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Toilettenhersteller soll liefern: Investor fordert mehr Hochleistungskeramik

In der Produktion von Chips und Speichern werden spezielle Keramiken benötigt, die von einem japanischen Toilettenhersteller geliefert werden.
/ Mike Faust
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Toto profitiert von der Erfahrung aus dem Bereich der Toilettenherstellung. (Bild: Oriental Image via Reuters Connect)
Toto profitiert von der Erfahrung aus dem Bereich der Toilettenherstellung. Bild: Oriental Image via Reuters Connect

Das britische Investmentunternehmen Palliser Capital hat den Vorstand von Japans größtem Toilettenhersteller Toto dazu aufgefordert, das Segment der Hochleistungskeramik stärker zu fördern. Wie die Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) , erwirtschaftet Toto mittlerweile 40 Prozent seines operativen Gewinns mit entsprechenden Produkten, die eine wichtige Rolle in der Halbleiter-Lieferkette spielen.

Toto habe sich "still und leise von einem traditionellen Marktführer für Sanitärkeramik zu einem aufstrebenden Giganten im Bereich Hochleistungskeramik für die Halbleiterfertigung entwickelt" , so Palliser. Das Unternehmen sei "der am meisten unterschätzte und übersehene Nutznießer von KI-Speichern" , heißt es weiter.

Diese Einschätzung führt Palliser darauf zurück, dass Toto elektrostatische Chucks produziert, die für die Herstellung von Nand-Speicherchips verwendet werden. Toto nutzt in der Chuck-Produktion Keramik, die auch bei sehr niedrigen Temperaturen stabil bleibt und die somit Siliziumwafer während der Chipherstellung sicher fixieren können. Damit sind sie für das Kryoätzen geeignet, welches zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

Harz aus Umami-Aromen als Isoliermaterial

Toto stellt seit den 1980er Jahren elektrostatische Spannfutter her und nutzt dabei die Erfahrung, die es bei der Herstellung von Toiletten im Bereich der Keramik sammeln konnte. Ein profitables Geschäft entwickelte sich damit aber erst durch die vom KI-Boom ausgelösten Preissteigerungen im Halbleiterbereich .

Palliser zeigt sich überzeugt, dass Toto einen Wettbewerbsvorsprung von mindestens fünf Jahren hat und in diesem Bereich in den nächsten zwei Jahren eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent oder mehr erzielen könnte. Toto habe es aber versäumt, seinen Aktionären die Bedeutung dieses Segments angemessen zu erklären und lasse zu wenige der geplanten Investitionen darin einfließen, so Palliser.

Die Financial Times fügt hinzu, dass Toto nicht das einzige Unternehmen sei, das branchenfremd auch im Halbleiterbereich arbeite. So sei Ajinomoto zwar für seine Suppenbrühen bekannt, stellt aber auch Harz her, das aus seiner Expertise im Bereich Umami-Aromen gewonnen wird, um Isoliermaterial zwischen Chips und Motherboards herzustellen.


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