Abo
  • IT-Karriere:

TLS: Cookie Cutter und Virtual Host Confusion bedrohen HTTPS

Antoine Delignat-Lavaud präsentierte auf der Black Hat 2014 mehrere neue Sicherheitsprobleme in HTTPS, die zum Großteil auf bekannten Schwächen basieren. Es sind Ergebnisse eines Forschungsprojekts, das versucht, die Sicherheit von TLS mathematisch zu formalisieren.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Das miTLS-Projekt formalisiert die Sicherheit von TLS - und stößt dabei immer wieder auf Sicherheitslücken.
Das miTLS-Projekt formalisiert die Sicherheit von TLS - und stößt dabei immer wieder auf Sicherheitslücken. (Bild: Moyan Brenn/Golem.de/CC BY 2.0)

"The Beast wins again" betitelte Antoine Delignat-Lavaud seinen Vortrag auf der Black Hat - in Anspielung auf die BEAST-Attacke. Die BEAST-Attacke wurde 2011 entdeckt und läutete eine ganze Reihe von ähnlichen Angriffen ein, die Schwächen im TLS-Protokoll aufzeigten.

Inhalt:
  1. TLS: Cookie Cutter und Virtual Host Confusion bedrohen HTTPS
  2. Virtual Host Confusion

Ein Forschungsprojekt, an dem Delignat-Lavaud beteiligt ist, versucht seit einiger Zeit, diesen grundsätzlichen Problemen in TLS systematisch auf die Spur zu kommen. Das miTLS-Projekt, das von Microsoft-Mitarbeitern und dem französischen Forschungsinstitut Inria entwickelt wurde, hat dafür eine Implementierung von TLS erstellt und versucht, deren Sicherheitseigenschaften mathematisch zu beweisen. Ein erstes Ergebnis dieser Untersuchungen war der Triple-Handshake-Angriff, der im März veröffentlicht wurde. Auf der Black Hat präsentierte Delignat-Lavaud nun eine Reihe weiterer Probleme in TLS im Zusammenhang mit HTTPS-Webseiten.

Cookie Cutter durch gezielte Verbindungsabbrüche

Zunächst präsentierte Delignat-Lavaud den Cookie-Cutter-Angriff. Ein immer wiederkehrendes Problem von HTTPS-gesicherten Webanwendungen ist der Umgang mit Session-Cookies. Denn üblicherweise gelten dieselben Cookies für HTTP- und für HTTPS-Verbindungen. Auch wenn ein Sitzungscookie per HTTPS gesetzt wurde, kann es ein Angreifer mitlesen, falls es später unverschlüsselt per HTTP übertragen wird. Um dieses Problem zu beheben, kann man für Cookies ein Secure-Flag setzen - in dem Fall überträgt der Browser das Cookie nicht bei unverschlüsselten Verbindungen.

Das Problem dabei: Das Secure-Flag wird an ein Cookie hinten angehängt. Wenn sich nun ein solches Cookie über zwei TLS-Pakete verteilt, kann ein aktiver Angreifer die Übertragung des zweiten Pakets unterbinden. Das Ergebnis: Das Cookie kommt beim Nutzer an - aber ohne das Secure-Flag. Anschließend kann der Angreifer das Cookie abgreifen, falls eine einzige Verbindung zum selben Server über HTTP aufgebaut wird. Ein solcher Verbindungsaufbau kann ein Angreifer auch gezielt herbeiführen, wenn er das Opfer auf eine von ihm kontrollierte Webseite weiterleitet.

Stellenmarkt
  1. Stiegelmeyer GmbH & Co. KG, Herford
  2. BWI GmbH, Bonn

Webseiten, die nur über HTTPS erreichbar sind, setzen heutzutage häufig einen Header, der dem Browser signalisiert, dass HTTP-Verbindungen zu dieser Webseite nicht zulässig sind. Diese Funktion namens HTTP Strict Transport Security (HSTS) würde einen solchen Angriff in der Form unterbinden. Das Problem dabei: Auch HSTS ist anfällig für den Cookie-Cutter-Angriff. Wenn die Verbindung an der richtigen Stelle abgebrochen wird, ist der HSTS-Header nur für einige Sekunden gültig und somit quasi nutzlos.

Der Cookie-Cutter-Angriff baut auf bekannten Problemen auf, die Kollegen von Delignat-Lavaud zuvor auf der Black Hat 2013 präsentiert hatten. Die Grundidee für derartige Angriffe ist allerdings viel älter: Sie wurde von David Wagner bereits 1996 erörtert.

Die meisten Browserhersteller haben inzwischen Gegenmaßnahmen gegen derartige Angriffe implementiert. Sie akzeptieren unvollständige HTTP-Header und abgebrochene TLS-Verbindungen nicht mehr. Delignat-Lavaud sieht ein Grundproblem darin, dass Protokollparser häufig sehr tolerant darin sind, was sie als Eingabe akzeptieren. Dieses Grundprinzip ist sogar als "Robustness Principle" im IETF-Standard RFC 1122 festgehalten: "Be liberal in what you accept, and conservative in what you send." ("Sei liberal in dem, was du akzeptierst und konservativ in dem, was du sendest"). Laut Delignat-Lavaud müsse man sich von dieser Idee verabschieden und bei fehlerhaften oder unvollständigen Daten besser einen Fehler ausgeben.

Virtual Host Confusion 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,67€
  2. (-65%) 3,50€
  3. 4,99€
  4. 4,99€

hellmaster159 04. Sep 2014

C auch ;), Ok Javascript nicht da es eine dynamische Sprache ist. Hmm, Was ist Sicher...

TheUnichi 07. Aug 2014

Dann solltest du das kommentieren auf jeden Fall erst mal noch sein lassen und nur...


Folgen Sie uns
       


The Division 2 - Test

The Division 2 ist ein spektakuläres Spiel - und um einiges besser als der Vorgänger.

The Division 2 - Test Video aufrufen
Technologie: Warum Roboter in Japan so beliebt sind
Technologie
Warum Roboter in Japan so beliebt sind

Japaner produzieren nicht nur mehr Roboter als jede andere Nation, sie gehen auch selbstverständlicher mit ihnen um. Das liegt an der besonderen Geschichte und Religion des Inselstaats - und an Astro Boy.
Von Miroslav Stimac

  1. Heimautomatisierung Wäschefaltroboter-Hersteller Seven Dreamers ist insolvent
  2. Kreativität Roboterdame Ai-Da soll zeichnen und malen
  3. Automatisierung Roboterhotel entlässt Roboter

Raspi-Tastatur und -Maus im Test: Die Basteltastatur für Bastelrechner
Raspi-Tastatur und -Maus im Test
Die Basteltastatur für Bastelrechner

Für die Raspberry-Pi-Platinen gibt es eine offizielle Tastatur und Maus, passenderweise in Weiß und Rot. Im Test macht die Tastatur einen anständigen Eindruck, die Maus hingegen hat uns eher kaltgelassen. Das Keyboard ist zudem ein guter Ausgangspunkt für Bastelprojekte.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Bastelcomputer Offizielle Maus und Tastatur für den Raspberry Pi
  2. Kodi mit Raspberry Pi Pimp your Stereoanlage
  3. Betriebssystem Windows 10 on ARM kann auf Raspberry Pi 3 installiert werden

Jobporträt: Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht
Jobporträt
Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht

IT-Anwalt Christian Solmecke arbeitet an einer eigenen Jura-Software, die sogar automatisch auf Urheberrechtsabmahnungen antworten kann. Dass er sich damit seiner eigenen Arbeit beraubt, glaubt er nicht. Denn die KI des Programms braucht noch Betreuung.
Von Maja Hoock

  1. Struktrurwandel IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
  2. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"
  3. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet

    •  /