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Ticwatch Pro 5 im Test: Smartwatch mit zwei Displays hält lange durch

Mobvois neue Smartwatch überzeugt mit einer guten Akkulaufzeit und einem cleveren Always-On-Display, das wie eine Digitaluhr Flüssigkristalle verwendet.
/ Tobias Költzsch
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Die Ticwatch Pro 5 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Die Ticwatch Pro 5 Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Mobvois neue Ticwatch Pro 5 verspricht einiges: eine lange Akkulaufzeit von bis zu 80 Stunden, eine einfache Bedienung dank drehbarer Krone, eine hohe Leistungsfähigkeit dank Qualcomms Snapdragon W5+ Gen1, zahlreiche Möglichkeiten für Sporttracking und eine zusätzliche Flüssigkristallanzeige, die Energie spart. Das gesamte Paket ist mit 360 Euro nicht gerade günstig - Golem.de hat im Test überprüft, ob sich die Smartwatch lohnt.

Vom Design her ist die rund 48 mm breite Ticwatch Pro 5 unauffällig, aber durchaus schick. Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass die Lünette drehbar ist: Sie ist mit einem geriffelten Muster versehen, lässt sich aber nicht drehen. Die Steuerung der Smartwatch erfolgt über das 1,43 Zoll große, mit 466 x 466 Pixeln hochauflösende OLED-Display und die drehbare Krone. Die Uhr wiegt unter 50 Gramm.

Die neue Ticwatch ist das erste Modell von Mobvoi, das über eine Krone verfügt, mit der die Uhr auch gesteuert werden kann. Zahlreiche andere Hersteller zeigen seit Jahren, dass das eine praktische Funktion ist - so auch bei der Ticwatch Pro 5. Scrolling finden wir wesentlich angenehmer, wenn wir dazu nicht mit unserem Finger auf das Display patschen müssen.

Wear OS 3.5 mit übersichtlicher Oberfläche

Neben der Krone hat die Ticwatch Pro 5 noch einen Button, mit dem unter anderem die Übersicht der zuletzt verwendeten Apps aufgerufen werden kann. Ein Druck auf die Krone zeigt die installierten Apps. Der Aufbau des Betriebssystems dürfte für all diejenigen, die bereits eine Wear-OS-Smartwatch verwendet haben, vertraut sein - auf der Uhr läuft unverbasteltes Wear OS 3.5.

Zusammen mit Qualcomms aktuell leistungsfähigstem Wearable-SoC Snapdragon W5+ Gen1 ergibt das ein sehr flüssig laufendes Betriebssystem. Egal, welche App wir verwenden, die Uhr reagiert immer schnell und zuverlässig. Auch wenn im Hintergrund beispielsweise eine Sportaufzeichnung läuft, können wir andere Apps ohne Wartezeiten verwenden.

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Verbunden haben wir die Ticwatch Pro 5 nicht über Googles Wear-OS-App, sondern, der Anleitung folgend, über Mobvoi Health. Die bisherige Mobvoi-App benötigen wir nicht: Über die Health-App können wir sowohl unsere Uhr konfigurieren als auch unsere Körpermessdaten anzeigen lassen. Die Verbindung zwischen der Uhr und einem Pixel 7 Pro war im Test stabil, alle Benachrichtigungen, die ankommen sollten, kamen auch an. Die Übertragung der von der Uhr erfassten Körperdaten verlief ebenso reibungslos.

Die Ticwatch Pro 5 kann eine Vielzahl von sportlichen Aktivitäten erfassen und aufzeichnen. Ein Training können wir über eine auf der Uhr installierte App mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen Ticübung aufzeichnen. Während des Trainings misst die Uhr unseren Herzschlag, den Blutsauerstoff, die Schritte und - bei Aktivitäten mit Bewegung draußen - auch die Strecke. Das funktioniert in unseren Tests alles problemlos.

Flüssigkristall-Display mit zahlreichen Optionen

Die Ticwatch Pro 5 hat wie ihr Vorgängermodell nicht nur ein OLED-Display, sondern auch ein zusätzliches Flüssigkristalldisplay. Dieses sogenannte ULP-Display (Ultra Low Power) benötigt wesentlich weniger Energie, was zur langen Akkulaufzeit der Smartwatch beiträgt. Das ULP-Display ist als Always-On-Bildschirm voreingestellt; alternativ lässt sich auch das OLED-Display dafür verwenden, dann sinkt allerdings die Akkulaufzeit.

Das ULP-Display ist oberhalb des OLED-Bildschirms verbaut und nicht sichtbar, wenn es deaktiviert ist. Die Schichtkonstruktion bewirkt, dass das OLED-Display tiefer unter dem Deckglas liegt als bei modernen Panels üblich. Leider handelt es sich bei der Flüssigkristallschicht nicht um ein reflektierendes Display. Die schwarzen Ziffern befinden sich auf dunkelgrauem Hintergrund, was dazu führt, dass wir das Display auch im Freien am besten mit Hintergrundbeleuchtung erkennen können.

Die Beleuchtung können wir in verschiedenen Farben einstellen, sie wird je nach Umgebungslicht automatisch gedimmt. Das ULP-Display kann nicht nur die Zeit anzeigen, sondern auch zahlreiche smarte Funktionen, für deren Nutzung wir bei anderen Smartwatches die Uhr aktivieren müssen. So können wir mit dem Dreh an der Krone im Always-On-Zustand verschiedene Tiles aufrufen.

Über diese können wir beispielsweise unsere Pulsrate einsehen oder auch den Blutsauerstoffgehalt, oder einen Kompass - ohne den Standby-Zustand der Uhr zu verlassen. Die Anzeigen können auch bei der Sportaufzeichnung verwendet werden. Erhalten wir eine Benachrichtigung auf die Uhr und schauen auf das Display, wechselt die Ticwatch automatisch auf den OLED-Bildschirm und zeigt die Nachricht an. Ansonsten müssen wir das Display antippen oder einen der Buttons drücken, um das ULP-Display zu verlassen.

Fitnesszone kann über die Hintergrundbeleuchtung angezeigt werden

Beim Fitnesstracking hat die Ticwatch Pro 5 noch einen weiteren Partytrick auf Lager: In den Einstellungen können wir eine variable Hintergrundbeleuchtung aktivieren. Sie zeigt uns in unterschiedlichen Hintergrundfarben des ULP-Displays an, in welcher Fitnesszone wir uns gerade befinden. So können Sportler mit einem kurzen Blick erfahren, ob sie sich etwas mehr anstrengen oder es lieber etwas langsamer angehen lassen sollten.

Das ULP-Display lässt sich unabhängig von jedweden Akkuschonmodi verwenden. Aktivieren wir allerdings den sogenannten wesentlichen Modus, etwas schief übersetzt vom englischen Essential Mode, wird der smarte Teil der Ticwatch Pro 5 abgeschaltet und nur noch das ULP-Display angezeigt. Wir können weiterhin die Zeit ablesen und die Tiles verwenden - einfach nur eine Digitaluhr ohne weitere Funktionen ist die Uhr also auch im Superakkusparmodus nicht.

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Der wesentliche Modus kann auch automatisiert eingeschaltet werden, etwa am Abend. Die Akkulaufzeit verlängert sich Mobvoi zufolge bei ausschließlicher Nutzung des wesentlichen Modus auf bis zu 45 Tage.

Akkulaufzeit von mehr als zwei Tagen

Beim Schlafen schaltet die Ticwatch automatisch in den Ruhemodus, um den Akku zu schonen. Im Alltag hält die Ticwatch Pro 5 bei uns deutlich über 50 Stunden lang durch - auch bei häufigerer Nutzung, dauerhaft aktivierter Blutsauerstoff- und Pulsüberwachung und Schlafaufzeichnung während der Nacht. Wird die Uhr häufig für Sport verwendet und dabei womöglich noch die GPS-Aufzeichnung aktiviert, könnte die Laufzeit kürzer sein.

Geladen wird die Smartwatch über einen magnetischen Dongle mit Pogo-Pins. Eine drahtlose Ladeoption hat Mobvoi nicht verbaut, was wir angesichts des Preises der Uhr unschön finden. Dafür lädt die Uhr sehr schnell auf - in 30 Minuten kommen wir von 0 auf über 60 Prozent Ladestand.

Ticwatch Pro 5: Verfügbarkeit und Fazit

Die Ticwatch(öffnet im neuen Fenster) kostet im Onlineshop von Mobvoi 360 Euro und ist nur in Schwarz erhältlich. Die Smartwatch wird mit einem schwarzen Silikonarmband ausgeliefert, alternativ sind Armbänder in Orange, Grün und Blau für jeweils 17 Euro erhältlich. Kompatibel ist die Uhr nur mit Android-Geräten.

Fazit

Die Ticwatch Pro 5 ist eine leistungsfähige Wear-OS-Smartwatch mit guter Akkulaufzeit, einem angenehmen Design und einem cleveren Flüssigkristalldisplay. Dieser ULP-Bildschirm ist mit ein Grund für die lange Laufzeit - im Alltag empfinden wir die einfache Ansicht aber nicht als Bürde.

Das liegt auch an den Tiles, die uns vor allem Health-Funktionen verwenden lassen, ohne dass wir den OLED-Bildschirm der Uhr aktivieren müssen. Schade ist, dass Mobvoi kein reflektierendes ULP-Display verbauen konnte - das war aber vielleicht aufgrund der notwendigen Transparenz nicht möglich.

Die Verbindung mit unserem Android-Smartphone funktioniert reibungslos, sowohl was die Übertragung der Daten von der Uhr betrifft als auch die Nachrichtenübermittlung seitens des Smartphones. Die Benutzeroberfläche der Ticwatch selbst ist übersichtlich, da Wear OS, und läuft flüssig.

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Die Ticwatch Pro 5 hat neben vielen Vorteilen auch einige Punkte, die uns nicht so gut gefallen. So ist die Übersetzung sowohl auf der Uhr als auch in der Mobvoi-Health-App mitunter etwas holprig. In der App können wir die Watchfaces ändern - recht prominent werden uns dabei neue Ziffernblätter angezeigt, die Geld kosten. Das finden wir unschön.

Gegenüber der Konkurrenz hat die Ticwatch einen Vorteil bei der Akkulaufzeit und zudem das praktische ULP-Display. Die Galaxy Watch 5 Pro kostet aktuell mit 300 Euro aber bereits 60 Euro weniger als die Ticwatch Pro 5. Gegen diesen Preis und Samsungs Markennamen wird es die Ticwatch Pro 5 möglicherweise schwer haben - obwohl es sich um eine sehr gute Smartwatch handelt.


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