Threadripper Pro 5995WX im Test: AMDs Oktopus ist zurück
Einst nur in OEM-Systemen verfügbar, ist der Threadripper Pro 5995WX mit seiner brachialen Leistung mittlerweile einzeln erhältlich.
Mit Zen 3 alias Ryzen 5000 hatte AMD die Threadripper-Serie für den High-End-Desktopmarkt (HEDT) aus dem Sortiment genommen: Dank bis zu 16 Kernen sind die Ryzen-Prozessoren selbst für anspruchsvolle Anwender in der Regel ausreichend. Wer jedoch eine echte Workstation möchte, bekommt nun einen Nachfolger zum Threadripper Pro 3995WX: Vorhang auf für den Threadripper Pro 5995WX (Chagall).
Der Prozessor ist bereits seit März 2022 in OEM-Systemen verfügbar, seit Juli kann er jedoch auch einzeln gekauft werden. Die CPU richtet sich an Personen, die mit Projekten sehr viele Kerne auslasten können und überdies eine enorm hohe Datentransferrate benötigen.
Wie bereits sein Vorgänger weist der 5995WX ein DDR4-Interface mit acht Kanälen für bis zu 512 GByte DDR4-3200. Durch eine höhere Verlustleistung von 280 Watt takten die Threadripper-Pro-Chips zudem effektiv flotter und laufen damit teils schneller als die ansonsten ähnlichen Epyc-7003-Prozessoren (Milan) mit gleicher TDP.
Hohe Anforderungen an die Software
Schon bei den Vorgängermodellen mit 64 Kernen zeigte sich, dass eine solche Anzahl an Cores besondere Anforderungen an die verwendete Software stellen: Bei Server-CPUs werden oft virtuelle Maschinen oder gigantische Datenbanken verwendet, im Workstation-Segment liegt der Fokus mehr auf einzelnen Anwendungen.
| Kerne | L3-Cache | Basistakt | Boost | Speicher | TDP | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Threadripper Pro 5995WX | 64C/128T | 256 MByte | 2,7 GHz | 4,5 GHz | DDR4-3200 | 280 Watt |
| Threadripper Pro 5975WX | 32C/64T | 128 MByte | 3,6 GHz | 4,5 GHz | DDR4-3200 | 280 Watt |
| Threadripper Pro 5965WX | 24C/48T | 128 MByte | 3,8 GHz | 4,5 GHz | DDR4-3200 | 280 Watt |
| Threadripper Pro 5955WX | 16C/32T | 64 MByte | 4,0 GHz | 4,5 GHz | DDR4-3200 | 280 Watt |
| Threadripper Pro 5945WX | 12C/24T | 64 MByte | 4,1 GHz | 4,5 GHz | DDR4-3200 | 280 Watt |
Um eine 128-Thread-CPU wie den Threadripper Pro 5995WX nutzen zu können, braucht es ein Betriebssystem, welches mit mehr als 64 Threads umgehen kann. Ein normales Windows 10/11 unterteilt die CPU in zwei Processor Groups, mit denen nur wenige Anwendungen etwas anfangen können. Daher muss hier Windows 10 Pro for Workstation oder Windows 10 Enterprise zum Einsatz kommen, entsprechende Versionen von Windows 11 funktionieren ebenso.
Als Testsystem für den Threadripper Pro 5995WX haben wir ein Asus Pro WS WRX80E Sage SE WiFi mit 256 GByte DDR4-3200-CL16 (8 x 32 GByte) verwendet, die uns Caseking als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat.
Datentransferrrate und Kapazität steigen weiter
Eine typische Desktop-Anwendung, die maximal 64 statt 128 Threads nutzt, ist 7-Zip. Das Packprogramm nimmt acht RAM-Kanäle jedoch dankend an, der Threadripper Pro 5995WX kann im integrierten Benchmark seinen Vorgänger leicht bezwingen. In typischen Workstation-Szenarien wie Rendering, Kompilieren und Video-Encoding schneidet der Workstation-Chip mit einigem Vorsprung zum Threadripper Pro 3995WX ab. Zumindest beim Rendering (u.a. Blender, Corona, V-Ray) liegt das primär an Zen 3 statt Zen 2.
Eine Software, die extrem gut mit dem Interface und 256 GByte RAM skaliert, ist das Berechnen der Kreiszahl Pi (y-Cruncher) auf mehrere Milliarden Nachkommastellen lokal im Arbeitsspeicher (In-Memory-Computing). Einzig die Simulation von Neuronen und Synapsen (Digicortex) bewältigt der Chip noch besser, hier ist der Threadripper Pro 5995WX gleich ein Viertel flotter als der Threadripper Pro 3995WX.
Die Prozessoren laufen wie die Threadripper-Pro-3000-Chips nicht auf TRX40-Platinen, sondern erfordern aufgrund der acht Speicherkanäle erneut ein WRX80-Board. In der Regel ist für den neuen Prozessor vorab lediglich ein BIOS-Update notwendig, was in diesem Preissegment jedoch alle Platinen ohne installierte CPU einspielen können.
Verfügbarkeit und Fazit
Mit dem Update zu Zen 3 hat AMD die Lücke zwischen den Ryzen-Prozessoren auf dem Desktop und den Epyc-CPUs für Server sinnvoll ausgefüllt. Die Eckdaten bleiben gleich: 128-PCIe-Gen4-Lanes und bis zu 2 TByte Arbeitsspeicher. Hinsichtlich der Performance gibt es bei Anwendungen, welche die vielen Threads nutzen können, keine Konkurrenz. Das hat jedoch einen Preis, denn das Topmodell - der Threadripper Pro 5995WX - startet bei knapp 7.600 Euro. Dazu kommen Mainboard und Speicher im vierstelligen Bereich.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed










;)
Ich liebe die vorgeworfenen Bröckchen in Foren. Wo hat der TE den Versuch gemacht, seine...
Kapp, desgleichen wissenschaftliche Bildverarbeitung, z. B. für große Mengen...
Ich gucke mal was sich machen lässt. Die gehen leider gerne mal kaputt bei solchen...