Abo
  • Services:

TLS: Sicherheitslücke bei Client-Authentifizierung

Erneut gibt es Probleme mit dem TLS-Protokoll. Mit der Triple-Handshake-Attacke kann ein bösartiger HTTPS-Server einem weiteren Server vorgaukeln, er hätte das Zertifikat eines Nutzers. Die meisten Anwender sind von dem Angriff vermutlich nicht betroffen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Der Triple-Handshake-Angriff ermöglicht böswilligen Servern, sich als Nutzer auszugeben.
Der Triple-Handshake-Angriff ermöglicht böswilligen Servern, sich als Nutzer auszugeben. (Bild: Secure-resumption.com)

Ein Team von Forschern hat eine Reihe von subtilen Problemen im TLS-Protokoll entdeckt. Ein mögliches Angriffsszenario des Triple-Handshake-Angriffs besteht darin, dass ein HTTPS-Webserver, zu dem ein Nutzer mit einem Client-Zertifikat eine verschlüsselte Verbindung aufbaut, sich einem anderen Webserver gegenüber als Nutzer mit dem Zertifikat ausgeben kann.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Grasbrunn
  2. Bosch Gruppe, Abstatt

Das von den Autoren beschriebene Angriffsszenario auf HTTPS betrifft lediglich Nutzer, die sich gegenüber Webseiten mit einem Client-Zertifikat authentifizieren. Nur wenige Webseiten machen von einer derartigen Möglichkeit Gebrauch und die meisten Internetnutzer haben überhaupt kein Client-Zertifikat. Auch andere auf TLS aufbauende Protokolle, bei denen sich der Nutzer authentifiziert, könnten von dem Problem betroffen sein, die Autoren erwähnen PEAP, SASL und Channel ID.

Das Problem tritt im Zusammenhang mit der sogenannten Renegotiation von TLS auf. Damit kann eine TLS-Verbindung zwischendurch neu ausgehandelt und Parameter der Verbindung geändert werden. Die Renegotiation galt schon in der Vergangenheit als problematisch, bereits 2009 gab es eine Sicherheitslücke in TLS, die eine Veränderung am Protokoll nötig machte. Was hier zum Problem wird: Bei der Renegotiation kann der Server sein Zertifikat wechseln - und bisher prüften Browser in so einem Fall nicht, ob das neue Zertifikat auch für den entsprechenden Server gültig ist. Die Autoren schlagen allen Entwicklern von HTTPS-Clients vor, diese Prüfung nachzurüsten.

Der Chrome-Entwickler Adam Langley hat auf seinem Blog einen Test bereitgestellt, mit dem Anwender prüfen können, ob ihr Browser bereits eine entsprechende Zertifikatsprüfung durchführt. Langley hat in seinen Blogeintrag ein Bild eingebunden, das zunächst eine Verbindung mit einem korrekten Zertifikat aufbaut und dann per Renegotiation auf ein ungültiges Zertifikat wechselt. Ein Browser, der das Zertifikat bei jeder Renegotiation prüft, sollte das entsprechende Bild also nicht anzeigen. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung haben die Autoren des Angriffs verschiedene Browserhersteller kontaktiert und auf das Problem hingewiesen, in unseren Tests waren Chrome, Firefox und Opera bereits geschützt. Der Internet Explorer ist aktuell noch verwundbar.

Für die grundlegenden Probleme des TLS-Protokolls schlagen die Autoren eine Erweiterung vor, diese soll auf dem zurzeit stattfindenden Treffen der IETF am Dienstag vorgestellt und diskutiert werden.

Die Probleme wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts entdeckt, bei dem die Forscher versuchen, die Sicherheit von TLS unter bestimmten Annahmen zu beweisen. Beteiligt sind daran das französischen Forschungsinstitut Inria (Institut national de recherche en informatique et en automatique) und einige Mitarbeiter der Forschungsabteilung von Microsoft.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 34,99€

0xDEADC0DE 04. Mär 2014

Die würde gar nicht erst zustande kommen, da man selten vollen Einblick bei CS hat. Aus...

Smaxx 04. Mär 2014

Mein IE11 (Windows 8.1) zeigt es auch nicht an. Ruft man die Bild-URL direkt auf, gibt es...


Folgen Sie uns
       


Sony Xperia XZ3 - Hands on (Ifa 2018)

Das neue Xperia XZ3 von Sony kommt mit Oberklasse-Hardware und interessanten Funktionen, die dem Nutzer den Alltag erleichtern können. Außerdem hat das Gerät einen OLED-Bildschirm, eine Premiere bei einem Smartphone von Sony.

Sony Xperia XZ3 - Hands on (Ifa 2018) Video aufrufen
Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
    Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
    Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

    In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
    Ein Test von Tobias Költzsch

    1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
    2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

    Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
    Lenovo Thinkpad T480s im Test
    Das trotzdem beste Business-Notebook

    Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
    Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

    1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
    2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
    3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

      •  /