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Thunderbolt Share: Intel vereinfacht die lokale Dateiübertragung

Mit Thunderbolt Share werden externe SSDs zum Kopieren großer Datenmengen überflüssig. Intel könnte sich mit dem Lizenzmodell aber im Weg stehen.
/ Martin Böckmann
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Thunderbolt Share macht Punkt-zu-Punkt-Übertragung einfacher. (Bild: Intel)
Thunderbolt Share macht Punkt-zu-Punkt-Übertragung einfacher. Bild: Intel

Intel hat Thunderbolt Share für die zweite Jahreshälfte 2024 angekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Mit der Software können zwei Computer einfach per Kabel verbunden werden, um Dateien direkt auszutauschen. Verglichen mit einer Gigabit-Netzwerkverbindung ist die Übertragungsrate mit bis zu 120 GBit/s deutlich schneller. Zudem kann ein verbundener PC ferngesteuert und ohne spürbare Verzögerung genutzt werden, als wäre er direkt mit Monitor, Maus und Tastatur verbunden.

Unterstützung für Thunderbolt 5 allein reicht aber nicht aus, eine Thunderbolt-Share-Lizenz muss von mindestens einem der zu verbindenden Geräte hardwareseitig vorhanden sein. Auf der Gegenseite reicht Thunderbolt 4 oder höher, auch ohne spezielle Kompatibilität. Ein zwischengeschaltetes Gerät wie ein Dock oder Monitor mit einer Share-Lizenz reichen aus.

Neben der Bildschirmübertragung lassen sich drei weitere Funktionen in der Software auswählen. Die einfache Dateiübertragung transferiert Dateien und Verzeichnisse von einem Gerät zum anderen. Per Synchronisierung lassen sich Verzeichnisse konfigurieren, deren Inhalte bei einer bestehenden Verbindung automatisch synchronisiert werden. Auf einem neu eingerichteten Windows-PC kann eine Windows-Konfiguration samt Benutzerordner importiert werden.

Das Lizenzmodell scheint wenig durchdacht zu sein

Intel könnte mit Thunderbolt Share einen Anreiz für Hersteller schaffen, Thunderbolt Ports neben USB 4 häufiger zu verbauen, da die geplanten Funktionen der Software laut Herstellern häufig nachgefragt werden. Dazu muss Intel aber noch einige Überzeugungsarbeit bei den Herstellern von PC-Hardware und Peripheriegeräten leisten. Thunderbolt Docks und Monitore mit integrierten Docks gibt es zwar, bisher stellen sie aber eine Minderheit dar. Fast alle von Golem.de getestete Monitore nutzen USB-Typ-C in Kombination mit dem Displayport Alternate Mode.

Bei Thunderbolt handelt es sich ab Version 4 um eine Implementation des USB-4-Standards – mit dem Unterschied, dass viele Funktionen nicht optional sind. Eine Übertragungsrate von 120 GBit/s muss bei Thunderbolt 5 immer möglich sein, während USB 4 je nach Auslegung von 20 bis 120 GBit/s schafft. Warum ausgerechnet eine Funktion wie Thunderbolt Share durch Lizenzen beschränkt wird, die zudem bereits vom Hardwareanbieter gekauft und installiert werden müssen, bleibt rätselhaft.

Wer bereits ein Gerät mit Thunderbolt-4-Port oder neuer besitzt, kann die Lizenz nicht einzeln von Intel erwerben und nachträglich installieren. Auch einfache Thunderbolt-Kabel mit einer Share-Lizenz sind nicht vorgesehen, trotz vorhandenem Hardware-Chip im Stecker, der dazu in der Lage wäre. Es muss ein Computer, Dock oder Monitor mit Share-Lizenz vorhanden sein, andernfalls lässt sich das Programm nicht nutzen. Wer schon kompatible Hardware hat, kann eine Vorschauversion(öffnet im neuen Fenster) bei Intel herunterladen.


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