Tokyo Stock Exchange: Hardware-Ausfall legte Tokioter Börse lahm

Am frühen Vormittag des 1. Oktober 2020 führte ein Hardware-Fehler im Arrowhead-System(öffnet im neuen Fenster) der Tokioter Börse dazu, dass der Tokyo Stock Exchange kurz vor dem geplanten Start ausfiel. Eigentlich hätte die Börse um 9 Uhr ihren Betrieb aufnehmen sollen, stattdessen stand sie bis Freitag still.
Der Totalausfall des Tokyo Stock Exchange ist laut der Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) auf eine als "No. 1 shared disk device" bezeichnete Box zurückzuführen. Diese verwaltet Managementdaten wie IDs und Passwörter für die Terminals, welche die Geschäfte überwachen.
Auch No. 2 versagte
Ein Speicherfehler in der Box hätte eigentlich das "No. 2 shared disk device" auf den Plan rufen sollen, diese Backup-Strategie aber schlug aus unbekannten Gründen fehl. Die hinter der Börse stehende Japan Exchange Group (JPX) spricht allgemein von einem Hardware-Fehler und bestätigte den gescheiterten Backup-Versuch.
Das Arrowhead-System war 2010 gestartet, es besteht aus rund 350 Servern, die von Fujitsu stammen und mit Linux laufen. Der Vorgänger war am 1. November 2005 ebenfalls für einige Stunden ausgefallen, da ein neu hinzugefügter Transaktionsserver einen Fehler verursachte. Als Folge wurde das Gehalt des damaligen Fujitsu-Präsidenten, Hiroaki Kurokawa, für sechs Monate halbiert und das mehrerer hochrangiger Manager um bis zu einem Viertel gekürzt.
Mit einer Marktkapitalisierung von sechs Billionen US-Dollar ist der Tokyo Stock Exchange nach dem New York Stock Exchange und dem Nasdaq die größte Wertpapierbörse der Welt. Sie wird von der Japan Exchange Group (JPX) verwaltet.
Neben Tokio nutzen auch die japanischen Märkte in Fukuoka, Nagoya und Sapporoden den Tokyo Stock Exchange. Die zweitgrößte japanische Börse in Osaka hingegen war von dem Ausfall nicht betroffen, da dort ein anderes System verwendet wird.



