Tianwen-3: China will erste Marsproben zur Erde bringen
Auf dem Tiandu-Forum 2026, der internationalen Konferenz zur Erforschung des Weltraums, sind neue Details zur chinesischen Marsmission Tianwen-3(öffnet im neuen Fenster) preisgegeben worden. Bekannt war bereits, dass es sich um eine Mars-Sample-Return-Mission handelt, also ein Projekt zum Einsammeln von Marsbodenproben und deren Rückführung zur Erde.
Die Mission befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase und soll im Jahr 2028 mit zwei chinesischen Raketen des Typs Langer-Marsch-5 starten. Die Oberflächenoperationen sollen im Jahr 2030 erfolgen, bei denen bis zu 500 Gramm an Marsgestein und -staub eingesammelt werden soll. Die Rückkehr des Probenbehälters an die Erde ist für 2031 geplant.
Das Bodenmaterial soll rund um den Landeplatz der Landefähre eingesammelt werden. Dabei soll auch ein Bohrer zum Einsatz kommen, der bis zu zwei Meter tief bohren kann. Weitere Proben könnten von kleinen, möglicherweise mehreren hundert Drohnen eingesammelt werden. Die genaue Missionsarchitektur muss jedoch noch offiziell vorgestellt werden.
Die erste Mars-Sample-Return-Mission zur Erde
Dennoch wären es die ersten Marsproben, die die Erde erreichen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte ihre Pläne für eine Mars-Sample-Return-Mission nach der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump vorerst eingestellt. Der Marsrover Perseverance sammelt jedoch weiterhin Boden- und Gesteinsproben ein.
Die chinesische Mission befindet sich seit März 2026 in ihrer Prototypenphase(öffnet im neuen Fenster), um das Design der Probenentnahme- und -speichersysteme auf der Oberfläche zu etablieren. Dabei soll ebenfalls herausgefunden werden, wie man am besten vom Mars startet und wie man gelagerte Proben in die Umlaufbahn des roten Planeten überführt. Die Prototypenphase etablierte auch Systeme für die Lander-Aufstiegs-Fahrzeugkombination und die Raumsonde für die Probenrückführung zur Erde.
Landeplatz und Schutz vor Kontaminierung
Ein genauer Landeplatz wird noch evaluiert. Dazu sollen auch die Oberflächenaufnahmen der chinesischen Marsraumsonde Tianwen-1 genutzt werden, die seit Februar 2021 gesammelt werden. Diese Informationen werden bereits verwendet, um eine geologische Karte des Mars im Maßstab 1:5.000.000 zu erstellen, die irgendwann im Jahr 2028 erstellt werden soll. Der bevorzugte Landeplatz soll sich in einer Region befinden, die in ihrer Vergangenheit Wasseraktivitäten aufweist.
"Im Laufe der Zeit ist der Mars in ein fortgeschrittenes Stadium der Evolution eingetreten: Sein globales Magnetfeld ist verschwunden, seine Atmosphäre hat sich ausgedünnt und es ist trocken und kalt geworden", teilte Tianwen-3-Chefwissenschaftler Hou Zengqian dem chinesischen Nachrichtendienst Xinhua mit(öffnet im neuen Fenster). "Die Frage, wie sich die Bewohnbarkeit des Mars im Laufe der Zeit entwickelt hat und ob das Leben dort hätte existieren können, bleibt eines der zentralsten und modernsten Themen in der Planetenforschung."
Ein wichtiger Teil der Suche nach Leben in den Proben wird sein, sie von der Kontamination irdischer Biosignaturen zu befreien. Ein entsprechendes Labor entsteht dafür gerade in Hefei in der chinesischen Provinz Anhui im Südosten des Landes. Es soll laut dem Chefwissenschaftler(öffnet im neuen Fenster) das weltweit erste Labor zum Planetenschutz sein und mit einem Zwei-Wege-Schutzmechanismus versehen werden. Dieser soll verhindern, dass "erdbasierte Mikroorganismen den Mars kontaminieren und gleichzeitig sicherstellen, dass zurückgegebene Proben sicher isoliert und vor Schäden an der Erde geschützt werden, während gleichzeitig das Risiko minimiert wird, Marsproben mit irdischen Organismen oder Materialien zu kontaminieren".
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