TI-Bastelprojekte: Zelda auf dem Taschenrechner

Dass sich mit grafikfähigen Taschenrechnern nicht nur rechnen lässt, zeigen die Hacks von Texas-Instruments-Geräten. Auch ein Game-Boy-Emulator ist dabei.

Artikel von George Hilliard veröffentlicht am
NES-Zelda läuft leider nicht auf dem Taschenrechner - dafür jede Menge andere Software.
NES-Zelda läuft leider nicht auf dem Taschenrechner - dafür jede Menge andere Software. (Bild: Texas Instruments / Montage: Golem.de)

Dieser Text ist eine Übersetzung. Das Original von George Hilliard ist hier zu finden.

Wer Mitte oder Ende der 2000er Jahre zur Schule gegangen ist, kennt diese Kinder (oder war selbst eins): Kinder, die auf ihren graphikfähigen Taschenrechnern Spiele spielen konnten. Es mag nicht so gewirkt haben, aber auch damals gab es schon eine große Hackerszene, die diese Taschenrechner ihrem Willen beugten, Spiele und mathematische Software schrieben oder die Plattform einfach nur zum Spaß hackten.

Das Thema interessiert mich natürlich, weil all das extrem eingebettet ist und die Grenzen von Plattformen auslotet, die eigentlich schon bei ihrer Veröffentlichung veraltet waren. Ich werde hier einige der Höhepunkte des Texas-Instruments-Rechner-Hackings der letzten zweieinhalb Jahrzehnte vorstellen und erklären, warum diese Projekte technisch so beeindruckend sind.

Die Plattform

In den 1990er und 2000er Jahren brachte Texas Instruments (TI) eine Reihe von z80-basierten Grafikrechnern heraus. Der z80 war eine verbesserte Version des von Zilog entwickelten Intel 8080. Das ist heute ein altes Ding, aber als er vor 45 Jahren auf den Markt kam, war der Rechner toll.

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(Ein beliebtes Hobbyprojekt ist, einen eigenen z80-Computer zu bauen, gerade weil er so einfach ist, dass man die Grundlagen des Systems verstehen kann. Mein Favorit ist Jim MacAurthurs wunderschöner kleiner z80 in einem lasergeschnittenen Gehäuse mit einer Handkurbel und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung!)

Alle TI-Rechner hatten ähnliche Low-End-Spezifikationen:

  • einen z80-Prozessor, der mit 8 oder 10 MHz taktet
  • ein 96-x-64-Schwarzweiß-LCD (einige Modelle hatten einen größeren Bildschirm, aber dieser war am verbreitetsten; die neuesten Modelle haben übrigens endlich Farbbildschirme mit höherer Auflösung)
  • einen Link-Port über den 2,5-mm-Kopfhöreranschluss
  • in der Regel 32 KByte RAM und beim 83+ und späteren Modellen 100 KByte bis 2 MB Flash-Speicher ("Archiv")
  • TIs Betriebssystem TI-OS (TI selbst nennt es EOS, allerdings tut das sonst niemand). TI-OS hat ein Arithmetik- und Grafikmodul, nutzt die TI-BASIC-Skriptsprache und - bei den Modellen mit Flash - eine Unterstützung für das Starten großer "Apps", die ausschließlich im Flash gespeichert werden.

Ich muss wohl nicht extra sagen, dass das quasi der Inbegriff einer eingeschränkten Entwicklungsumgebung ist.

Die beliebtesten Grafikrechner waren die TI-83/84 Plus. Fast alle Schüler, die in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten in den USA in die Schule gegangen sind, hatten einen. Ich werde hier im Text stets die Bezeichnung "TI-84 Plus" verwenden, weil das Modell am bekanntesten ist. Manche kennen eher den TI-83 Plus, aber bis auf USB beim 84 Plus und einem neu gestalteten Gehäuse, sind beide gleich.

Game & Watch: The Legend of Zelda

Modell für die Programmierung

Die z80-Assembler-Programmierumgebung war ziemlich spartanisch.

(Der z80 machte allen, die versuchten, einen guten C-Compiler für ihn zu entwickeln, das Leben ziemlich schwer. Ich glaube, ich habe die allerletzte Kopie von HITECH-C für DOS, den einzigen anständigen C-Compiler. Mehr dazu mal in einem anderen Artikel.)

Es gab keinen Supervisor oder Speicherschutz. Wenn es einen Bug gab, stürzte der Rechner ziemlich sicher ab (die gefürchtete "RAM Cleared"-Meldung). Der z80 ist eine 8-Bit-Maschine mit 16-Bit-Zeigern. Obwohl das Archiv technisch gesehen im Speicher abgelegt war, passte nicht alles hinein und so wurde es in ein 16-KByte-"Fenster" ausgelagert.

Es gab mehrere Anleitungen für das Lernen der Assemblersprache, die beste war die von Sean McLaughlin Learn TI-83 Plus Assembly in 28 Days. TI selbst stellte eine sehr gute SDK-Dokumentation über die von TI-OS bereitgestellten Subroutinen und die offizielle Unterstützung für Asm()-Programme zur Verfügung. Damit hatte man bei dem System ziemlich freie Hand.

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Spiele auf dem TI-Rechner und ein Game-Boy-Emulator 
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DreiChinesenMit... 11. Mär 2022

Genau, sehe ich auch so! Keine Ahnung was ich die ganze Zeit ohne mein Ti83-Plus gemacht...

Kakiss 11. Mär 2022

Doom ist mittlerweile sogar ein Chip :D https://hackaday.com/2020/05/13/the-doom-chip/

countzero 10. Mär 2022

Wir hatten sogar einen TI Voyage 200, da gabs auch Tetris. Das hatte einen Bug, sodass...

swippipp 10. Mär 2022

Das war 2010 schon ein super Zeitvertreib während langweiliger Mathestunden. Damals noch...



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