Token-Nutzung: Tech-Konzerne begrenzen Budget für KI-Tools
Der Fahrdienstvermittler Uber und der Softwarekonzern Microsoft reagieren auf steigende Ausgaben bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz. Bei Uber hat die intensive Verwendung von KI-gestützten Programmierwerkzeugen zu finanziellen Engpässen geführt. Praveen Neppalli Naga, CTO for Mobility & Delivery bei Uber, erklärte in einem Interview mit dem Medienhaus The Information(öffnet im neuen Fenster), dass das Budget für die Tools Claude Code und Cursor für das Jahr 2026 bereits nach wenigen Monaten aufgebraucht sei.
Der operative Leiter von Uber, Andrew Macdonald, äußerte sich zu der Situation in einem Gespräch mit The Verge(öffnet im neuen Fenster). Laut Macdonald muss das Unternehmen über den Token-Verbrauch und die damit verbundenen Kosten sprechen. Er stellte fest, dass die hohe Anzahl der verbrauchten Token nicht zwingend mit der Entwicklung nützlicher Funktionen für Endkunden korreliere. Das Management sehe sich mit der Herausforderung konfrontiert, die Ausgaben für rechenintensive KI-Prozesse gegenüber dem tatsächlichen Mehrwert zu rechtfertigen.
Microsoft schränkt Zugriff in Entwicklungsabteilung ein
Auch Microsoft zieht Konsequenzen(öffnet im neuen Fenster) aus den Kosten für externe KI-Werkzeuge. Der Softwarekonzern hat damit begonnen, den Zugriff auf den Programmierassistenten Claude Code einzuschränken. Diese Maßnahme betrifft bislang Ingenieure in der Experiences-and-Devices-Division des Unternehmens. Bis zum 30. Juni sollen die betroffenen Teams auf das interne Werkzeug Copilot CLI umgestellt werden.
Offiziell begründet Microsoft diesen Schritt mit der Konsolidierung der Entwicklerteams auf die eigenen Technologien. Da die Maßnahme jedoch mit dem Ende des Microsoft-Geschäftsjahres zusammenfällt, gilt sie in der Branche als Sparmaßnahme, um das Budget vor dem neuen Geschäftsjahr zu entlasten.
Analysten erwarten steigenden Token-Bedarf bis 2030
Der Bedarf an digitalen Kapazitäten könnte in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Marktanalysen der Investmentbank Goldman Sachs(öffnet im neuen Fenster) prognostizieren für den Zeitraum von 2026 bis 2030, dass der Token-Verbrauch durch den Einsatz agentischer KI-Systeme um mehr als das 24-Fache ansteigen könnte. Die Analysten rahmen diese Entwicklung positiv: Durch sinkende Rechenkosten sehen sie die KI-Branche vor einer Phase der Margeninflexion und somit vor steigender Profitabilität. Die Prognose beschreibt primär ein starkes Wachstum der Nachfrage.
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