Aktuell sind rund 57 Prozent der Systeme mit Xeons bestückt, AMD folgt mit rund 35 Prozent auf Platz 2, im einstelligen Bereich liegen Nvidias Grace (18 Systeme) und Fujitsus A64FX (8 Systeme).

Allerdings zeigt die Top-500-Liste einen kuriosen Effekt: Der Zuwachs an Rechenleistung, welchen die Liste erfasst, liegt weiter deutlich unter dem langjährigen Trend. Gleichzeitig wird weltweit so viel Rechenleistung installiert wie nie zuvor – nur vermessen wird sie nicht. Hyperscaler und KI-Unternehmen bauen riesige Rechenzentren, Benchmarks hiervon sind allerdings die Ausnahme. Microsofts Eagle bleibt allein und behauptet Platz 5.


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