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Tötung des Anführers: Wie Israel Chamenei jahrelang verfolgt hat

Gehackte Verkehrskameras, Handynetze und ein CIA -Informant vor Ort: Die Tötung von Ali Chamenei ist das Ergebnis einer jahrelangen Geheimdienstoperation gewesen.
/ Andreas Donath
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Ali Chamenei im Januar 2026 (Bild: Khamenei.ir)
Ali Chamenei im Januar 2026 Bild: Khamenei.ir / CC-BY-SA 4.0

Die Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eigene Quellen, dass die Tötung von Ali Chamenei(öffnet im neuen Fenster) das Ergebnis jahrelanger Überwachung vor allem mit technischen Mitteln gewesen sei.

Verkehrskameras in der iranischen Hauptstadt sollen gehackt worden sein – verschlüsselte Aufnahmen seien laut zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen auf Server in Tel Aviv und im Süden Israels übertragen worden, berichtet die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) .

Eine Kameraperspektive galt dabei als besonders wertvoll: Sie zeigte die Gewohnheiten von Leibwächtern und Fahrern ranghoher iranischer Funktionäre in der Nähe der Pasteur-Straße – wo Khameneis Anwesen lag.

Aus diesen Aufnahmen erstellten israelische Geheimdienstanalysten detaillierte Profile einzelner Sicherheitskräfte – darunter Wohnadressen, Arbeitszeiten und die Zuordnung zu bestimmten Schutzpersonen. Geheimdienstler nennen das ein " Pattern of Life(öffnet im neuen Fenster) " .

Die gehackten Kameras waren jedoch nur ein Baustein in einem weit größeren Netz. Israels Einheit 8200(öffnet im neuen Fenster) , der Fernmeldeaufklärungsdienst (Sigint) des Landes, soll auch Mobilfunknetze in der Nähe des Anwesens infiltriert haben. Am Morgen des Angriffs wurden gezielt Sendemasten gestört – damit Khameneis Schutztruppe keine Anrufe empfangen konnte, die als Warnung hätten dienen können.

Jahrzehntelange Überwachung

Die Grundlage für Operationen dieser Größenordnung reicht bis ins Jahr 2001 zurück. Damals soll der damalige Premierminister Ariel Sharon den Mossad-Chef Meir Dagan angewiesen haben, den Iran als vorrangiges Ziel der Behörde zu behandeln, noch vor Syrien, palästinensischen Milizen und der Hisbollah.

Diese Direktive scheint die israelischen Geheimdienstprioritäten über zwei Jahrzehnte geprägt zu haben. In dieser Zeit soll Israel Irans Atomprogramm sabotiert, mehrere seiner Wissenschaftler getötet und weite Teile der Militärinfrastruktur iranisch gestützter Gruppen in der Region zerschlagen haben.

Die Tötung Chameneis war laut aktuellen und ehemaligen israelischen Offiziellen, die für diesen Bericht befragt wurden, in erster Linie keine technische, sondern eine politische Entscheidung – ermöglicht durch das Zusammentreffen von Erkenntnissen aus mehreren Quellen.

Bestätigung von Treffen durch CIA-Quelle

Als israelische und CIA-Analysten feststellten, dass Khamenei und führende iranische Funktionäre an jenem Samstagmorgen im Anwesen zusammenkommen würden, sollen die Verantwortlichen einen seit Monaten vorbereiteten Angriffsplan angepasst haben. Die CIA soll dabei einen Agenten vor Ort gehabt haben, der bestätigte, dass das Treffen wie geplant stattfinden würde, berichtet die Financial Times.

Israelische Jets sollen bereits seit Stunden in der Luft gewesen sein, bevor rund 30 Präzisionsbomben auf das Anwesen abgefeuert wurden.

Chamenei soll sich an jenem Morgen nicht in einen seiner beiden Bunker zurückgezogen haben – eine Entscheidung, die nach Angaben einer mit der Situation vertrauten Person den Angriff erst möglich machte.


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