• IT-Karriere:
  • Services:

TLS-Zertifikate: CNNIC stellt fälschlicherweise Google-Zertifikate aus

Ein Zwischenzertifikat eines ägyptischen Telekommunikationsanbieters hat für Google und diverse andere Domains unberechtigt Zertifikate ausgestellt. Signiert wurde das Zwischenzertifikat von der chinesischen CNNIC-Zertifizierungsstelle.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Mit "Secure your Business" wirbt die Firma MCS auf ihrer Webseite - die Ausstellung von falschen Zertifikaten gehört da wohl nicht dazu.
Mit "Secure your Business" wirbt die Firma MCS auf ihrer Webseite - die Ausstellung von falschen Zertifikaten gehört da wohl nicht dazu. (Bild: Screenshot)

Erneut gibt es Ärger bei der Ausstellung von TLS-Zertifikaten. Wie Google-Entwickler Adam Langley berichtet, hat eine Firma namens MCS offenbar unberechtigterweise Zertifikate für Google und diverse andere Domains ausgestellt. Das Zertifikat von MCS Holdings wiederum wurde von der chinesischen Zertifizierungsstelle CNNIC unterschrieben, die von allen gängigen Browsern akzeptiert wird.

MCS betreibt Man-in-the-Middle-Proxies

Stellenmarkt
  1. Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen
  2. Stadt Ingolstadt, Ingolstadt

MCS ist ein ägyptischer Konzern, der diverse Dienstleistungen im Zusammenhang mit Netzwerkequipment anbietet. Laut Langley hatte MCS einen sogenannten Man-in-the-Middle-Proxy betrieben. Derartige Proxy-Lösungen erstellen bei jedem Zugriff auf eine HTTPS-verschlüsselte Webseite live ein neues Zertifikat und signieren dies. Dass dabei einiges schiefgehen kann, zeigten zuletzt die Vorfälle um Superfish und Privdog.

Üblicherweise arbeiten derartige Man-in-the-Middle-Proxies so, dass ein passendes Zertifikat im Browser installiert wird. Doch MCS wollte offenbar für seinen Proxy diesen Weg vermeiden und erstellte Zertifikate, die von allen Browsern akzeptiert werden. Das ist ein schwerwiegender Bruch der Regeln, die für Zertifizierungsstellen gelten. Google hat inzwischen über seine CRLset-Technologie das Zertifikat von MCS gesperrt, Mozilla wird eine entsprechende Sperrung mit dem nächsten Update vornehmen.

Das Zwischenzertifikat von MCS wurde von der chinesischen Zertifizierungsstelle CNNIC signiert. CNNIC ist eine dem chinesischen Informationsministerium unterstellte Organisation. Die Aufnahme von CNNIC in die gängigen Browser erfolgte vor einigen Jahren und war damals nicht unstrittig. Warum eine der chinesischen Regierung unterstellte Organisation ein Zertifikat für einen ägyptischen Telekommunikationskonzern ausgestellt hat, ist unklar. Wie Adam Langley auf Twitter mitteilte, geht er davon aus, dass der Man-in-the-Middle-Proxy von MCS nur intern für den Datenverkehr der eigenen Mitarbeiter genutzt wurde.

Der Vorfall zeigt erneut, wie fragil das System der Zertifizierungsstellen ist. Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass sich ein Unbekannter ein Zertifikat für die Microsoft-Domain live.fi ausstellen lassen konnte. Während jedoch in dem Fall die Schuld bei Microsoft lag - da der Konzern einem Nutzer das Anlegen von privilegierten Adressen erlaubt hatte -, liegt im aktuellen Fall die Schuld eindeutig bei den Zertifizierungsstellen.

Key Pinning hätte Angriff verhindert

Es gibt verschiedene Ansätze, die Sicherheit des Zertifikatssystems zu stärken. Adam Langley weist darauf hin, dass aktuelle Versionen von Chrome und Firefox das entsprechende Zertifikat von MCS für Google-Domains nicht akzeptiert hätten. Der Einsatz von Key Pinning hätte das verhindert. Andere Browser wie Safari und der Internet Explorer unterstützen Key Pinning jedoch nicht. Auch das von Google entwickelte System Certificate Transparency könnte hier helfen.

Ebenfalls schmerzhaft deutlich wird durch den Vorfall, dass das Zurückziehen von Zertifikaten im aktuellen System praktisch unmöglich ist. Zwar gibt es ein System namens OCSP, mit dem die Gültigkeit von Zertifikaten live geprüft werden kann, aber OCSP wird von aktuellen Browsern entweder überhaupt nicht oder nur in unsicherer Weise implementiert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 44€ + 2,99€ Versand oder kostenlose Marktabholung (Bestpreis mit Amazon. Vergleichspreis 53...
  2. 44€ (Bestpreis mit Saturn. Vergleichspreis 53,98€)
  3. (u. a. Intel 660p 2 TB für 224,90€ + 6,99€ Versand statt 251,79€ im Vergleich, MSI Optix...
  4. (u. a. McAfee Total Protection 2020 | 10 Geräte | 1 Jahr | PC/Mac/Smartphone/Tablet | Download...

Mingfu 24. Mär 2015

DANE wird nicht kommen, weil es eine Frickelei auf Basis des dafür nicht gedachten DNS...

Schnarchnase 24. Mär 2015

Deine Punkte sind durchaus richtig, aber ich sehe auch keinen Hinderungsgrund warum man...


Folgen Sie uns
       


Warcraft 3 Classic und Warcraft 3 Reforged im Vergleich

Classic vs Reforged: Im Video vergleicht Golem.de die Grafik der ursprünglichen Fassung von Warcraft 3 mit der von Blizzard erstellten Neuauflage.

Warcraft 3 Classic und Warcraft 3 Reforged im Vergleich Video aufrufen
5G: Neue US-Sanktionen sollen Huawei in Europa erledigen
5G
Neue US-Sanktionen sollen Huawei in Europa erledigen

Die USA verbieten ausländischen Chipherstellern, für Huawei zu arbeiten und prompt fordern die US-Lobbyisten wieder einen Ausschluss in Europa.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Smartphone Huawei wählt Dailymotion als Ersatz für Youtube
  2. Android Huawei bringt Smartphone mit großem Akku für 150 Euro
  3. Android Huawei stellt kleines Smartphone für 110 Euro vor

Realme X50 Pro im Test: Der Oneplus-Killer
Realme X50 Pro im Test
Der Oneplus-Killer

Oneplus bezeichnete sich einst als "Flagship-Killer", mittlerweile stellt sich die Frage, wer hier für wen gefährlich wird: Das X50 Pro des Schwesterunternehmens Realme ist ein wahrer "Oneplus-Killer".
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Astro Slide Neues 5G-Smartphone mit aufschiebbarer Tastatur
  2. Galaxy S20 Ultra im Test Samsung beherrscht den eigenen Kamerasensor nicht
  3. Red Magic 5G Neues 5G-Gaming-Smartphone kommt mit 144-Hz-Display

Maneater im Test: Bissiger Blödsinn
Maneater im Test
Bissiger Blödsinn

Wer schon immer als Bullenhai auf Menschenjagd gehen wollte - hier entlang schwimmen bitte. Maneater legt aber auch die Flosse in die Wunde.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Mount and Blade 2 angespielt Der König ist tot, lang lebe der Bannerlord
  2. Arkade Blaster 3D-Shooter mit der Plastikkanone spielen
  3. Wolcen im Test Düster, lootig, wuchtig!

    •  /