Through the Darkest of Times: Rundenbasierter Widerstand gegen Nazis

Ein historisch engagiertes Indiegame empört Politiker, weil erstmals in einem deutschen Spiel Hakenkreuze offiziell erlaubt sind. Golem.de hat sich Through the Darkest of Times, eine interessante Mischung aus Taktik und Adventure, bei den Entwicklern angeschaut.

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Artwork von Through the Darkest of Times
Artwork von Through the Darkest of Times (Bild: Paintbucket Games)

Schon vor seiner Veröffentlichung ist Through the Darkest of Times der Eintrag in die Geschichtsbücher der Spielebanche sicher: Die Gamescom-Demoversion ist das erste Programm, das von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) eine Altersfreigabe bekommen hat, obwohl es Hakenkreuze enthält. Das Spiel ist ab 12 Jahren freigegeben. Das ist möglich, nachdem die USK Anfang Augst 2018 angekündigt hat, verfassungsfeindliche Symbole in Spielen zu erlauben, sofern dies der "Kunst oder der Wissenschaft, der Darstellung von Vorgängen des Zeitgeschehens oder der Geschichte dient".

Inhalt:
  1. Through the Darkest of Times: Rundenbasierter Widerstand gegen Nazis
  2. Vier historische Epochen

Das gefällt nicht allen. Der Botschafter von Israel in Deutschland hat gegen die Hakenkreuze in Through the Darkest of Times auf Twitter protestiert. Kurz äußerte sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) im Gespräch mit der Berliner Morgenpost: "Mit Hakenkreuzen spielt man nicht." Auch Vertreter von DGB und CDU haben das Spiel und die Verwendung von Symbolen aus der Zeit des Nationalsozialismus kritisiert.

Jörg Friedrich vom Berliner Entwicklerstudio Paintbucket Games sagt Golem.de auf der Gamescom 2018: "Ich möchte, dass Spiele wie andere Medien behandelt werden." Als er uns sein Spiel vorstellt und die Inhalte und Ideen darin erklärt, zeigt sich deutlich, dass Through the Darkest of Times sich auf ernsthafte Art mit dem NS-Regime und der Geschichte auseinandersetzt. Der Spieler gründet Anfang 1933 - also zur Zeit der sogenannten Machtergreifung der Nazis - eine kleine Widerstandsgruppe. Schon bei der Erstellung der ersten Figur ist spürbar, dass es Jörg Friedrich und den anderen Entwicklern um Inhalte geht: Spieler wählen nicht wie in einem Shooter etwa zwischen Soldat, Spion oder Scharfschütze, sondern einen normalen Berliner Bürger - Taxifahrer, Sozialdemokrat oder Beamter.

Der Hauptcharakter könnte auch Jude oder homosexuell sein - aber darauf wolle das Programm nicht explizit hinweisen, sagt Friedrich. Dass das im Laufe der folgenden Zeit lebensgefährlich werde, sei schließlich damals noch nicht so offensichtlich gewesen wie aus heutiger Sicht. Den Entwicklern geht es darum, solche Details für den Spieler nacherlebbar zu machen.

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Bei der präsentierten Partie steuert Friedrich den anarchistischen Fahrstuhlführer Wilhelm Ludolf, dem sich zuerst eine Metallarbeiterin anschließt. Die Widerstandstruppe bekommt rasch noch ein weiteres Mitglied: einen eigentlich eher konservativen Beamten, der gesehen hat, wie eine Gruppe von SA-Leuten einen Bürger auf offener Straße entführte und ihn in einen ihrer Keller brachte, um ihn dort vermutlich zu foltern.

All das erlebt der Spieler auf schön gestalteten Tafeln mit kurzen, pointiert verfassten Texten und Grafiken, die den Stil der 30er und 40er Jahre aufgreifen. Aufgabe ist es dann, weitere Mitglieder für die Gruppe zu gewinnen und den Widerstand zu organisieren.

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Vier historische Epochen 
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olleIcke 28. Aug 2018

Cool Danke!

KlOis 27. Aug 2018

es geht hier auch darum es im kollektiven Gedächtniss zu behalten und nicht nur um die...

SanderK 27. Aug 2018

Menschen tendieren in vielen Fällen, Dinge möglichst einfach zu sehen, damit sie es...

windbeutel 26. Aug 2018

Danke! Mit Fakten kann man diese Trolle einfach als lächerliche Idioten bloßstellen.

sio1Thoo 26. Aug 2018

Hier draengt sich sofort der Verdacht auf, dass der Medienrummel um die Verwendung von...



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