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Tinder und OKCupid: Dating-Apps mit KI-Videochat machen Angst

Der Eigner von Tinder und OKCupid kauft eine Videochat-Lösung mit KI-Funktionen. Das ist eine der unheimlichsten Ideen seit langem.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Tinder könnte künftig auch auf KI-Technik setzen.
Tinder könnte künftig auch auf KI-Technik setzen. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Das Dating-Life der meisten Singles ist während der Pandemie, sofern sie sich an Kontaktbeschränkungen halten, wohl ziemlich überschaubar bis nicht existent. Da überrascht es eigentlich nicht, dass Tinder bereits einen Videochat bietet. Doch der Eigner von Tinder, OKCupid und vielen weiteren Dating-Apps, die Match Group, hat nun für rund 1,7 Milliarden US-Dollar eine Videochat-Lösung übernommen, die vor allem auf KI setzt. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen aber, dass das vor allem ein extrem großes Missbrauchspotenzial birgt.

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Dass die Möglichkeit, spontane Videochats mit mehr oder weniger unbekannten Menschen zu führen, nun wirklich keine besonders gute Idee ist, wissen wir alle spätestens seit Chatroulette. Was damals als Partyspaß und Kommunikationsplattform begann, wurde innerhalb kurzer Zeit zur Pimmel-Peep-Show für masturbierende Jugendliche und Erwachsene und der Hersteller konnte dem selbst durch Maßnahmen wie einer Bildanalyse und Nutzersperren nicht entgegenwirken. Das haben wir bereits im Sommer 2012 kommentiert.

Hinweise darauf, dass sich daran prinzipiell irgendwas geändert haben könnte, gibt es nicht. Das Feld der Belästigungen und die Möglichkeiten dafür im Netz sind seitdem eigentlich nur weiter gewachsen. Das zeigt sich etwa an dem Wort Dickpic, das mittlerweile Eingang in den deutschen Sprachgebrauch gefunden hat. Und selbst die Polizei gibt inzwischen Ratschläge für den Umgang damit, da es sich beim unaufgeforderten Versenden der Dickpics um sexuelle Belästigung und eine spezielle Straftat handelt. Auch das Problem von non-consensual Porn - also Aufnahmen, die ohne die Zustimmung der Betroffenen erstellt oder veröffentlicht werden - wird immer größer.

Offenbar hält all das Nutzer immer noch nicht davon ab, derartige Technik weiter zu verwenden, was menschlich durchaus nachvollziehbar ist. Doch das Negative wird nun auch noch durch hochmoderne KI-Systeme begünstigt, die selbst Probleme aufweisen. Denn die nun mit dem Unternehmen Hyperconnect durch die Match Group gekaufte App Azar verbindet Menschen auf Grund der eigenen Vorlieben und nutzt auch Gesichtserkennung. Für die Match Group mit ihren vielen Apps und auch das Ziel der Nutzer, passende Partner zu finden, ist das oberflächlich betrachtet sicher eine gute Idee.

KI ist auch keine Lösung

Aber im Falle einer sexuellen Belästigung ist es wohl nur ein schwacher Trost zu wissen, dass das Gegenüber ähnliche Interesse hatte und deshalb ausgewählt wurde. Darüber hinaus kann das System zum Zusammenführen der Menschen, ebenso wie bei klassischen Algorithmen früher schon, schlicht manipuliert werden. Denkbar sind hier falsche Fotos und ausgedachte Informationen im Profil. KI-Modelle auf Basis von maschinellem Lernen, die selbst die Ersteller im Detail nicht richtig verstehen können, machen all das nicht vertrauenswürdiger.

Die durch maschinelles Lernen gegebenen Möglichkeiten zur Analyse von Nutzerdaten wie etwa sexuelle Interessen, was bei den Dating-Apps nun mal üblich ist, könnte auch von den Nutzern nicht bewusst wahrgenommene Eigenheiten aufdecken. Schlimmer noch, vor allem mit Blick auf die massiven Fehler bei der Gesichtserkennung in den vergangenen Jahren, ist davon auszugehen, dass die Systeme dabei aber eben extrem falsche Schlüsse ziehen.

Im Zweifel landen die von KI-Modellen erstellten Profile und Analysen über den wortwörtlich intimsten Lebensbereich dann auch noch bei staatlichen Stellen oder Strafverfolgern inklusive all ihrer Fehler. In einer Welt, in der auch jetzt schon die Nutzung einer bestimmten Dating-App Probleme verursachen kann, falls dies bekanntwird, kann die Nutzung durch die Verwendung von KI eigentlich nur gefährlicher als besser werden. Rosige Zukunftsaussichten sind das nicht.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]

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Asterisk 12. Feb 2021 / Themenstart

Ich nehme an, Du musst Dich einloggen und - Du betrachtest mehrere Profile. - Du...

BlindSeer 12. Feb 2021 / Themenstart

ich musste ja auch schon sagen, dass ich mich irre und mein Kenntnisstand veraltet...

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