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Tiangong-2: Erste Taikonauten fliegen zu Chinas neuer Raumstation

Der Start von zwei chinesischen Raumfahrern soll in der Nacht live übertragen werden. Ihr Dockingmanöver mit der chinesischen Raumstation soll von einem Satelliten aus nächster Nähe gefilmt werden.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Die beiden Taikonauten Jing Haipeng (links) und Chen Dong (Bild: Xinhua)
Die beiden Taikonauten Jing Haipeng (links) und Chen Dong Bild: Xinhua

Die neue chinesische Raumstation Tiangong-2 erhält ihre erste Besatzung. Der Start ist für 1:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit angesetzt. Fünf Jahre nach der letzten Mission zur Vorgängerstation Tiangong-1 fliegen damit erstmals wieder chinesische Taikonauten in den Weltraum.

Die Mission soll insgesamt 35 Tage dauern. Der Start wird vom chinesischen Fernsehen live übertragen. Es gibt auch einen Livestream(öffnet im neuen Fenster) der amerikanischen Ausgabe des chinesischen Staatsfernsehens, in dem der Start zu sehen sein soll. An Bord des Shenzhou Raumschiffs sind der Kommandant Jing Haipeng, der damit zum dritten Mal in den Orbit fliegt, und sein Kollege Chen Dong.

Erstmals wird das Dockingmanöver dabei von außen beobachtet. Ein kleiner Satellit(öffnet im neuen Fenster) namens Banxing-2 soll Filmaufnahmen des Manövers liefern. Er ist für die Aufgabe mit mehreren Kameras ausgestattet. Das Raumschiff wird aber erst nach zwei Tagen bei der Raumstation eintreffen.

Wie ihr Vorgänger besteht die Raumstation Tiangong-2 aus nur einem Modul. Sie ist die letzte Testplattform vor dem Bau einer größeren Raumstation aus mehreren Modulen, die ähnlich wie die russische Raumstation Mir aufgebaut sein wird. Mit Tiangong-2 wird erstmals auch die Versorgung der Taikonauten durch Frachtraumschiffe im Orbit durchgeführt.

Das chinesische Raumfahrtprogramm folgt damit weitgehend der Entwicklung der russischen Raumfahrt, die ebenso mit einer Reihe einfacher Saljut-Raumstationen(öffnet im neuen Fenster) aus nur einem Modul begann.

Alte Rakete startet in der Wüste Gobi

Der Start des Raumschiffs Shenzhou-11 erfolgt mit der erprobten Langer Marsch 2F Rakete. Sie gehört noch zur alten Generation der chinesischen Raketen, die mit der hochtoxischen Treibstoffmischung aus unsymmetrischen Dimethylhydrazin und Stickstofftetroxid angetrieben wird. Die neue Generation der Raketen wird mit flüssigem Sauerstoff und Kerosin angetrieben und soll die alten Raketen in den nächsten Jahren ablösen.

Shenzhou-11 wird von Jiuquan in der Wüste Gobi aus gestartet, am westlichen Rand der Provinz Innere Mongolei. Am Ende der Mission soll die Kapsel im gleichen Gebiet auch wieder landen.

Update

Inzwischen ist die Mission erfolgreich gestartet.


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