Abo
  • Services:

Tofino: Mozilla will Browser-UI radikal neu denken

Auf Basis aktueller Webtechniken experimentieren Mozilla-Entwickler mit einer komplett neuen Oberfläche für Browser. Dafür nimmt Mozilla-Chef Mayo auch Kontroversen in Kauf, denn das Projekt nutzt zunächst die Chromium-Engine statt der eigenen Gecko und Servo.

Artikel veröffentlicht am ,
Mozilla-Entwickler experimentieren mit Ideen für eine neue Oberfläche.
Mozilla-Entwickler experimentieren mit Ideen für eine neue Oberfläche. (Bild: Mozilla)

Der Firefox-Browser verliert seit Jahren immer mehr Marktanteil, was Mozilla-Chef Mark Mayo nun durch einige radikale Ideen zu ändern versucht - auch gegen den Willen einiger Teile der Belegschaft und der Community. So sollen einige Designer abgeschottet vom Rest des Teams an einer völlig neuen Browser-Oberfläche arbeiten, die den Ballast der vergangenen 20 Jahre hinter sich lässt.

Chromium statt Gecko für Experimente

Stellenmarkt
  1. AVU Netz GmbH, Gevelsberg
  2. NÜRNBERGER Lebensversicherung AG, Nürnberg

Für das Projekt mit dem Namen Tofino werden hauptsächlich Webtechniken verwendet. Zur Darstellung wird zurzeit aber nicht die Firefox-Engine Gecko genutzt, sondern Electron. Letzteres ist eine Art Wrapper um die Chromium-Engine für Apps, die ursprünglich für den Editor Atom entstanden ist. Darüber hinaus konkurriert Tofino mit dem Mozilla-Projekt Browser.html, das ebenfalls eine Browseroberfläche mit Webtechnik erstellt.

  • Noch ist die Oberfläche des Projekt Tofino sehr übersichtlich. (Screenshot: Golem.de)
Noch ist die Oberfläche des Projekt Tofino sehr übersichtlich. (Screenshot: Golem.de)

In der Mozilla-Belegschaft habe es starke Befürchtungen gegeben, dass Tofino eine Gefahr für Firefox und damit auch Mozilla bedeute, was das Projekt noch in der Entstehungsphase fast beendet hätte, schreibt Mozilla-Chef Mark Mayo. Die Angst, Firefox zu beschädigen sei sogar so groß, dass die Idee eigentlich nie hätte reifen können.

Mit der Entscheidung, Tofino trotzdem weiter zu entwickeln, stellt sich Mayo also explizit gegen einige Mitarbeiter. Er argumentiert jedoch, dass Firefox "großartig" sein müsse, um überleben zu können. Projekte wie Tofino und andere sollen dabei helfen.

Firefox-Engine wird nicht ersetzt

In einer E-Mail an alle Mozilla-Mitarbeiter hat sich der Entwickler Kyle Huey über Mayos missverständliche Wortwahl bei der Beschreibung von Tofino beklagt, wie Cnet berichtet. Es sei viel Zeit investiert worden, die Ankündigung so darzustellen, dass sie nicht als Abkehr von Gecko verstanden werden könne, schreibt Huey. Auf die vorgebrachten berechtigten Bedenken und Lösungsvorschläge sei jedoch nicht eingegangen worden.

In einem Update stellt Mayo deshalb auch klar, dass es bei Tofino einzig darum gehe, mögliche Neuerungen an der Oberfläche eines Browsers zu erforschen und nicht darum, irgendetwas an der zugrundeliegenden Platform zu ändern. Eine entsprechende Zusammenarbeit mit den Teams von Gecko sowie Servo werde explizit angestrebt.

Der Technikchef von Mozilla, David Bryant, erklärte außerdem, dass die Entwickler von Mozilla aktiv daran arbeiteten, ähnliche Funktionen zum Einbetten von Webtechnik zu bieten, wie dies bei Chromium der Fall ist. Mit Positron entstehe etwa ein API-Wrapper um Gecko, das kompatibel zu Electron sein soll. Sollte Tofino in seiner jetzigen technischen Ausführung weitergeführt werden, könnte mit Positron also auch Gecko zum Rendern der Oberfläche verwendet werden.

Völlig ungestörte Entwicklung

Mayo zufolge soll das an Tofino beteiligte Team in den kommenden drei Monaten losgelöst von der restlichen Entwicklung bei Mozilla an der Browser-Oberfläche arbeiten. Das Team habe keinen Zugriff mehr auf seine Kalender, habe keine Mailing-Liste mehr abonniert, müsse an keinen Mozilla-Meetings teilnehmen und die Entwickler dürften in der Zeit keinen anderen Projekten zugewiesen werden.

Die Arbeiten werden dort begonnen, wo die Idee für das Projekt im vergangenen Sommer entstanden ist, in dem Ort Tofino an der Westküste Kanadas. Danach soll das Kernteam gemeinsam in einem Büro in Vancouver arbeiten. Sollte das Experiment keine Ergebnisse liefern, die später als Produkt veröffentlicht werden könnten, werde das Projekt einfach beendet, so Mayo.

Der Code für Tofino findet sich auf Github. Hintergründe zu den weiteren Ideen, warum ein neues Design notwendig ist, liefert ein separater Blog-Post.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-72%) 5,55€
  2. 12,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt
  3. 9,99€
  4. 54,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

CoDEmanX 13. Apr 2016

Lies mal die E10s meeting notes, geht nur wenn alle Addons komplett deaktiviert sind.

Johnny Cache 13. Apr 2016

Ich wollte schon immer bestimmten Bookmarks oder vielmehr Bookmarklets einen Shortcut...

Karmageddon 13. Apr 2016

Ich nutze auf dem PC noch hauptsächlich Firefox, auf dem Tablet aber schon nicht mehr...

jjfx 13. Apr 2016

Wenn sie ein freies Internet wollen dann haben sie ihre Millionen bei den falschen...

Anonymer Nutzer 13. Apr 2016

Ich trage auch eine Brille, habe mit kleinen Texten aber kein Problem. (Kurzsichtig...


Folgen Sie uns
       


Windows 10 on Snapdragon - Test

Wir schauen uns Windows 10 on ARM auf zwei Snapdragon-Notebooks an.

Windows 10 on Snapdragon - Test Video aufrufen
Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
Windenergie
Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom. Frei von Umwelteinflüssen sind sie aber nicht. Während die eine Tierart profitiert, leidet die andere. Doch Abhilfe ist in Sicht.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Hywind Scotland Windkraft Ahoi

Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Fancy Bear Microsoft verhindert neue Phishing-Angriffe auf US-Politiker
  2. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  3. US Space Force Planlos im Weltraum

Segelschiff: Das Vindskip steckt in der Flaute
Segelschiff
Das Vindskip steckt in der Flaute

Hochseeschiffe gelten als große Umweltverschmutzer. Neue saubere Antriebe sind gefragt. Der Norweger Terje Lade hat ein futuristisches Segelschiff entwickelt. Doch solch ein neuartiges Konzept umzusetzen, ist nicht so einfach.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Energy Observer Toyota unterstützt Weltumrundung von Brennstoffzellenschiff
  2. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  3. Kreuzschifffahrt Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    •  /