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Neue Gebäudestrukturen

In erster Linie Höhe. Technisch, sagt Fetzer, seien beliebige Förderhöhen möglich. Die aktuellen Planungen sehen Förderhöhen bis 1,6 Kilometer vor, aber es ist auch mehr möglich. Bei künftigen Wolkenkratzern ist der Aufzug also kein limitierender Faktor mehr.

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Systembedingt passen zudem sehr viel mehr Kabinen in einen Schacht. Das heißt, die Förderleistung steigt immens - auch wenn die Kabinen kleiner ausfallen werden als die heutigen eines konventionellen Aufzugs mit Seilantrieb. Dafür gibt es eine andere Herausforderung: Sind zu viele Kabinen in einem Schacht unterwegs, kann es zu Staus kommen.

"Dann muss die Kabine warten, weil die davor noch nicht weg ist. Das heißt, da gibt es ein Optimum", sagt Fetzer. Wo das genau liegt, wird derzeit noch erforscht. Bei etwa einer Kabine auf 50 Meter. "Da rechnen wir noch."

  • Der Testturm von Thyssen-Krupp in Rottweil (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Turm erhebt sich 246 Meter über dem Neckartal. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Aussichtsplattform ist die höchste in Deutschland. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Turm ist aus Beton und mit einer transparenten Membran bespannt. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Blick in Richtung Schwäbische Alp... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und in Richtung Alpen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • In dem Turm test Thyssen-Krupp Aufzüge wie den Multi. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der neuartige Aufzug braucht keine Seile... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... sondern fährt an Schienen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Deshalb kann der Aufzug in beliebig hohen Wolkenkratzern verbaut werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • An Weichen, den Exchangern, kann er die Richtung wechseln. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Kabine wird von einem Linearmotor angetrieben. In der Mitte in Schwarz sind die elektromagnetischen Spulen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Kabine im Exchanger. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Abwärts: Insgesamt hat der Turm zwölf Schächte. In diesem werden Aufzugbremsen getestet. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Turm hat einen Schwingungsdämpfer, der aber für bestimmte Tests auch Schwingungen erzeugen kann. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Turm aus der Luft (Bild: Thyssen-Krupp Elevator)
  • Seit Anfang 2019 ist er angestrahlt. (Bild: Thyssen-Krupp Elevator)
Die Kabine im Exchanger. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Die Anzahl der Kabinen lässt sich variieren: In Stoßzeiten fahren mehr Kabinen, in Nebenzeiten werden einige aus dem System herausgenommen und in einer Garage geparkt. Die kann sich im Keller oder in einem der Technikgeschosse befinden. Werden sie gebraucht, werden sie ausgeparkt und in den Schacht geschickt. Weiterer Vorteil: Die Kabinen können gewartet werden, wenn sie ohnehin pausieren. Dafür muss nicht der ganze Aufzug stillgelegt werden.

Da die Förderleistung durch die vielen Kabinen in einem Schacht deutlich höher ist als bei einem konventionellen Aufzug, kommt ein Gebäude mit einem Multi mit gut der Hälfte der Aufzugsschächte aus, wodurch die Nutzfläche erheblich größer wird. Architekten bezeichneten Hochhäuser gern als Donuts, erzählt Fetzer: "In der Mitte sind Aufzugsschächte und Technik und außen herum ist ein Kringel mit Nutzfläche. Dieser Kringel mit Nutzfläche ist den Architekten aber zu klein, weil wir mit Aufzugschächten, Technik und Zugängen bis zu 40 Prozent der Grundfläche in einem Gebäude belegen."

Wenn sich die Fläche reduzieren lässt - um fünf Prozent oder eventuell sogar noch mehr -, wächst die Nutzfläche in einem Gebäude mit 100 und mehr Stockwerken immens. "Da glänzen bei jedem Architekten die Augen", sagt Fetzer. Aber nicht nur deswegen.

Multi inspiriert Architekten

"Wir sind ja Ingenieure. Unser Gedanke war: Wir fahren einmal im Kreis, wir fahren horizontal, damit wir vom einen in den anderen Schacht kommen", erzählt er. "Dann kamen die Architekten und hatten unfassbare Ideen, was man da alles für Gebäudestrukturen machen kann. Davon waren wir als Techniker eher überrascht. Das hatten wir gar nicht so im Blick."

So könnten Gebäude breiter gebaut werden und die Kabinen könnten in horizontaler Fahrt die Fahrgäste auf ihrem Stockwerk ans Ziel bringen. In Zwillingstürmen wie den Petronas Towers in Kuala Lumpur könnten die Kabinen von einem in den anderen Trakt fahren. Und noch viel außergewöhnlichere Anfragen habe die Thyssen-Krupp-Mannschaft bekommen: Ob es etwa möglich sei, außer senkrecht und waagerecht auch in anderen Winkeln, etwa 45 Grad, zu fahren - das geht -, um die Kurve - das wird schwierig - oder außer auf-, ab- und seitwärts auch noch nach vorne und hinten - da überlegen die Ingenieure gerade, wie das gehen könnte. "Die Architekten", resümiert Fetzer, "sind noch viel schärfer auf das System als die Techniker. Die haben sich darauf gestürzt."

Bis sie ihn verbauen dürfen, müssen sie sich aber noch gedulden.

 Vertikal mit LinearantriebDer Turm schwingt 
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plutoniumsulfat 19. Mär 2019 / Themenstart

Die Kabine hängt doch an einer Drehscheibe. Ich denke mal, es dürfte hier kniffliger...

nehana 19. Mär 2019 / Themenstart

Genau. Das Ding ist so brutal teuer, dass es ohnehin nur für sehr wenige Luxus-Hochhäuser...

chefin 18. Mär 2019 / Themenstart

Aktuell beim Prototypen ist es so, das nur zwei seitliche Schächte existieren. In Zukunft...

chefin 18. Mär 2019 / Themenstart

Nein, Paternoster haben ihre Kabinen zu einer Kette zusammengebaut. Eher wie ein...

azeu 18. Mär 2019 / Themenstart

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