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Tom Clancy's The Division 2 im Test: Richtig guter Loot-Shooter

Ubisofts neuer Online-Shooter beweist, dass komplexe Live-Spiele durchaus von Anfang an überzeugen können. Bis auf die schwache Geschichte und Gegner, denen selbst Dauerbeschuss kaum etwas anhaben kann, ist The Division 2 ein spektakuläres Spiel.

Artikel von Jan Bojaryn veröffentlicht am
TD2 ist ein Cover-Shooter, und wer rumsteht, wird umgeschossen.
TD2 ist ein Cover-Shooter, und wer rumsteht, wird umgeschossen. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)

The Division 2 (TD2) bietet Spaß mit Statistik. Als wir in einem Uplay-Menü die Bilanz der Kopfschüsse entdecken, staunen wir zuerst: mehr als 2.000 Stück? So hat es sich nicht angefühlt. Die Pointe kommt ein paar Zeilen drunter. Denn die Zahl unserer Kills ist nur ungefähr halb so groß.

Inhalt:
  1. Tom Clancy's The Division 2 im Test: Richtig guter Loot-Shooter
  2. 40 Stunden gespielt und längst nicht alles gesehen
  3. Nicht nur im Koop interessant
  4. Verfügbarkeit und Fazit

So lässt sich der größte Kritikpunkt an dem neuen Open-World-Multiplayer-PVPVE-Loot-Shooter-RPG zusammenfassen: Einige Gegner sind wahre Bullet Sponges, sie saugen Kugeln auf wie Schwämme und reagieren in vielen Fällen gar nicht darauf. Der farbige Balken über ihrem Kopf schrumpft nur langsam. Einerseits ist das logisch, denn TD2 ist ein Rollenspiel, und starke Gegner haben in dem Genre nun mal lange Lebensbalken.

Andererseits ist es nervig, ein ganzes Magazin in einen heranstürmenden Boss zu entleeren, ihm dabei zwei kleine weiße Striche abzuziehen und dann von ihm mit wenigen Schüssen weggepustet zu werden. Es ist unfreiwillig komisch - als wäre man wieder Kind und würde Räuber und Gendarm mit Freunden spielen, die nicht wahrhaben wollen, dass sie getroffen wurden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass TD2 eine dumme Geschichte erzählt. Schauplatz ist dieses Mal nicht New York, sondern Washington D.C., wo nach dem Ausbruch des Virus, das wir schon aus dem ersten Teil kennen, bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Nachdem sich der Staat zurückgezogen hat, kämpfen verschiedene Fraktionen - unter anderem die Division, der wir angehören - miteinander und gegeneinander ums Überleben.

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Die Halbgarheiten über Gegenmittel, psychopathische Banden und heldenhaften Massenmord werden jedoch so lustlos erzählt, als hätten sich selbst die Autoren nicht mehr dafür interessiert. Reine Effekthascherei ist der Griff nach Washington D.C., nach dem Weißen Haus als Basis, ohne auch nur im Ansatz irgendetwas mit dem Thema Politik anzufangen. Solche bräsigen Geschichten haben auch Filme mit Chuck Norris, aber der hat wenigstens zu seiner bräsigen politischen Botschaft gestanden. Ubisoft liefert dagegen einen wirren Flickenteppich mehr und weniger guter Geschichtenschnipsel ab, von denen die meisten im gnädigen Kugelgewitter untergehen.

  • Diverse Charaktere tauchen in den Zwischensequenzen auf, aber interessant ist keiner. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Trotz der schwachen Story kann uns die Welt mit ihren stimmungsvollen Kulissen immer wieder überraschen. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Wichtig ist auf'm Platz: An abwechslungsreichen Schauplätzen begegnen uns abwechslungsreiche Gegner aus mehreren Fraktionen. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Story-Missionen spendieren üppige Belohnungen und dauern im Team meist rund eine halbe Stunde. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Vor allem der Ausbau der zwei Siedlungen gibt uns das Gefühl, die Spielwelt wirklich zu beeinflussen. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Auf der großen Karte warten immer viele Möglichkeiten. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Wer nicht aufpasst, wird schnell flankiert. Das Spiel ist recht tödlich. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Safehouses und Kontrollpunkte müssen rasch freigeschaltet werden, denn hierhin können wir per Schnellreise springen. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Gepanzerte Gegner mit gelben Lebensbalken sind ein ewiger Stressfaktor; sie sind stark genug, um uns trotz Dauerbeschuss zu flankieren. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
  • Das Inventar liefert fast zu viele Infos. Jede Waffe hat ihre Schadensstatistik, Talente und Mods, und alles interagiert miteinander. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)
Gepanzerte Gegner mit gelben Lebensbalken sind ein ewiger Stressfaktor; sie sind stark genug, um uns trotz Dauerbeschuss zu flankieren. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)

Wer sich intelligente Geschichten wünscht oder auf einen gelungenen Headshot eine Reaktion erwartet, sollte also einen Bogen um TD2 machen. Und der Rest?

Wir wollen das Fazit nicht vorwegnehmen, aber TD2 ist vom Start weg einer der größten und schönsten Spielplätze des Genres. Es wirkt anfangs zu komplex, hat Längen, Schwächen und Widersprüche. Aber es ist in vielen Punkten umwerfend gut. Zunächst beeindruckt uns die Spielwelt. Ihr lebendiger Detailreichtum erschlägt uns an jeder Straßenecke. Das verschneite New York aus dem ersten Teil wurde irgendwann monoton; hier strahlen dagegen alle Farben. Die Sonne knallt auf die Straßenschluchten im Norden, Nebel wabert durch das grüne Dickicht im Süden. Ständig stoßen wir auf postkartenreife Landmarken vom Lincoln Memorial bis zum Washington Monument. Die Farben und Stimmungen des Spiels ändern sich immer wieder und auf unserem Test-PC sieht das äußerst stimmungsvoll aus.

40 Stunden gespielt und längst nicht alles gesehen 
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mryello 28. Mär 2019

The Division 2 IST ein Deckungsshooter. Und das System funktioniert tadellos. Mann nuss...

mryello 28. Mär 2019

The Division 2 und Wildlands habe ich kürzlich gekauft. Bei the Division kriegte ich...

SirFartALot 19. Mär 2019

Och, ich halts da mit Marcus aus Borderlands: "Man kann nie zu reich, zu gutaussehend...

SirFartALot 19. Mär 2019

Cyperpunk 2077 ist da mein Kandidat, und ich werd vermutlich nicht enttaeuscht werden

DeathMD 19. Mär 2019

Ja das stimmt schon, ging ein wenig mehr in die Richtung von Uncharted. Ich hab aber alle...


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