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Timnit Gebru: Streit um Ethik-Forscherin bei Google

Eine Forscherin für KI-Ethik wirft Google vor, wegen unbequemer Fragen entlassen worden zu sein. Der Konzern dementiert.
/ Sebastian Grüner
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Timnit Gebru auf einer Konferenz im Jahr 2018. (Bild: Kimberly White/Getty Images for TechCrunch)
Timnit Gebru auf einer Konferenz im Jahr 2018. Bild: Kimberly White/Getty Images for TechCrunch

Google hat die KI-Forscherin Timnit Gebru entlassen. Das teilte diese auf Twitter mit(öffnet im neuen Fenster) . Nach Angaben von Gebru folgte die Kündigung nach einer E-Mail, in der sie die Unternehmenskultur und -führung kritisiert hatte. Der Konzern dementierte die Vorgänge, wie etwa die Nachrichtenagentur Reuters berichtete(öffnet im neuen Fenster) .

Gebru arbeitete in Googles Team für Ethical Artificial Intelligence mit und erforschte dort unter anderem, wie Vorurteile der realen Welt in Machine-Learning-Modellen reproduziert werden. Bekannt ist die Forscherin etwa für ihre Mitwirkung an Studien(öffnet im neuen Fenster) , die zeigten, dass Gesichtserkennung bei schwarzen Frauen schlechter funktioniert als bei weißen Männern.

Gebru sei nach eigener Darstellung nach Streitigkeiten über eine neue Forschungsarbeit aus dem Unternehmen gedrängt worden, berichtete etwa NPR(öffnet im neuen Fenster) . Die Arbeit untersuche die Auswirkungen eines Machine-Learnings-Modells zur Texterzeugung und argumentiere, dass damit Hate Speech sowie abwertende und vorurteilsbehaftete Sprache aus dem Internet reproduziert werden könne.

Google habe Gebru dazu aufgefordert, die Arbeit zurückzuziehen und nicht öffentlich vorzustellen oder sämtliche Google-Autoren von der Arbeit zu entfernen. Eine interne E-Mail, in der Gebru ihren Frust über diese Vorgänge darlegt und Google scharf kritisiert, sei letztlich der Grund für die Kündigung gewesen.

Unterstützung von anderen Google-Angestellten

Google erklärte laut Reuters, Gebru habe die Arbeit dem Unternehmen nicht rechtzeitig zur Prüfung vorgelegt und ohne Wissen des Konzerns zu einer Konferenz eingereicht. Darüber hinaus habe die Forscherin selbst gekündigt.

In einem offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) solidarisierten sich inzwischen mehr als 400 Google-Angestellte mit Gebru. Sie fordern Aufklärung, warum die Forschungsarbeit zurückgezogen werden musste sowie eine öffentliche Erklärung dazu.


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