Spiele auf dem TI-Rechner und ein Game-Boy-Emulator

Wer sich mit dem Hacken von Taschenrechnern beschäftigt, wird die Menschen, die hier in diesem Text vorkommen, wiedererkennen - entweder an ihrem Namen oder ihrem Pseudonym. Ich selbst war früher fast ausschließlich stiller Beobachter, was größtenteils an meinen Eltern lag, die Online-Kontakt mit Fremden nicht gut fanden. (Das war ja, wie gesagt, noch zu High-School-Zeiten.) Allerdings war ich ein ziemlich guter Autodidakt - dazu aber mal mehr in einem anderen Artikel.

Phoenix

Stellenmarkt
  1. Frontend Developer (m/w/d) UI/UX
    consistec Engineering & Consulting GmbH, Saarbrücken
  2. Linux Administrator (m/w/d)
    inexso - information exchange solutions GmbH, Oldenburg
Detailsuche

Das wohl bekannteste Spiel für grafische Taschenrechner ist Phoenix von Patrick Davidson. Es ist ein Top-Down-Weltraum-Shoot'em-up, ähnlich dem Arcade-Spiel Galaxian. Es ist nicht nur so berühmt, weil es Spaß macht und gut implementiert ist. Sondern vor allem, weil es eines der ältesten Spiele dieser Art ist und Patrick und andere es auf fast jeden z80-Rechner portiert haben, der veröffentlicht wurde.

Graustufen auf dem TI-84 Plus

Das erste Spiel, das mich wirklich begeisterte, war aber das RPG-Spiel Desolate von Patrick Prendergast (tr1p1ea) in vier Graustufen (!). Das Spiel war nicht nur eine Tech-Demo, es hatte eine komplette Handlung und ziemlich gute Sprite Art (gut genug, dass es sogar Fan-Portierungen für den ZX Spectrum und einige alte sowjetische Computer gibt).

Die meisten Emulatoren konnten erkennen, dass die Anwendung in Graustufen arbeitet und das gut rendern.

Wie war das möglich bei einem Gerät, das nur einen Schwarzweiß-Bildschirm hat? Die Antwort: Wenn man die Pixel schnell genug ein- und ausblendet, erscheinen sie grau. Oft kam bei dem Versuch nur ein furchtbarer Flimmern heraus; es war einfach schwierig, mehr als Schwarz, Weiß und Grau zu erhalten.

Golem Akademie
  1. Linux-Systeme absichern und härten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.06.2022, Virtuell
  2. Container Management und Orchestrierung: virtueller Drei-Tage-Workshop
    22.-24.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Allerdings verwendete Desolate eine spezielle Graustufen-Bibliothek. Die Bibliothek von Durk Kingma erzeugte durch sorgfältiges Timing und Dithering der flackernden Pixel (so dass nicht alle gleichzeitig ein- oder ausgeschaltet waren) wirklich schöne Vier-Graustufen-Kunst. Die Grafik verbrauchte den größten Teil des Rechenbudgets für das Spiel. Aber das ist ja bei den meisten Videospielen so.

Game-Boy-Emulator für den TI-84 Plus

TI war nicht das einzige Unternehmen, das z80-Prozessoren verwendete. Der Game Boy hatte sie auch! Da stellte sich natürlich die Frage, ob man wohl ein Game-Boy-Spiel auf einem Taschenrechner auf einer Art Hypervisor zum Laufen bringen konnte.

Brendan Fletcher (calc84maniac) hat eine Menge Arbeit in den TI-Boy SE gesteckt, der genau das tut. Dazu muss man sagen: Eine Game-Boy-Kassette ist ziemlich groß - das ROM von Pokémon Red hat 1 MByte. Der TI-Boy löst dieses Problem, indem er das ROM mit einem PC-Programm in eine "Shell"-Flash-App packt. Natürlich brauchte man ein eigenes Game-Boy-Cartridge-ROM dafür.

Game & Watch: The Legend of Zelda

Das nächste Problem war, dass viele Game-Boy-Kassetten mehr RAM haben (bis zu 128 KByte) als der TI-84 Plus (32 Kbyte). (Der Game Boy selbst hatte zwar nur 8 Kbyte eingebaut, die Kassetten konnten aber mehr liefern.) Wie sollte man bloß zusätzliches RAM emulieren?

Xavier Andréani (Critor) fand schließlich heraus, dass auch die TI-Rechner über zusätzliches RAM verfügten. Denn der ASIC, der den z80 enthielt, enthielt mehr RAM als standardmäßig vorgesehen. TI-Boy fand heraus, mit welchen Befehlen die Hardware angewiesen wurde, die Umschaltung des Adressraums durchzuführen.

Das Ergebnis ist beeindruckend:

TI-Boy, wie er Legend of Zelda spielt:

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
The Legend of Zelda
 TI-Bastelprojekte: Zelda auf dem TaschenrechnerBetriebssysteme und Matrix auf dem Taschenrechner 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


DreiChinesenMit... 11. Mär 2022

Genau, sehe ich auch so! Keine Ahnung was ich die ganze Zeit ohne mein Ti83-Plus gemacht...

Kakiss 11. Mär 2022

Doom ist mittlerweile sogar ein Chip :D https://hackaday.com/2020/05/13/the-doom-chip/

countzero 10. Mär 2022

Wir hatten sogar einen TI Voyage 200, da gabs auch Tetris. Das hatte einen Bug, sodass...

swippipp 10. Mär 2022

Das war 2010 schon ein super Zeitvertreib während langweiliger Mathestunden. Damals noch...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets
Was Fahrgäste wissen müssen

Das 9-Euro-Ticket für den ÖPNV ist beschlossene Sache, Verkehrsverbünde und -unternehmen sehen sich auf den Verkaufsstart in diesen Tagen gut vorbereitet. Doch es gibt viele offene Fragen.

Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets: Was Fahrgäste wissen müssen
Artikel
  1. LG HU915QE: Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung
    LG HU915QE
    Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung

    LG hat einen Kurzdistanzprojektor mit Lasertechnik vorgestellt. Der HU915QE erzeugt ein riesiges Bild und steht dabei fast an der Wand.

  2. Urkunden nicht zugestellt: Digitalisierung in Berlin sorgt für Pannen
    Urkunden nicht zugestellt
    Digitalisierung in Berlin sorgt für Pannen

    Eine Panne in der Berliner Innenverwaltung hat dafür gesorgt, dass Hunderte von wichtigen Urkunden nicht übermittelt werden konnten.

  3. Rheinland-Pfalz: Glasfaser soll erneut an Gleisen verlegt werden
    Rheinland-Pfalz
    Glasfaser soll erneut an Gleisen verlegt werden

    Onefiber hat sein erstes großes Projekt. In Rheinland-Pfalz wird parallel zur Glasfaser der Bahn verlegt und teilweise auch neu.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer Predator X38S (UWQHD, 175 Hz OC) 1.499€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 7 5700X 268€ und PowerColor RX 6750 XT Red Devil 609€ und RX 6900 XT Red Devil Ultimate 949€) • Alternate (u. a. Cooler Master Caliber R1 159,89€) • SanDisk Portable SSD 1 TB 81€ • Motorola Moto G60s 149€ [Werbung]
    •  /