Vertikal mit Linearantrieb

Im Turm in Rottweil werde nicht geschwebt, betont Fetzer. Die Kabine hängt vielmehr an einem System von vier Schienensträngen, mit denen sie fest mit Rollen verbunden ist. So kann die Kabine bei einem Stromausfall auch nicht in die Tiefe sausen. Zwei voneinander unabhängige Bremssysteme, die beide auf die Schienen einwirken, sorgen dafür, dass die Kabine ohne Strom einen sicheren Zustand erreicht: Die Bremsen werden elektrisch offen gehalten und greifen, wenn der Strom ausfällt. Die Bremssysteme sind stark an die konventioneller Aufzüge angelehnt.

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Aber der Antrieb gleicht dem des Transrapid: In der Mitte zwischen den beiden Schienen sind zwei Reihen etwa tabletgroßer, schwarzer Finnen zu sehen. Es sind Kupferspulen, die in ein Kunstharz eingebettet sind. Das Gegenstück ist ein Permanentmagnet in der Form eines E, dessen Zinken zwischen die Spulen ragen. Wird an die Spulen elektrischer Strom angelegt, entsteht ein Magnetfeld. Die Spulen werden nacheinander aktiviert, so dass das Magnetfeld nach oben oder unten wandert und die Kabine mit sich zieht.

Die Kabine besteht aus zwei Komponenten: der Kabine selbst und dem Fahrzeug mit den Rollen, dem Magneten und den Bremsen. Fahrzeug und Kabine sind gegeneinander drehbar. Erreicht die Kabine den Exchanger, wird sie fest an der Schiene arretiert, derweil der Exchanger das Fahrzeug dreht. Das dauert einige Zeit, doch den Nutzern wird es kaum auffallen: In dem Moment, wo die Kabine hält, öffnen sich die Türen, damit Fahrgäste aussteigen können. Bis die Türen wieder geschlossen sind, ist die Kabine bereit für die Seitwärtsfahrt. Während des nächsten Richtungswechsels des Fahrzeugs steigen diejenigen ein, die in die andere Richtung fahren wollen.

  • Der Testturm von Thyssen-Krupp in Rottweil (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Turm erhebt sich 246 Meter über dem Neckartal. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Aussichtsplattform ist die höchste in Deutschland. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Turm ist aus Beton und mit einer transparenten Membran bespannt. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Blick in Richtung Schwäbische Alp... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und in Richtung Alpen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • In dem Turm test Thyssen-Krupp Aufzüge wie den Multi. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der neuartige Aufzug braucht keine Seile... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... sondern fährt an Schienen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Deshalb kann der Aufzug in beliebig hohen Wolkenkratzern verbaut werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • An Weichen, den Exchangern, kann er die Richtung wechseln. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Kabine wird von einem Linearmotor angetrieben. In der Mitte in Schwarz sind die elektromagnetischen Spulen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Kabine im Exchanger. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Abwärts: Insgesamt hat der Turm zwölf Schächte. In diesem werden Aufzugbremsen getestet. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Turm hat einen Schwingungsdämpfer, der aber für bestimmte Tests auch Schwingungen erzeugen kann. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Turm aus der Luft (Bild: Thyssen-Krupp Elevator)
  • Seit Anfang 2019 ist er angestrahlt. (Bild: Thyssen-Krupp Elevator)
Der neuartige Aufzug braucht keine Seile... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Grundsätzlich sei der Antrieb mit Linearmotoren nichts Neues, sagt Fetzer. Magnetschwebebahnen nutzen sie oder Werkzeugmaschinen. Aber in der Horizontalen, nicht in der Vertikalen.

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Lange habe nicht festgestanden, ob es funktionieren könne, mit einem Linearantrieb gegen die Schwerkraft zu arbeiten, sagt Fetzer. "Kriegen wir das hin, dass wir genauso sanft und gleichmäßig fahren wie mit einem Seilaufzug? Das war die Herausforderung, an der man lange geforscht hat, bevor man gesagt hat: Das kriegen wir hin, das funktioniert."

Eine Schlüsselrolle kommt dem Positioniersystem zu. Um eine sanfte und gleichmäßige Fahrt zu ermöglichen, muss der Antrieb sehr präzise wissen, wo die Kabine ist - "deutlich genauer als eine Haardicke", erklärt Fetzer. In dem Testschacht sind gleich mehrere dieser wichtigen Systeme verbaut, um zu vergleichen, welches den nötigen Fahrkomfort bringt.

Was funktioniert am besten?

Das gilt für alle Systeme: "Wir bauen ständig an den Kabinen, an den Fahrzeugen um, bauen andere Komponenten ein, um zu sehen: Erfüllen sie den gleichen Zweck, funktionieren sie besser? Jetzt in der Konzeptphase habe ich die Option, etwas zu verändern", erzählt Fetzer. Wenn der Multi erst zertifiziert sei, werde es viel schwieriger, etwas zu verändern.

Eine weitere Herausforderung wird die Seitwärtsfahrt. Da die Fahrgäste nicht damit rechnen, dass sich die Kabine auch zur Seite bewegt, halten sie sich - anders als etwa in der Bahn oder im Bus - nicht fest. Gerade bei einem Nothalt kann das ein Problem werden. Der muss in horizontaler Fahrt so durchgeführt werden, dass die Fahrgäste nicht durch die Kabine fliegen.

"Das ist ein Thema, mit dem wir uns intensiv beschäftigen: Wie können wir das so visualisieren, dass auch der Nutzer sieht, ob er vertikal oder horizontal fährt?", sagt Fetzer.

Was aber bringt dieser Antrieb nun genau?

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 Thyssen-Krupp Testturm Rottweil: Herr Fetzer parkt die Aufzugkabine umNeue Gebäudestrukturen 
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plutoniumsulfat 19. Mär 2019

Die Kabine hängt doch an einer Drehscheibe. Ich denke mal, es dürfte hier kniffliger...

nehana 19. Mär 2019

Genau. Das Ding ist so brutal teuer, dass es ohnehin nur für sehr wenige Luxus-Hochhäuser...

chefin 18. Mär 2019

Aktuell beim Prototypen ist es so, das nur zwei seitliche Schächte existieren. In Zukunft...

chefin 18. Mär 2019

Nein, Paternoster haben ihre Kabinen zu einer Kette zusammengebaut. Eher wie ein...

Anonymer Nutzer 18. Mär 2019

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