Abo
  • Services:
Anzeige
W3C-Direktor Tim Berners-Lee
W3C-Direktor Tim Berners-Lee (Bild: Pascal Lauener/Reuters)

Tim Berners-Lee Warum man über DRM-Systeme für HTML diskutieren sollte

Seine Entscheidung, der HTML-Arbeitsgruppe des W3C das Thema DRM-Systeme für HTML zu übertragen, hat viel Kritik ausgelöst. Nun versucht W3C-Direktor Tim Berners-Lee zu beschwichtigen.

Anzeige

Niemand im W3C möge Kopierschutzsysteme, sagt W3C-Direktor Tim Berners-Lee und macht deutlich, dass sich das W3C weiterhin leidenschaftlich für ein offenes Web einsetzen wird. Dennoch hat Berners-Lee entschieden, dass sich die HTML-Arbeitsgruppe des W3C der Einführung der Encrypted Media Extension annehmen soll, die die Basis für die Einführung von DRM-Systemen im Web ist.

Er begründet seine Entscheidung mit den Designprinzipien von HTML. Darin heißt es: Im Zweifelsfall sei der Nutzer über Autoren über Implementatoren über die Entwickler der Spezifikationen über theoretische Reinheit zu stellen. Genau das habe man getan, nur gebe es eben Nutzer mit unterschiedlichen Vorlieben, so dass die in den HTML-Design-Prinzipien vorgegebene Rangfolge nicht hilft, wenn es darum geht, die konträren Wünsche unterschiedlicher Nutzer abzuwägen: Einige wollen Hollywood-Filme im Web schauen, andere mit dem Code experimentieren.

Die beste Lösung sei eine, die auf all diese Wünsche eingeht, und nach dieser werde noch gesucht, so Tim Berners-Lee. "Wenn wir diese nicht finden, suchen wir nach Lösungen, die diesen und anderen Wünschen von Nutzern, Autoren, Implementatoren und anderen im Ökosystem am wenigsten schaden."

In den Diskussionen rund um die Encrypted Media Extension (EME) habe er an einem Whiteboard die Argumente beider Seiten gesammelt. Es wurde eine lange Liste. Oft sei es darum gegangen abzuschätzen, wie die unterschiedlichen Betroffenen reagieren werden. Einen klaren Schluss könne man daraus nicht ziehen.

Letztendlich sei es nun an der HTML-Arbeitsgruppe, über das Thema zu diskutieren, denn das W3C selbst könne nicht diktieren, was Browserhersteller und Inhalteanbieter tun. Es helfe nicht, das Thema aus dieser Diskussion herauszunehmen, weil das niemanden davon abhalte, Browser um DRM-Systeme zu erweitern. Zudem argumentieren einige der Befürworter von EME, dass, wenn Videos mit einem Kopierschutz versehen werden müssen, es besser sei, es würde einen offenen und interoperablen Standard geben, der auch in Open-Source-Browsern umgesetzt und auf normalen Computern statt nur in speziellen Boxen verwendet werden kann.

Diese Argumente hätten ihn letztendlich dazu bewogen, den Auftrag der W3C-Arbeitsgruppe entsprechend zu erweitern, so dass über das Thema diskutiert werden kann. An dieser Diskussion kann sich jeder auf unterschiedlichen Wegen beteiligen, beispielsweise in der Restricted Media Community Group, auf der Mailingliste www-tag, in der HTML Working Group oder der Web Copyright Community Group.


eye home zur Startseite
guelinator 11. Okt 2013

Sogar seine Begründung horcht sich nach einer der ewig obskuren Begründungen der Content...

Egon E. 10. Okt 2013

Wenn das jeder so sehen bzw. einsehen würde, bräuchte man kein DRM. ;-) Die Realität...

lear 10. Okt 2013

"...der auch in Open-Source-Browsern umgesetzt und auf normalen Computern statt nur in...

Destroyer2442 10. Okt 2013

Das ist richtig, jeder soll seine Werke ruhig verschlüsseln wie er möchte, aber derjenige...

Spaghetticode 10. Okt 2013

Die DRM- und Kopierschutz-nutzenden Unternehmen sollen weniger Tantiemen erhalten, denn...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
  2. BWI GmbH, Nürnberg, München
  3. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg
  4. Bundeskriminalamt, Meckenheim bei Bonn


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. für 24,99€ statt 39,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Autonomes Fahren

    Singapur kündigt fahrerlose Busse an

  2. Coinhive

    Kryptominingskript in Chat-Widget entdeckt

  3. Monster Hunter World angespielt

    Die Nahrungskettensimulation

  4. Rechtsunsicherheit bei Cookies

    EU warnt vor Verzögerung von ePrivacy-Verordnung

  5. Schleswig-Holstein

    Bundesland hat bereits 32 Prozent echte Glasfaserabdeckung

  6. Tesla Semi

    Teslas Truck gibt es ab 150.000 US-Dollar

  7. Mobilfunk

    Netzqualität in der Bahn weiter nicht ausreichend

  8. Bake in Space

    Bloß keine Krümel auf der ISS

  9. Sicherheitslücke

    Fortinet vergisst, Admin-Passwort zu prüfen

  10. Angry Birds

    Rovio verbucht Quartalsverlust nach Börsenstart



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Doom-Brettspiel-Neuauflage im Test: Action am Wohnzimmertisch
Doom-Brettspiel-Neuauflage im Test
Action am Wohnzimmertisch
  1. Doom, Wolfenstein, Minecraft Nintendo kriegt große Namen
  2. Gamedesign Der letzte Lebenspunkt hält länger

Cubesats: Startup steuert riesigen Satellitenschwarm von Berlin aus
Cubesats
Startup steuert riesigen Satellitenschwarm von Berlin aus
  1. SAEx Internet-Seekabel für Südatlantikinsel St. Helena
  2. The Cabin Satelliten-Internet statt 1 Million Euro an die Telekom
  3. Sputnik Piep, piep, kleiner Satellit

Coffee Lake vs. Ryzen: Was CPU-Multitasking mit Spielen macht
Coffee Lake vs. Ryzen
Was CPU-Multitasking mit Spielen macht
  1. Custom Foundry Intel will 10-nm-Smartphone-SoCs ab 2018 produzieren
  2. ARM-Prozessoren Macom verkauft Applied Micro
  3. Apple A11 Bionic KI-Hardware ist so groß wie mehrere CPU-Kerne

  1. Re: Wer übernimmt die Kosten?

    Cyber | 03:10

  2. Re: Überleben durch Anzahlungen

    DAUVersteher | 02:51

  3. Re: 850 Fachverfahren

    Cok3.Zer0 | 02:31

  4. Re: Nicht jammern, sondern machen

    Cok3.Zer0 | 02:19

  5. Re: Wieder mit veraltetem Betriebssystem?

    Cok3.Zer0 | 02:07


  1. 17:56

  2. 15:50

  3. 15:32

  4. 14:52

  5. 14:43

  6. 12:50

  7. 12:35

  8. 12:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel