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Staatliche und private Raumstationen im erdnahen Orbit

Ursprünglich war die Lebensdauer von Tiangong auf zehn Jahre ausgelegt. Mittlerweile soll sie fünfzehn Jahre oder länger betragen. Damit soll sie bis Mitte der 2030er-Jahre in Betrieb bleiben, was über die Lebensdauer der ISS hinausgeht. Diese soll Anfang 2031 kontrolliert in der Erdatmosphäre verglühen – auch wenn die US-Amerikaner bereits mit einer Verlängerung der Laufzeit liebäugeln.

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Denn der Zeitplan für die Errichtung von kommerziellen Raumstationen ist eng und die amerikanische Präsenz im Weltall sollte nicht unterbrochen werden. Die Strategie der Nasa besteht darin, mit der kommerziellen Industrie zusammenzuarbeiten, um eine kleinere Raumstation zu entwickeln. Diese soll die ISS in der erdnahen Umlaufbahn ersetzen.

Der Betrieb einer kommerziellen Raumstation soll für die Nasa günstiger sein. Die Behörde und andere Raumfahrtagenturen haben Zugang zu dem privaten Außenposten. Dort können sie Plätze für Astronauten und wissenschaftliche Experimente einkaufen.

Chinesischen Astronauten haben bei ihrer Rückkehr zur Erde die Tiangong-Raumstation aufgenommen (credits: CNSA, CMS). [1/3]

Es zeigt die Station in ihrer vollen Konfiguration (credits: CNSA, CMS). [2/3]

Die Aufnahmen enstanden am 30. Oktober 2023, wurden jedoch erst am 28. November 2023 veröffentlicht (credits: CNSA, CMS). [3/3]

Dagegen hält China weiter an seiner staatlichen Raumstation fest. Derzeit wird in dem Land ein neues Weltraumteleskop entwickelt. Xuntian (Vermessung des Himmels) soll die Ausmaße vom Hubble-Teleskop haben und im Jahr 2025 in Betrieb genommen werden. Seine Umlaufbahn wird sich in der Nähe der Tiangong-Station befinden, so dass es in regelmäßigen Abständen an den Komplex andocken kann. Dort kann es dann gewartet und aufgetankt werden.

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Offen für internationale Partnerschaften: Wird Tiangong die neue ISS?

Das nächste Erweiterungsmodul für den Himmelspalast soll voraussichtlich 2027 starten. Es soll ans vordere Ende des Kernmoduls angebracht werden und mehrere Andockstellen bieten, damit die Raumstation flexibel erweitert werden kann. Tiangong kann dadurch ein Drittel der Masse der ISS erreichen. Die spätere Station mit sechs Modulen könnte ein aufblasbares Habitat enthalten, um mehr Volumen zu gewinnen und als Testumgebung für ein künftiges aufblasbares Habitat auf der Mondoberfläche zu dienen.

Bei Tiangong soll es sich um kein rein nationales Projekt handeln. China sei offen für ausländische Experimente. Die europäische Raumfahrtbehörde Esa plant zehn kooperative Forschungsprojekte. Zudem sei die CNSA offen für neue Technologien wie Roboterarme, Lebenserhaltung oder ganzen internationalen Modulen für den Tiangong-Komplex.

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