Abo
  • Services:

Tizen-Betriebssystem: "Könnte der schlechteste Code sein, den ich je gesehen habe"

Samsungs Tizen-Betriebssystem soll zahlreiche Sicherheitslücken haben und schlampig entwickelt worden sein. Ein Sicherheitsforscher kritisiert, dass der Smartphonehersteller gängige Absicherungen nicht verwende und so Speicherfehler und ungesicherte Verbindungen provoziere.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Smartphone mit Tizen
Ein Smartphone mit Tizen (Bild: Karlis Dambrans/CC-BY 2.0)

Ein Sicherheitsforscher hat zahlreiche Sicherheitslücken in Samsungs Tizen-Betriebssystems gefunden. Die Eigenentwicklung von Samsung läuft in Deutschland vor allem auf Smart-TVs und Wearables, Samsung hat aber auch einige Smartphones mit dem Betriebssystem im Angebot.

Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Sindelfingen
  2. Bundeskriminalamt, Wiesbaden

Derzeit gebe es rund 40 offene Schwachstellen: "Alles, was man falsch machen kann, ist auch falsch gemacht worden", sagte der Sicherheitsforscher Amihai Neiderman dem Portal Motherboard. "Es könnte der schlechteste Code sein, den ich jemals gesehen habe", sagte er weiter.

Der Sicherheitsforscher hat Samsung nach eigenen Angaben bereits vor einigen Monaten kontaktiert, aber nur eine automatische Antwort bekommen. Eine Anfrage von Motherboard wurde demnach ebenfalls nur mit einer Standardantwort beantwortet. Nach Veröffentlichung des Artikels habe Samsung sich gemeldet: Man werde im Rahmen des Smart-TV-Bug-Bounty-Programms mit dem Forscher zusammenarbeiten. Neiderman zufolge muss Samsung seinen Code komplett überarbeiten, um die Probleme beheben zu können.

Die Sicherheitslücken ermöglichen den Angaben von Neiderman zufolge jeweils die Ausführung von Code aus der Ferne. Ein Heap-Overflow in Samsungs eigenem Appstore soll es zum Beispiel ermöglichen, beliebige Software auf dem Gerät zu installieren. Die eigentlich vorgesehe Signaturprüfung wird dabei übergangen.

Laut Neidermann verwendet Samsung zahlreiche Codefragmente aus dem Tizen-Vorgänger Bada. Aktuell gängige Methoden zur Absicherung gegen Speicherfehler würden dabei nicht genutzt. Als Beispiel nennt Neidermann die Verwendung der Funktion Strcpy(), mit der Daten im Speicher repliziert werden können. Die Funktion prüft dabei allerdings nicht, ob am Zielort genügend freier Speicher vorhanden ist - und ist damit für einen Pufferüberlauf anfällig, der verschiedene Angriffe ermöglicht. Diese eigentlich wenig verwendete Funktion nutze Samsung sehr häufig.

Für die Übertragung wichtiger Daten werde zudem keine TLS-gesicherte Verbindung genutzt. "Es gibt eine Menge falscher Annahmen, wo Verschlüsselung notwendig ist und wo nicht", sagte der Forscher Motherboard. Angebliche Pläne von Samsung, Tizen künftig auf noch mehr Smartphones einzusetzen, sieht Neidermann daher kritisch: "Tizen wird Samsungs größtes Ding. Wir könnten Galaxys mit Tizen sehen. Das könnte bald passieren. Aber im Moment ist Tizen dafür nicht sicher genug."

Nachtrag vom 13. April 2017, 22:45 Uhr

Samsung hat uns folgende mitgeteilt: "Die angeblichen Sicherheitsschwachstellen bei Samsung Smart TVs, die auf einen bestimmten Tizen Open Source Code zurückzuführen sind, wurden vom Samsung Visual Display Business Security Team bereits genau analysiert. Wir können nun bestätigen, dass Samsung Smart TVs nicht von diesen vermeintlichen Sicherheitslücken betroffen sind. Wearables von Samsung sind ebenfalls nicht von der vermeintlichen Sicherheitslücke betroffen."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-80%) 6,99€
  2. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  3. 44,98€ + USK-18-Versand
  4. (-70%) 8,99€

FreiGeistler 06. Apr 2017

Falls ich bei dir nicht auf der Ignorieren-Liste bin (nennt sich selbstzensur), kannst...

david_rieger 06. Apr 2017

Ich widerspreche mir nicht. Google könnte mit seiner Marktmacht den Geräteherstellern...

DY 06. Apr 2017

Die grundsätzliche Frage: definiere "gutes". > Sollen Ja genau wie derzeit geleakt...

DarkWildcard 06. Apr 2017

Das ist kein Artikel zur Qualitätskontrolle, sondern zur Qualität nach dem Release...

altneu 05. Apr 2017

Ich hab da keine Ahnung, hätte aber gerne welche. Was wäre da als Library die erste...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Surface Go - Test

Das Surface Go mag zwar klein sein, darin steckt jedoch ein vollwertiger Windows-10-PC. Der kleinste Vertreter von Microsofts Produktreihe überzeigt als Tablet in Programmen und Spielen. Das Type Cover ist weniger gut.

Microsoft Surface Go - Test Video aufrufen
Gigabit: 5G-Planungen gehen völlig an den Nutzern vorbei
Gigabit
5G-Planungen gehen völlig an den Nutzern vorbei

Fast täglich hören wir Erklärungen aus der Telekommunikationsbranche, was 5G erfüllen müsse und warum sonst das Ende der Welt drohe. Wir haben die Konzerngruppen nach Interessenlage kartografiert.
Ein IMHO von Achim Sawall

  1. Fixed Wireless Access Nokia bringt mehrere 100 MBit/s mit LTE ins Festnetz
  2. Funklöcher Telekom bietet freiwillig hohe 5G-Netzabdeckung an
  3. 5G Telekom hat ihr Mobilfunknetz mit Glasfaser versorgt

Mate 20 Pro im Hands on: Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro
Mate 20 Pro im Hands on
Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro seine Dreifachkamera überarbeitet: Der monochrome Sensor ist einer Ultraweitwinkelkamera gewichen. Gleichzeitig bietet das Smartphone zahlreiche technische Extras wie einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und einen sehr leistungsfähigen Schnelllader.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Keine Spionagepanik Regierung wird chinesische 5G-Ausrüster nicht ausschließen
  2. Watch GT Huawei bringt Smartwatch ohne Wear OS auf den Markt
  3. Ascend 910/310 Huaweis AI-Chips sollen Google und Nvidia schlagen

Campusnetze: Das teure Versäumnis der Telekom
Campusnetze
Das teure Versäumnis der Telekom

Die Deutsche Telekom muss anderen Konzernen bei 5G-Campusnetzen entgegenkommen. Jahrzehntelang von Funklöchern auf dem Lande geplagt, wollen Siemens und die Automobilindustrie nun selbst Mobilfunknetze aufspannen. Auch der öffentliche Rundfunk will selbst 5G machen.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Stadtnetzbetreiber 5G-Netz kann auch aus der Box kommen
  2. Achim Berg "In Sachen Gigabit ist Deutschland ein großer weißer Fleck"
  3. Telefónica Bündelung von Bandbreiten aus 4G und 5G ist doch möglich

    •  /