Tools for Humanity: Registrierungen für Projekt World bleiben hinter Erwartungen

Für das Projekt World von OpenAI-CEO Sam Altman interessieren sich deutlich weniger Menschen, als das Start-up Tools for Humanity prognostizierte. Wie Business Insider berichtet(öffnet im neuen Fenster) , haben sich bislang 17,5 Millionen Nutzer verifiziert, was 1,75 Prozent des gesetzten Ziels von einer Milliarde Nutzern darstellt.
Mit dem Irisscanner Orb entwickelt Tools for Humanity die Technik für das Projekt World . Dieses hat das Ziel, einen digitalen Pass zu kreieren, der weltweit gültig ist (World ID) und dabei helfen soll, festzustellen, ob jemand tatsächlich ein Mensch ist. Das Unternehmen wird mit 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet und erhielt bisher 240 Millionen US-Dollar von Investoren.
Trotz der großen Ambitionen sehen Experten aber keinen klaren und zwingenden Anwendungsfall (Killer Use Case), schreibt Business Insider. Experten stellten daher die Rentabilität des Projekts infrage, und dass dieses immer noch stark von Wagniskapital abhängig sei.
Starke regulatorische und ethische Bedenken
Die Einnahmen durch World-ID- und Verwaltungsgebühren werden zudem als unzureichend angesehen und auch die mit der World ID verbundene Kryptowährung Worldcoin wird eher als experimentell oder als Modeerscheinung bezeichnet.
Ein weiterer Punkt, der die Skalierungsbemühungen von Tools of Humanity behindert, sind die starken regulatorischen und ethischen Bedenken. Die angestrebte Sammlung biometrischer Daten durch das Unternehmen führte bereits zu Untersuchungen in vielen Ländern, darunter auch Deutschland .
Kritiker bemängelten zudem, dass die Markteinführungsstrategie dem Motto folgte, lieber um Verzeihung zu bitten, statt um Erlaubnis zu fragen. Hinzu kommen Bedenken, dass sozial und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen durch die Aussicht auf den Erhalt kostenloser Kryptowährung dazu motiviert würden, sich mit einem Iris-Scan zu verifizieren .
Update vom 14. November 2025:
In einer Stellungnahme gegenüber Golem weist World darauf hin, dass keine Sammlung biometrischer Daten angestrebt, sondern mit dem Orb lediglich einen einzigartigen Code aus dem Bild des Gesichts und der Augen erstellt werde. Die Bilder werden im Anschluss direkt auf dem Gerät wieder gelöscht.
Weiter heißt es, dass der Code nicht in einem Netzwerk gespeichert, sondern anonymisiert weiterverarbeitet wird. Die Speicherung personenbezogener Daten oder deren Rekonstruktion soll damit ausgeschlossen sein. Zudem lasse sich eine World ID jederzeit deaktivieren oder vollständig löschen, so das Unternehmen.
Zu den Bedenken, benachteiligte Bevölkerungsgruppen könnten durch die Aussicht auf den Erhalt von Kryptowährung zur Verifizierung motiviert werden, sagt World: "Die Beanspruchung von Worldcoin erfolgt auf rein freiwilliger Basis." Aus der Verifizierung und dem Erhalt der World ID erfolge nicht automatisch der Erhalt von Worldcoin.



