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Tiangong & Shenzhou-20: Chinas Astronauten nach Weltraumvorfall wieder auf der Erde

Die Taikonauten der Shenzou-20-Mission sind nach einem Raumkapsel-Defekt zurück – bei guter Gesundheit und mit zwei Rekorden im Gepäck.
/ Patrick Klapetz
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Taikonaut Chen Dong, Kommandant der Shenzhou-20-Besatzung, verlässt die Rückkehrkapsel des Raumschiffs Shenzhou-21. (Bild: Wang Jiangbo/Xinhua)
Taikonaut Chen Dong, Kommandant der Shenzhou-20-Besatzung, verlässt die Rückkehrkapsel des Raumschiffs Shenzhou-21. Bild: Wang Jiangbo/Xinhua

Neun Tage später als geplant ist die Besatzung am 14. November 2025 im angepeilten Landegebiet in der nordchinesischen Inneren Mongolei gelandet(öffnet im neuen Fenster) . Grund für die Verzögerung war, dass die Raumkapsel, mit der die drei Astronauten ursprünglich von der chinesischen Raumstation Tiangong zurückkommen sollten, beschädigt war.

Die chinesische Behörde für bemannte Raumfahrt (CMSA) teilte inzwischen mit, dass kleine Risse im Fensterglas der Shenzhou-20-Raumkapsel bemerkt worden seien, die "sehr wahrscheinlich" durch einen äußeren Aufprall von Weltraumschrott verursacht wurden. Für die Untersuchung hatte China die Heimreise der drei Männer deshalb zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wann genau sich der Vorfall ereignete, teilte die Behörde nicht mit. Man behalte die Raumkapsel für weitere Tests in der Umlaufbahn. Zunächst seien Prüfungen und Simulationen am Boden sowie Übungen im Landegebiet gemacht worden. Schließlich entschied man sich, die gestrandete Besatzung mit der Raumkapsel der Shenzhou-21-Mission zurückzuholen. Damit hat die verbleibende Besatzung vorerst keine Möglichkeit auf eine Rückkehr.

Die Raumstation selbst wurde bei dem Vorfall den Angaben nach nicht beschädigt, sie sei in normalem Zustand(öffnet im neuen Fenster) und beherberge nach der Rückkehr der dreiköpfigen Crew zwei weitere Astronauten. Zu einem passenden Zeitpunkt wolle China für ihre Rückkehr das Raumschiff Shenzhou-22 zur Raumstation schicken, teilten die Beamten mit(öffnet im neuen Fenster) .

China hält eine Long-March-2F-Rakete und ein Shenzhou-Raumschiff im Jiuquan Satellite Launch Center "in einem Zustand der fast vollständigen Einsatzbereitschaft" , wie es die Politik bei bemannten Missionen vorsieht(öffnet im neuen Fenster) .

Zwei Rekorde für den Kommandanten

Für die chinesischen Raumfahrtbehörden war dieser Vorfall neu. Erstmals seit Beginn des astronautischen Raumfahrtprogramms der Chinesen im Jahr 2003 mussten sie ihre Raumfahrtpläne ändern, während sich die Astronauten im Weltall befanden. Der Vorfall zeigte, wie man in China mit außerplanmäßigen Zwischenfällen im All umgeht und über welche Notfallpläne die Volksrepublik verfügt.

Die Besatzung der Shenzhou-20 – bestehend aus Chen Dong, Chen Zhongrui und Wang Jie – hatte 204 Tage im Orbit verbracht. Laut der CMSA sind alle bei guter Gesundheit. Mit dem verlängerten Aufenthalt im All hat Kommandant Chen Dong zwei neue Weltraumrekorde aufgestellt: Als erster Chinese war er mehr als 400 Tage im Orbit und absolvierte mit sechs Außenbordarbeiten die meisten chinesischen Außenbordarbeiten.


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