Threema: Schweizer Armee verbietet Whatsapp-Nutzung
Im Dienst dürfen Schweizer Armeeangehörige in Zukunft nur noch Threema nutzen, andere Messenger wie Whatsapp sind aus Sicherheitsgründen verboten. Schweizer Medien konnten ein entsprechendes Schreiben der Armee an alle Kommandanten und Stabschefs einsehen.
Zwar seien auf privaten Smartphones auch andere Messenger neben Threema erlaubt, dienstliche Nachrichten dürften jedoch ausschließlich über den Schweizer Messenger versendet werden. Ein Grund dafür sei der Datenschutz, erklärte Armee-Sprecher Daniel Reist dem Schweizer Sender SRF(öffnet im neuen Fenster) . Anders als bei amerikanischen Firmen unterliege Threema nicht dem sogenannten Cloud Act . Das US-Gesetz sichert den US-Behörden einen Zugriff auf Server von US-Unternehmen, die außerhalb der USA stehen.
Außerdem könne Threema anonym genutzt werden und personenbezogene Daten würden nicht angegeben, erklärt Reist. Die Armee habe beim ersten Corona-Einsatz im Frühling 2020 realisiert, dass es bessere Möglichkeiten brauche, um den Informationsfluss zwischen den einzelnen Einheiten sicherzustellen.
Private Tools in der Armee weit verbreitet
Die Schweizer Bundesbehörden und damit auch die Armeeverwaltung setzen bereits seit geraumer Zeit auf Threema Work , der Businessversion von Threema. Nun soll also das gesamte Militär Threema benutzen, allerdings vornehmlich die Version für Privatanwender. Damit dies auch geschehe, werden die Kosten für die App rückerstattet sowie Anleitungen für die Inbetriebnahme verteilt.
Die Durchsetzung des Beschlusses wird dabei als schwierig eingeschätzt. Bereits heute würden im militärischen Alltag verschiedene private Tools wie zum Beispiel USB-Sticks verwendet, heißt es in dem Bericht der SRF. Diese seien einfach am praktischsten. Sanktionen seien jedoch nicht vorgesehen.
Die deutsche Bundeswehr hingegen geht einen anderen Weg. Dort setzt man nicht auf einen kommerziellen Messenger, sondern auf einen angepassten Messenger auf Basis von Matrix und der Messenger-App Element. Die Bwmessenger genannte App führe zu mehr Sicherheit und digitaler Souveränität, sagte einer der Entwickler der App im Interview mit Golem.de .
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