Tokio: Mitsubishi testet Akku-Tauschstationen für Pkw und Lkw

Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Ample und dem Logistikkonzern Yamato Transport will der japanische Autobauer Mitsubishi 14 Akku-Wechselstationen in der japanischen Hauptstadt Tokio errichten(öffnet im neuen Fenster) . Mehr als 150 Elektrofahrzeuge mit austauschbaren Akkus sollen das System über mehrere Jahre hinweg testen.
Fünf-Minuten-Ladung nennt Mitsubishi die Technologie. Tatsächlich dauert der Akkuwechsel nur etwa 100 Sekunden – oft schneller als das Volltanken eines Benziners. Fahrer fahren einfach über eine Plattform, die automatisch den leeren Akku herausnimmt und einen vollen einsetzt.
Besonders für Lieferfahrzeuge könnte das System interessant werden. Mitsubishis eCanter-Trucks müssen normalerweise über Nacht an die Steckdose oder stundenlang an Schnellladestationen. Mit dem Akku-Tausch wären sie sofort wieder einsatzbereit.
Lieferdienst testet bereits im Alltag
Der Paketdienst Yamato Transport probiert die Technik bereits aus – sowohl mit den größeren eCanter-Lkw als auch mit kleinen Kei-Transportern von Mitsubishi. Diese Fahrzeuge sind in japanischen Städten allgegenwärtig: Sie sammeln Müll ein, beliefern Geschäfte und transportieren Pakete durch enge Gassen.
Die Regierung von Tokio unterstützt das Projekt finanziell über ihr Förderprogramm für neue Energietechnologien. Für die Stadtplaner ist die Elektrifizierung der Nutzfahrzeugflotten ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur klimaneutralen Metropole.
Einen Nebeneffekt haben die Akku-Wechselstationen auch: Sie fungieren als mobile Stromspeicher. Bei Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen, die in Japan regelmäßig auftreten, können die gelagerten Akkus Notfallstrom liefern. Mitsubishi arbeitet seit Jahren an solchen Lösungen.
Spediteure zögern noch beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Ihre Sorge: Was passiert, wenn der Akku mitten in der Schicht leer ist? Lange Ladezeiten können teuer werden, wenn Fahrer und Fahrzeuge untätig warten müssen. Der Akku-Wechsel könnte diese Bedenken ausräumen.
Ob sich das System in Tokio bewährt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Daten aus dem Pilotprojekt sollen dann entscheiden, ob Mitsubishi das Konzept auf andere japanische Städte oder sogar internationale Märkte ausweitet.



