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Tiktok-Übernahme: Ein unmoralisches Angebot

Das Vorgehen Donald Trumps gegen chinesische App-Anbieter ist ein Wahlkampfmanöver. Kann Microsoft der Verlockung einer Tiktok-Übernahme widerstehen?

Eine Analyse von veröffentlicht am
US-Präsident Donald Trump dürfte sich über einen Verkauf von Tiktok an Microsoft sehr freuen.
US-Präsident Donald Trump dürfte sich über einen Verkauf von Tiktok an Microsoft sehr freuen. (Bild: Olivier Douliery/Abaca Press)

Ein chinesisches Unternehmen verkauft auf Druck der USA seine erfolgreiche App an eine US-Firma. Zuvor hat das US-Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) den chinesischen Besitz der App als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft. Was im Falle der Dating-App Grindr kaum jemanden interessiert hat, wird bei der Video-App Tiktok zum weltweiten Politikum. Was unterscheidet die beiden Fälle und was bedeutet das für IT-Branche in den USA, China und Europa?

Inhalt:
  1. Tiktok-Übernahme: Ein unmoralisches Angebot
  2. Keine Freigabe für Standortdaten bei Tiktok
  3. Vorgeschobene Datenschutzbedenken

Die Parallelen zwischen Grindr und Tiktok gehen noch weiter: Beide Apps wurden ursprünglich in den USA entwickelt und dann von chinesischen Firmen aufgekauft. Beijing Kunlun Tech plante nach der Übernahme sogar den Börsengang für Grindr. Doch dann musste die Dating-App für schwule, bisexuelle und transsexuelle Männer fast komplett verkauft werden: an die US-Holdinggesellschaft San Vicente Acquisition.

Tiktok-Nutzer ärgerten Trump

Auch Tiktok wurde unter dem Namen Musical.ly zunächst in den USA sehr populär und Ende 2017 von dem chinesischen Unternehmen Bytedance für angeblich 800 Millionen US-Dollar übernommen. Die Erfolgsgeschichte ging anschließend weiter: Tiktok ist die App mit der am schnellsten wachsenden Nutzerschaft der Welt. Medienberichten zufolge könnte der Kaufpreis mittlerweile bei 50 Milliarden US-Dollar liegen. Allein in den USA soll die bei Teenagern beliebte App 100 Millionen Nutzer haben. Tiktok-Nutzer sollen im Juni 2020 eine Massenveranstaltung mit Donald Trump getrollt haben, was den US-Präsidenten sicherlich stark verärgert haben dürfte.

Doch stellen die Apps tatsächlich eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA dar? Auch in Deutschland wird der Ausverkauf wichtiger Industrieunternehmen an chinesische Investoren zunehmend mit Sorge gesehen. Das bekannteste Beispiel ist die Übernahme des Roboterherstellers Kuka durch den chinesischen Hausgerätehersteller Midea. Politik und Industrie befürchten dabei unter anderem, wichtiges Know-how oder den Zugang zu den ursprünglich in Deutschland entwickelten Produkten zu verlieren. Sind Apps aber mit Industrierobotern vergleichbar?

Wie brisant sind die Tiktok-Daten?

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Im Falle von Grindr sind Bedenken der US-Behörden eher nachvollziehbar. Die personenbezogenen Daten einer Dating-App sind besonders schützenswert. Im April 2018 wurde berichtet, dass das Unternehmen Angaben zum HIV-Status seiner Mitglieder an zwei Partnerfirmen weitergegeben hat. Mit weiteren Daten des Nutzerprofils, etwa dem per Smartphone-App ermittelten GPS-Standort des Mitglieds sowie der E-Mail-Adresse, ließ sich so von den Unternehmen relativ einfach herausfinden, welche Angaben ein konkreter Nutzer von Grindr über seinen HIV-Status gemacht hatte.

Doch sind die bei Tiktok übertragenen Daten ebenfalls so brisant? "Mobile Apps wie Tiktok und Wechat, die Ihre persönlichen oder geschäftlichen Informationen sammeln und Ihre Bewegungen verfolgen, überwachen oder beobachten können, bringen Sie und Ihre Familie in das Fadenkreuz eines Orwellschen Regimes", sagte Peter Navarro, Handelsdirektor der US-Regierung, nach Angaben der New York Times. An die Eltern gerichtet stellte er die Frage: "Es ist 10 Uhr abends. Weiß die Kommunistische Partei Chinas, wo sich Ihre Kinder befinden?"

Weiß sie das wirklich?

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Keine Freigabe für Standortdaten bei Tiktok 
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SirSmackalot 21. Aug 2020

Ziemlich naiv. Schau doch bspw. mal nach was in Papua-Neuguinea passiert ist. Mit Hilfe...

jg (Golem.de) 14. Aug 2020

Leider kein Witz, nur ein Fehler, der jetzt korrigiert ist. Gruß, Juliane


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