Times Newer Roman: Schriftart schummelt die Bachelorarbeit 15 Prozent länger
Times Newer Roman(öffnet im neuen Fenster) heißt eine Schriftart, die Texte mit identischer Zeichenzahl im Vergleich zur etablierten Schriftart Times New Roman länger werden lässt. Das soll Studenten oder anderen Autoren dabei helfen, Seitenzahlkriterien und die Schriftvorgabe einzuhalten – beispielsweise, wenn ihnen der Erzählstoff ausgeht. Die Verwendung der Schriftart soll laut dem Entwicklerteam MSCHF(öffnet im neuen Fenster) bei einer Schriftgröße von 12 Punkten und einer Anzahl von 15 Seiten 13 Prozent weniger Zeichen benötigen. Times Newer Roman ist ein Projekt der Open Software Foundation und kann unter der GNU General Public License genutzt werden.
Die Illusion erreicht die Schrift durch breitere, aber gleich hohe Buchstaben. Das Entwicklerteam spricht von etwa fünf Prozent Verbreiterung. Buchstaben wie n, u, v oder y wurden händisch skaliert. Außerdem sind alle Satzzeichen um etwa 15 Prozent größer. Die Leerzeichen zwischen ihnen skalieren proportional dazu. Die Serifenform und Linienführung bleiben gegenüber dem Original Times New Roman erhalten.
Das Projekt basiert auf der 1987 entwickelten Schriftart Nimbus Roman No.9 L, die das Schriftbild von Times New Roman imitiert. Die kleinen Änderungen sind laut dem Entwicklerteam "hoffentlich nicht bemerkbar von der Person, die die Arbeit korrigiert". Im direkten Vergleich scheint die Strichstärke einzelner Zeichen minimal dicker zu sein als beim Original. Bei entsprechend kleiner Schriftgröße ist das kaum merkbar.
Typische Bachelorarbeiten in Deutschland umfassen meist mindestens 20 Seiten. 13 Prozent weniger Wörter schreiben zu müssen, ist auf jeden Fall ein Vorteil. Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten erfordern zudem eine etablierte Schriftart wie Times New Roman oder Arial.
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