TLS-Zertifikate: Mozilla vertraut Zertifikaten von Dark Matter nicht mehr

Nach einer langen Diskussion hat sich Mozilla entschieden, TLS-Zertifikaten der Firma Dark Matter nicht mehr zu trauen. Dark Matter war laut Medienberichten in Spionage der Vereinigten Arabischen Emirate verwickelt.

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Mozilla sagt, dass es primär darum geht, Nutzer zu schüzten, und entzieht einer umstrittenen Firma die Berechtigung, TLS-Zertifikate auszustellen.
Mozilla sagt, dass es primär darum geht, Nutzer zu schüzten, und entzieht einer umstrittenen Firma die Berechtigung, TLS-Zertifikate auszustellen. (Bild: Guru_Ethic/Wikimedia Commons/CC0 1.0)

Der Firefox-Browser wird künftig TLS-Zertifikate der Firma Dark Matter nicht mehr als gültig akzeptieren. Das teilte Mozilla-Entwickler Wayne Thayer in einem Mailinglistenpost mit. Hintergrund sind Berichte darüber, dass die Firma in Spionagetätigkeiten der Vereinigten Arabischen Emirate verwickelt war und dabei auch Angriffe auf Menschenrechtsaktivisten durchgeführt hat.

Ausgelöst wurde die Diskussion im Februar durch einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Eine ehemalige NSA-Mitarbeiterin, die später für Dark Matter gearbeitet hatte, hatte gegenüber Reuters Details über die Arbeit und die umstrittene Spionagetätigkeit preisgegeben. Die Befürchtung vieler in der Community: Dark Matter könnte für Spionagezwecke illegitime TLS-Zertifikate ausstellen, um Personen zu überwachen.

Mozilla: Sicherheit von Nutzern hat Priorität

Laut Wayne Thayer tat man sich mit der Entscheidung schwer. Umstritten ist dabei vor allem, wie viel Gewicht man Medienberichten geben sollte, bei denen für die Mitglieder der Mozilla-Community nicht direkt überprüfbar ist, ob sie tatsächlich stimmen. Vertreter von Dark Matter hatten in der Diskussion mehrfach behauptet, dass die Berichte, die neben Reuters auch von der New York Times und The Intercept stammten, alle nicht stimmen würden.

Doch letztendlich, so Thayer, sei es für Mozilla primär wichtig, die Nutzer zu schützen. Das sei so auch in diversen Richtlinien der Mozilla-Foundation festgelegt. Daher sei er letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass es sinnvoll sei, den Dark-Matter-Zertifikaten das Vertrauen zu entziehen.

Dark-Matter-Zertifikate werden in Blockliste aufgenommen

Im Moment gibt es mehrere Zwischenzertifikate von Dark Matter, die von anderen Zertifizierungsstellen signiert wurden. Diese werden jetzt in die sogenannte OneCRL-Liste von Mozilla aufgenommen und dadurch in künftigen Versionen des Firefox-Browsers blockiert. Die Diskussion dazu findet im Bugtracker von Mozilla statt.

Unabhängig davon hatte Dark Matter auch beantragt, dass ein Root-Zertifikat der Firma in den Zertifikatsspeicher von Mozilla aufgenommen wird. Laut Thayer sei die Diskussion darüber zwar noch nicht formal abgeschlossen, er werde aber empfehlen, dieses Anliegen abzulehnen.

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