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Tierschutz: Neue Windkrafttechnologie könnte Vogelsterben verringern

Immer wieder sterben Vögel bei Kollisionen mit Windrädern . In Norwegen wurde nun eine Technologie patentiert, die Zusammenstöße verhindern soll.
/ Patrick Klapetz
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Ein Vogel, der an einer Windkraftanlagen vorbeifliegt (Bild: Pixabay)
Ein Vogel, der an einer Windkraftanlagen vorbeifliegt Bild: Pixabay

Windkraftanlagen können eine Gefahrenzone für Vögel darstellen. Deswegen werden einige Anlagen bereits kurzfristig abgeschaltet, wenn Zugvögel vorbeifliegen oder die Anlage sich in einer Brutregion befindet. Eine neue Technologie aus Norwegen(öffnet im neuen Fenster) soll die Tiere jetzt schützen.

Diese ist für Windkraftanlagen konzipiert und wurde von dem norwegischen Forschungsinstitut Sintef vorgestellt. Das durch Windkraftanlagen hervorgerufene Vogelsterben könne damit um bis zu 80 Prozent gesenkt werden, heißt es.

Das Institut hat sich die Skarv-Technologie bereits patentieren lassen. Sobald sich Vögel nähern, soll sich die Geschwindigkeit der Rotorblätter senken. Mit Kameras und Vogelradarsystemen soll eine bevorstehende Kollision frühzeitig erkannt werden.

Vogelsterben kann nur teilweise verhindert werden

Besonders Kollisionen im Bereich des Rotorkopfs einer Anlage kann das System aber nicht frühzeitig erkennen. Außerdem gibt es Schwierigkeiten bei der Erkennung von Vögeln, die sich von der Seite nähern. Die Technologie ist also noch nicht voll ausgereift.

Der Hauptgrund dafür ist, dass sich die Flugbahnen der Vögel kaum vorhersagen lassen. Das betrifft nicht nur junge, unerfahrene Vögel, sondern auch, wenn sich mehrere Vögel nähern, kann das System nur schwer eine Vorhersage treffen.

Zwar kann das Skarv-System bewirken, dass in solchen Fällen die gesamte Turbine abgeschaltet wird. Bei einer Zehn-Megawatt-Turbine mit normaler Geschwindigkeit dauert das jedoch 15 bis 20 Sekunden.

Bisher wurde das System nur simuliert und noch nicht in der Praxis getestet. Bis zur kommerziellen Marktreife wird es den Angaben zufolge fünf Jahre dauern. Zunächst einmal muss die Technologie bei realen Bedingungen getestet werden.


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