Thorsten Dirks: Deutsche Glasfaser baut nur sehr selten in Kabelnetzgebieten
Der FTTH-Netzbetreiber Deutsche Glasfaser baut auf dem Lande aus und nicht in Regionen, wo schon Koaxialkabel liegt. Das sagte der neue Unternehmenschef, Thorsten Dirks, im Gespräch mit der Rheinischen Post(öffnet im neuen Fenster). "Wir bauen fast nie, wenn in einem Gebiet bereits ein Viertel der Bürger mit Kabel versorgt sind, weil die Kabelnetze bereits ein Gigabit übertragen. Wir bauen auf dem flachen Land."
Der Qualitätssprung für Menschen, die zuvor nur mit einfachem VDSL und Vectoring mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) versorgt waren, sei dagegen "gewaltig".
Deutsche Glasfaser verlegt zwar seinen Hauptsitz nach Düsseldorf, plant aber keinen Glasfaserausbau in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. "Nein, wir konzentrieren uns allein auf ländliche Gebiete", betonte Dirks. Das Angebot müssen 40 Prozent der potenziellen Kunden annehmen. Nur dann ist der Netzbetreiber Deutsche Glasfaser bereit, die Versorgung im Ort aufzubauen.
Der frühere Telefónica-Chef Dirks löste im Dezember 2020 überraschend den bisherigen Vorstandchef Uwe Nickl ab, der das Unternehmen verließ. Dirks ist auch bekannt als früherer Chef von E-Plus.
Deutsche Glasfaser wurde im Mai 2020 an die schwedische Investitionsgruppe EQT und den kanadischen Pensionsfonds Omers verkauft. Nach einem unbestätigten Bericht wurde die Deutsche Glasfaser dabei nur mit 2,5 Milliarden Euro bewertet.
Zuvor hatte EQT bereits den saarländischen Netzbetreiber Inexio für rund 1 Milliarde Euro gekauft. Beide Netzbetreiber sollen zu einer Unternehmensgruppe zusammengeführt werden.
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