Ticketbleed: F5-Firewall hat ein blutendes Herz

Wie Heartbleed, nur in klein und nur bei Produkten von F5: Die Ticketbleed-Schwachstelle ermöglicht einem Angreifer, SSL-Session-IDs auszulesen. Es gibt einen Patch und einen einfachen Workaround.

Artikel veröffentlicht am ,
Big-IP-Geräte von F5 waren von der Ticketbleed-Lücke betroffen.
Big-IP-Geräte von F5 waren von der Ticketbleed-Lücke betroffen. (Bild: Servershop24/F5)

Enterprise-Firewalls des Herstellers F5 haben eine Sicherheitslücke, die an Heartbleed erinnert. Unter bestimmten Bedingungen gibt die Firewall private Informationen frei. Gefunden hat die Sicherheitslücke Filippo Valsorda, während er eine Fehlermeldung eines Cloudflare-Kunden bearbeitete. Es wurde die CVE-2016-9244 vergeben.

Stellenmarkt
  1. Professur (W2) für "Digitale Gesundheitsanwendungen und Medical Apps"
    Fachhochschule Dortmund, Dortmund
  2. Field Support Engineer L3 (m/w/d)
    NTT Germany AG & Co. KG, München, Teltow
Detailsuche

Das Problem tritt auf, wenn virtuelle Maschinen auf der Firewall laufen und die standardmäßig nicht aktive SSL-Ticket-Option aktiviert wurde. F5 schreibt dazu in einem Security Advisory: "Ein Angreifer könnte diese Schwachstelle aus der Ferne ausnutzen, um Secure Sockets Layer (SSL) Session-IDs von anderen Sitzungen auszulesen. Es ist möglich, dass andere Daten aus nicht initialisierten Speicherbereichen ebenfalls zurückgegeben werden können." Wer den bereitstehenden Patch nicht sofort einspielen kann, sollte die Session-Ticket-Funktion vorübergehend deaktivieren.

Nach der Analyse fand Valsorda, dass der Server nach Angabe einer Session-ID immer 32 Byte an Speicher zurückspielt, auch, wenn die Session-ID kürzer war. Ein Angreifer hätte im Extremfall also eine 1 Byte lange Session-ID schicken können und im Gegenzug 31 Byte an uninitialisiertem Speicher bekommen.

Cloudflares Railgun brachte den Fehler zum Vorschein

Entdeckt wurde die Schwachstelle nach der Fehlermeldung eines Cloudflare-Kunden, der das Cloudflare-Produkt Railgun nutzte. Railgun wird genutzt, um die Verbindungsgeschwindigkeit zwischen dem Ausgangsserver und dem Cloudflare-Datencenter zu verbessern. Beide Software-Endpunkte sind in Go geschrieben und verwenden daher den Go/TLS-Stack. Eine Fehlermeldung des Kunden war auf die zwischengeschaltete F5-Big-IP-Firewall zurückzuführen.

Golem Akademie
  1. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, Virtuell
  2. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    13.–17. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Ein Implementierungsproblem verwirrte offenbar die Session-Ticket-Funktion in der verwendeten TLS-Version 1.2. Session-Tickets werden verwendet, um verschlüsseltes Schlüsselmaterial aus einer früheren Verbindung an den Server zu senden, damit dieser die Verbindung sofort wiederaufnehmen kann, ohne eine neue Sitzung mit dem Client auszuhandeln.

Nach Angaben von Valsorda ist nicht ganz klar, welche Daten möglicherweise von einem Leak betroffen sein könnten. Bei der Herausgabe von nicht initialisiertem Speicher sollten aber keine Schlussfolgerungen getroffen werden, sondern das Sicherheitsproblem sollte schnellstmöglich behoben werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bald exklusiv bei Disney+
Serien verschwinden aus Abos von Netflix und Prime Video

Acht Serienklassiker gibt es bald nur noch exklusiv bei Disney+ im Abo. Dazu gehören Futurama, Family Guy und 24.
Von Ingo Pakalski

Bald exklusiv bei Disney+: Serien verschwinden aus Abos von Netflix und Prime Video
Artikel
  1. Chorus im Test: Action im All plus galaktische Grafik
    Chorus im Test
    Action im All plus galaktische Grafik

    Schicke Grafik und ein sprechendes Raumschiff: Chorus von Deep Silver entpuppt sich beim Test als düsteres und spannendes Weltraumspiel.
    Von Peter Steinlechner

  2. Mobilfunkexperte: Afghanischer Ex-Minister hat nach Lieferando einen neuen Job
    Mobilfunkexperte
    Afghanischer Ex-Minister hat nach Lieferando einen neuen Job

    Der frühere afghanische Kommunikationsminister Syed Sadaat arbeitet nicht mehr bei Lieferando in Leipzig. Nun wird er Partner bei einem Maskenhersteller.

  3. Edge-Browser: Microsoft will Installation von Chrome verhindern
    Edge-Browser
    Microsoft will Installation von Chrome verhindern

    Microsoft intensiviert sein Vorgehen gegen andere Browser: Vor der Installation von Chrome wird Edge übertrieben gelobt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Advent: Toshiba Canvio 6TB 88€ • KFA2 Geforce RTX 3070 OC 8GB 1.019€ • Netgear günstiger (u. a. 5-Port-Switch 16,89€) • Norton 360 Deluxe 2022 18,99€ • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G3 27" FHD 144Hz 219€) • Spiele günstiger (u. a. Hades PS5 15,99€) [Werbung]
    •  /