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Timesyncd: Systemd soll Googles Zeitserver nicht mehr verwenden

Ein Google-Entwickler bittet darum, dass Systemd die Zeitserver des Unternehmens nicht weiter standardmäßig verwendet. Systemd-Maintainer Poettering möchte dem aber vorerst nicht nachkommen, da dies nur Testzwecken diene und es keine wirklichen Alternativen gäbe.
/ Sebastian Grüner
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Die Weltzeituhr am Berliner Alexanderplatz (Bild: Flickr.com Abbilder - CC-BY 2.0)
Die Weltzeituhr am Berliner Alexanderplatz Bild: Flickr.com Abbilder - CC-BY 2.0

In einem Bugreport an Systemd(öffnet im neuen Fenster) schreibt der Google-Entwickler Perry Lorier, dass die Zeitserver des Unternehmens kein öffentlicher Dienst seien und zudem die übermittelte Uhrzeit nicht standardisiert sei. Beides könnte zu Problemen führen, weshalb Systemd nicht standardmäßig auf die Server zugreifen solle, so Lorier. Der Systemd-Projektleiter Lennart Poettering möchte dieser Bitte aber vorerst nicht nachkommen.

Das ist einerseits auf Google selbst zurückzuführen, das die Verwendung seines Dienstes nicht explizit verbiete, meint Poettering(öffnet im neuen Fenster) . Vielmehr werde lediglich darauf verwiesen, dass die Benutzung der Zeitserver keine gute Wahl für externe Nutzer sei. Zum Testen der Funktion des Systemd-Werkzeugs Timesyncd reiche das aber vollkommen aus, findet der Red-Hat-Angestellte.

Linux-Distributionen ändern die Option

Darüber hinaus sollte die Vorauswahl im Upstream-Code aber auch kaum nennenswerte Auswirkungen haben, immerhin nutzten fast alle Distributionen ihre eigenen NTP-Pools(öffnet im neuen Fenster) , auf die dann auch Timesyncd zugreife. Einen eigenen sogenannten Vendor-Pool für Systemd aufzusetzen, um dem Problem mit Google zu entgehen, lehnt Poettering aber ebenfalls ab.

Systemd sei schließlich kein Anbieter eines Produkts wie die Distributionen oder auch Hardwarehersteller. Demzufolge könne sich Systemd nicht um einem Vendor-Pool bemühen. Poettering zeigt sich aber anderen möglichen Lösungen des Problems gegenüber offen.

Poettering bringt eigene Lösungsvorschläge

So habe er einerseits kein Problem(öffnet im neuen Fenster) damit, das Configure-Skript mit einer auffälligen Warnung zu versehen, falls kein Standard-NTP-Server zum Zeitpunkt der Ausführung gesetzt worden ist. Wird diese Warnung ignoriert, sind die Betroffenen dann schlicht auf sich allein gestellt.

Andererseits werde sich der Maintainer aber auch nicht gegen einen Austausch des bisherigen Standards im Code stellen. Voraussetzung dafür sei aber eine Menge von Servern, die offen erreichbar seien, keine Registrierung als Anbieter oder Produkt erforderten und besser seien als die schlechten Server von Google. Wie erwähnt dürfe der NTP-Pool aber eben nicht genutzt werden.

Nachdem Poettering den Bugreport geschlossen hatte, ist dieser durch Ubuntu-Entwickler Martin Pitt wieder geöffnet worden. Letzterer ist an einem brauchbaren Kompromiss interessiert(öffnet im neuen Fenster) , wonach künftig einfach keine Zeitserver mehr voreingestellt sind. Dazu müsste Systemd seine Testinfrastruktur nur etwas anpassen. Ob die Entwickler dies umsetzen, ist aber noch nicht klar.


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