Die Omnicam filmt rundum

Die Omnicam-360 ist eine Panoramakamera, die 360-Grad-Videos in hoher Auflösung aufzeichnet. Mit dieser Kamera haben die Fraunhofer-Forscher etwa das Konzert der Berliner Philharmoniker zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2014 gefilmt.

  • Das Kino der Zukunft: das Timelab im Fraunhofer HHI in Berlin (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf die Panoramaleinwand passen die Berliner Philharmoniker. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Im Timelab lässt sich beispielsweise Lärmschutz simulieren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Vor allem ist es aber für Sport- und Kulturveranstaltungen gedacht. Hier singt der Berliner Rundfunkchor in der Neuen Nationalgalerie. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Leinwand ist 12 Meter breit, 3 Meter hoch und gekrümmt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • In die Decke eingelassen sind 14 HD-Projektoren. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Für die 2D-Darstellung werden 7, für die 3D-Darstellung alle 14 benötigt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Bilder für das Kino werden mit der Omnicam 360 gefilmt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Sie nimmt 360-Grad-Videos auf, wie hier auf der IAA 2015. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Kamera besteht aus zehn einzelnen Kameras, ... (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... die jeweils auf einen Spiegel gerichtet sind. Die Montage des Panoramas erfolgt in Echtzeit. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Die Bilder für das Kino werden mit der Omnicam 360 gefilmt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
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Die Kamera stand seitlich neben dem Orchester. Das Ergebnis: Direkt vor uns spielt ein Musiker das Englischhorn - er ist so groß wie der Zuschauer. Etwas links von ihm sitzen die Klarinettisten. Ihnen können wir über die Schulter auf die Partitur schauen. Rechts lassen die Cellisten ihre Bögen über die Saiten streichen. Wir können Sir Simon Rattle auf dem Dirigentenpult aus wenigen Metern Entfernung beobachten. So nah kommen ihm die echten Zuschauer im Saal, die am linken Rand der Leinwand zu sehen sind, nicht.

Zehn Kameras schauen nach oben

Die Omnicam ist ein Gestell mit zehn Kameras, die im Kreis angeordnet sind. Die Kameras sind austauschbar, die Fraunhofer-Forscher verwenden die Indie GS2K von Indiecam oder Sinacams, die auch für TV- und Filmproduktionen eingesetzt werden. Sie sind nicht wie üblich mit dem Objektiv nach vorne gerichtet, sondern nach oben, auch eine Anordnung von zehn Spiegeln.

Jede Kamera schaut in einen Spiegel, sie sind jeweils durch eine schmalen schwarzen Steg voneinander getrennt. Dieser Aufbau ermögliche parallaxenfreie Aufnahmen, sagt Weißig. Das bedeutet, Panoramen ohne Montagefehler. Einziger Nachteil: Die Kameras bilden zwar 360 Grad in der Horizontalen. Im Himmel gibt es aber ein Loch. Das lasse sich allerdings stopfen, sagt Weißig: Oben auf die Omnicam kann noch eine elfte Kamera montiert werden, die den Himmel aufnimmt.

Montiert wird in Echtzeit

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Ein Kabel verbindet die Omnicam mit einem Rack daneben. Darin steckt die Aufnahmetechnik: pro Kamera ein System, das die Bilder aufzeichnet, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, Display, Tastatur - und ein Rechner mit einer leistungsstarken Grafikkarte. Deren Prozessor übernimmt das Stitching - in Echtzeit während der Aufzeichnung bei einer Auflösung von 10.000 x 2.000 Pixeln. Die Stitching-Software haben die Fraunhofer-Forscher selbst entwickelt.

Das Panorama wird auch schon während der Aufzeichnung auf den Monitor ausgegeben: Bei einer Filmproduktion etwa können sich der Regisseur und der Kameramann in Echtzeit anschauen, was die Omnicam gerade aufnimmt. Das sei wichtig, um die Kameras vor der Aufnahme zu kalibrieren, damit Belichtung und Weißabgleich stimmen, sagt Weißig. Das gehe nur, wenn das Panorama als Ganzes ausgegeben werde. Erschiene jedes Kamerabild auf einem einzelnen Monitor, ließen sich Abweichungen nicht erkennen. Dann müsste das später in der Nachbearbeitung gemacht werden, was Einbußen bei der Qualität bedeute und deutlich mehr Zeit in Anspruch nähme als die Kalibrierung der Kamera, die etwa eine halbe Stunde dauere.

Das Material der Kamera ist nicht nur für die Simulation auf der riesigen Leinwand des Heinrich-Hertz-Instituts geeignet. Es erreicht Nutzer bereits jetzt über das Internet - und bald soll es auch aufs Smartphone oder Tablet kommen.

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 Fast wie im echten LebenJeder wird zum Bildregisseur 
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ThadMiller 09. Feb 2016

Was du nicht sagst, war auch ironisch gemeint von mir :) Es ist ja wohl auch logisch bei...

Bouncy 08. Feb 2016

Also der Vorwurf von Werbung ist ja Blödsinn^10, ständig dieser Quatsch mit Werbung, nur...

StefanGrossmann 08. Feb 2016

Ihr solltet Euch in die Mitte setzen :P

Luu 06. Feb 2016

Wollte mich einfach nur mal beim Autor / bei den Autoren bedanken. Ich fand den Artikel...

gs2 06. Feb 2016

Vor ein paar Tagen arbeitete ich mich durch ein Buch zum Thema "Kino spüren". Dort wurde...



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