Tokenomics: KI-Gewinne liegen zwischen Softwareabos und Arbeitsabläufen
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Nutzungskosten für KI durch den ökonomischen Einsatz von Tokens in Grenzen zu halten. Wie Wired am Beispiel des US-amerikanischen Cloudanbieters 8x8 aufzeigt(öffnet im neuen Fenster), konnten einige Firmen durch den gezielten Einsatz von KI große Teile ihres Budgets einsparen, indem sie alte Softwareabonnements kündigten.
Dem Bericht zufolge fallen bei 8x8 pro Jahr etwa fünf Millionen US-Dollar an Ausgaben weg, weil das KI-Modell Claude die Funktionen von Dutzenden von Anwendungen ersetzen konnte, für die nun keine Abos oder Lizenzgebühren mehr gezahlt werden müssen.
Hinzu komme, dass über ein internes Dashboard der Token-Verbrauch ständig überwacht und regelmäßig abgewogen werde, ob für einfachere Aufgaben auch gezielt ältere KI-Modelle eingesetzt werden könnten, statt immer die teuerste neueste Version zu verwenden. Durch Prompt-Optimierungen konnte die Token-Nutzung bei einzelnen Aufgaben zudem um bis zu 80 Prozent gesenkt werden.
Finanzielle Disziplin und umfassende Schulungen
Um KI kosteneffizient einsetzen zu können, seien sowohl finanzielle Disziplin als auch umfassende Schulungen der Belegschaft notwendig, heißt es weiter. Während Unternehmen, wie Amazon, Meta und Uber bereits Nutzungsobergrenzen für KI einführen mussten, um ausufernde Kosten zu vermeiden, fordern andere Firmen ihr Personal gezielt dazu auf, KI zu verwenden.
Laut Wired wies der Sportartikelverkäufer Baseball Lifestyle 101 zum Beispiel Top-Manager an, monatlich Tokens im Wert von 20 Prozent ihres Gehalts zu verbrauchen. Dieser Ansatz soll sich bereits ausgezahlt haben, da die KI eine Unterversorgung bei Lagerbeständen identifiziert habe, durch die Bestellungen im Wert von einer Million US-Dollar nicht hätten ausgeliefert werden können.
Auch wenn die genannten Unternehmen kaum Details zu ihren Ausgaben für KI-Anwendungen preisgaben, äußerte 8x8, dass die Ausgaben für KI immer noch über den an anderen Stellen erwirkten Einsparungen liegen.
Der Golem-Blick
Für Firmen bleibt es eine große Herausforderung, KI gewinnbringend im Unternehmen einzusetzen. Während IT-Abteilungen die Technologie häufig schneller und stärker adaptieren, sind Vertriebs- und Finanzteams noch zurückhaltend. Die Einführung von KI sollte nicht als IT-Projekt angesehen werden, sondern genutzt werden, um Arbeitsabläufe umzustellen. Zudem sollten der tatsächliche geschäftliche Nutzen ausgewertet und gewonnene Zeit sinnvoll reinvestiert werden.
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