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Thorsten Dirks: Deutsche Glasfaser kritisiert Überbauen durch die Telekom

Die Deutsche Glasfaser übt scharfe Kritik an der Telekom. Geschäftsführer Dirks nennt "Mitverlegung grundsätzlich kontraproduktiv".
/ Achim Sawall
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Thorsten Dirks, Chef von Deutsche Glasfaser (Bild: Deutsche Glasfaser)
Thorsten Dirks, Chef von Deutsche Glasfaser Bild: Deutsche Glasfaser

Der Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser, Thorsten Dirks, hat massive Kritik am Vorgehen der Deutschen Telekom beim Glasfaserausbau geübt. "Ein Doppelausbau von Glasfaser durch Überbauen oder Mitverlegung ist grundsätzlich kontraproduktiv und ergibt auch wirtschaftlich keinen Sinn", sagte Dirks dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Um den Glasfaserausbau schnell auf die Straße zu bringen, sei eine Infrastruktur ausreichend, die für alle Anbieter zugänglich ist.

Immer wieder wird berichtet, dass die Telekom in Kommunen, wo Ausbauprojekte von Konkurrenten anlaufen, ebenfalls mit Überbau-Projekten aktiv wird. Dirks hält dennoch ein Einschreiten der Bundesnetzagentur als zuständiger Behörde nicht für notwendig: "Letztlich setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen. Wenn der Bürgermeister und die kommunalen Parlamente sich klar für einen Anbieter entscheiden und dies auch den Bürgern mitteilen, lassen sich Störfeuer verhindern." Er fügt hinzu: "Werden dann noch Genehmigungen schneller erteilt, sind die idealen Bedingungen für einen schnellen Ausbau da."

Türen der Rathäuser gehen jetzt schneller auf

Dabei sieht Dirks in den Kommunen eine wachsende Bereitschaft, Glasfaser-Projekte anzugehen: "Die Türen der Rathäuser gehen jetzt schneller auf, weil die Pandemie deutlich gemacht hat, wie wichtig Glasfaserleitungen sind. Stichwort: Homeoffice. Da sehen wir einen klaren Trend, denn die neue Landlust braucht schnelles Internet."

Mehr staatliche Unterstützung für die neue Kommunikationsinfrastruktur lehnt Dirks indes ab: "Wir werden durch mehr staatliche Förderung nicht schneller. Die bereits genehmigten Förderprojekte haben ein Gesamtvolumen von mehr als 16 Milliarden Euro. Davon sind mehr als zwölf Milliarden noch nicht verbaut. Förderung sollte gezielt dort ansetzen, wo privatwirtschaftlicher Ausbau nicht sinnvoll ist. Zum Beispiel beim Glasfaseranschluss für einen abgelegenen Bauernhof."

Die Deutsche Glasfaser wird vom schwedischen Finanzinvestor EQT kontrolliert.


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