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Tibet: Heliumballon baut Stromtrassen im Hochgebirge

In besonders unwegsamem Gelände soll die Technik helfen, Ressourcen wie Wasserkraft besser zu erschließen. Ihr sind aber enge Grenzen gesetzt.
/ Mario Petzold
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Der kleine Ballon kann bis zu 2 Tonnen Last anheben. (Bild: Yahoo News/Screenshot: Golem)
Der kleine Ballon kann bis zu 2 Tonnen Last anheben. Bild: Yahoo News/Screenshot: Golem

Ein Video des staatlichen chinesischen Netzbetreibers State Grid Corporation, das unter anderem von Yahoo News(öffnet im neuen Fenster) aufgegriffen worden ist, zeigt einen mit Helium gefüllten Ballon, der bei Bauarbeiten am Stromnetz im Hochland von Tibet unterstützt. In der kaum besiedelten Region gibt es nur wenige Straßen.

Entsprechend schwierig gestaltet es sich, Strommasten und Überspannungsleitungen zu verlegen. Der Einsatz von schwerem Gerät ist kaum möglich, während die Distanzen, die überbrückt werden müssen, in dem über 2 Millionen Quadratkilometer großen, aber von nur 20 Millionen Menschen besiedelten Gebiet weit sind.

Mit Helium gefüllte Ballons zum Transport von Last helfen trotz der dünnen Höhenluft mit teils nur der Hälfte des Normaldrucks, die enormen Höhenunterschiede zu überwinden. Die Traglast ist mit etwas weniger als 2 Tonnen zwar begrenzt, genügt laut des Videos jedoch, um einzelne Träger für Masten in die gewünschte Stelle zu transportieren.

Ressource Wasserkraft abschöpfen

Es dürfte bei der Erschließung des Hochlands von Tibet, dessen Status innerhalb Chinas international noch immer umstritten ist, weniger um den Stromtransport in die Region gehen. Stattdessen verfügt die Region über ein extrem hohes Potenzial an Wasserkraft.

Seit Jahrzehnten befindet sich ein Megastaudammprojekt in Planung, das einen erheblichen Anteil an Chinas Energieversorgung übernehmen könnte. Auch das benachbarte Nepal produziert und exportiert große Mengen Strom aus Wasserkraft.

Wo die Grenzen der Technik mit dem Heliumballon liegen zeigt sich daran, was in dem Video nicht zu sehen ist: schlechtes Wetter. Sobald Wind aufkommt, dürfte der Ballon komplett unbrauchbar sein. Daran wird auch das verwendete Führungskabel nichts ändern.

In den kurzen Zeitfenstern mit schönem Wetter im Hochgebirge kann der Heliumballon dagegen die Arbeiten durchaus beschleunigen. Noch handelt es sich zwar um einen ersten Test, allerdings könnte sich die Anzahl der Ballons schnell erhöhen, sofern sich die Technik bewährt. Denn genutzt wird sie von State Grid, einem der umsatzstärksten Unternehmen der Welt mit über 1 Million Beschäftigten.


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