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TLS-Zertifikate: Wosign gelobt Besserung und räumt auf

Die chinesische Zertifizierungsstelle Wosign will den drohenden Abschied aus Mozillas Root-Programm offenbar mit drastischen Maßnahmen verhindern - der CEO muss gehen, die Firma wird aufgespaltet. Die rückdatierten SHA-1-Zertitikate erklärt Wosign mit einem Systemfehler.

Artikel veröffentlicht am ,
Wosign bittet bei Mozilla um eine zweite Chance.
Wosign bittet bei Mozilla um eine zweite Chance. (Bild: Wosign)

Die Certificate Authority Wosign hat am 7. Oktober einen Bericht [PDF] vorgelegt, um auf die zahlreichen Anschuldigungen von Mozilla und Apple zu reagieren. Ob der Bericht und die ergriffenen Maßnahmen ausreichen, um von der Entfernung aus Mozillas Root-Programm verschont zu bleiben, ist aber unklar.

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Gegen Wosign waren zahlreiche Anschuldigungen erhoben worden. Unter anderem war es zeitweise möglich, gültige Zertifikate für github.com auszustellen, auch wenn die Antragssteller nur Kontrolle über eine Subdomain wie "projektname.github.com" hatten. Außerdem war dem Unternehmen vorgeworfen worden, Startcom übernommen zu haben, ohne dies öffentlich mitzuteilen.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Vergabe rückdatierter SHA-1-Zertifikate. Zahlreiche Beobachter hatten vermutet, dass Wosign die Zertifikate absichtlich mit einem früheren Startdatum versehen hatte, damit diese auch von aktuellen Browsern akzeptiert werden, die keine neu ausgestellten SHA-1-Zertifikate mehr akzeptieren, da diese als unsicher gelten. Wosign widerspricht dieser Darstellung, vielmehr seien ein interner Systemfehler und Versäumnisse bei der Umstellung auf SHA-2 verantwortlich dafür, dass die entsprechenden Zertifikate ausgestellt wurden.

Alle Kunden, die ein solches SHA-1-Zertifikat erworben haben, können bei Wosign ein neues SHA-2-Zertifikat bekommen, das alte Zertifikat wird dann zurückgezogen. Dieses Angebot gibt es schon eine Weile, von den insgesamt 1.132 ausgestellten Zertifikaten seien aber erst 171 umgetauscht worden, wie Wosign schreibt. Es ist durchaus möglich, dass einige Kunden weiter bewusst auf SHA-1-Zertifikate setzen, weil gerade Entwicklungs- und Schwellenländer Betriebssysteme nutzen, die kein SHA-2 unterstützen. Auch in Firmennetzwerken mit MITM-Firewall und ähnlichen Antivirusprodukten kann es zu Problemen kommen. Inhaber der alten Zertifikate haben bis zum 31. Dezember 2016 Zeit, einen Umtausch zu beantragen - danach sollen alle Zertifikate automatisch zurückgezogen werden.

Wosign und Startcom sollen wieder getrennt werden

Ein weiterer Schritt ist die Trennung der beiden zusammengeführten CAs. Infrastruktur und Personal von Wosign und Startcom sollen künftig wieder getrennt geführt werden. Der Wosign-CEO Richard Wang muss seinen Posten aufgeben. Beide CAs werden dann einzeln von dem Investor Qihoo360 beaufsichtigt. Mitarbeiter von Qihoo sollen auch einen Codereview der beiden neuen CAs vornehmen. Startcom wird in Kürze einen eigenen Bericht mit Maßnahmen vorlegen.

Als einen weiteren Schritt hat Wosign bereits mehr als 200.000 Zertifikate auf die Server von Googles Certificate-Transparency-Server hochgeladen. Offenbar hat Wosign die Maßnahmen im Vorfeld bei einem Treffen mit Mozilla-Mitarbeitern diskutiert. Mozilla setzt also offenbar auf Dialog, Apple hingegen hat bereits Maßnahmen ergriffen - und das Cross-signierte Zertifikat von Wosign aus seinem Trust Store entfernt.



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SJ 11. Okt 2016

In China ticken die Uhren halt etwas anders ;)

SJ 11. Okt 2016

Natürlich geht das mit LE


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