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Thomas Voß: "Mir ist in zwei Jahren relevanter als Wayland"

In einem Interview erklärt der Entwickler Thomas Voß technische Unterschiede zwischen Wayland und Mir . Er lässt sich aber auch zu der Aussage hinreißen, dass Mir relevanter als Wayland werden wird.
/ Sebastian Grüner
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Mir und Wayland verfolgen sehr ähnliche Ziele. (Bild: Ubuntu - CC-BY-SA)
Mir und Wayland verfolgen sehr ähnliche Ziele. Bild: Ubuntu - CC-BY-SA

" Ich finde Wayland offensichtlich beeindruckend, aber ich denke, Mir wird in zwei Jahren wesentlich relevanter sein als Wayland. Wir arbeiten weiter an der Bootstrap-Phase, und es läuft auf verschiedenen Plattformen ", sagte Thomas Voß dem Magazin Linux Voice in einem Interview(öffnet im neuen Fenster) . Voß wird von Linux Voice als technischer Architekt von Mir bezeichnet. Wahrscheinlich seien noch offene Fragen zu beantworten, heißt es weiter. Voß stellte klar, dass das Team nie gesagt habe, dass die erste Version " die perfekte Lösung " sein werde. Software sollte nicht auf diese Weise erstellt werden.

Der Entwickler hatte Wayland für seine lange Entstehungszeit kritisiert. Es sei fünf Jahre darüber gesprochen worden, " und es gab nichts, worauf wir hätten aufbauen können" . Der ursprüngliche Plan, Mir in Ubuntu 14.04 zu integrieren, sei sehr ambitioniert gewesen, sagte Voß. Aber nur so hätte das Projekt evaluiert werden können und nur mittels solcher Kontrollpunkte sei es möglich zu verhindern, dass sich das Projekt aus sich selbst heraus ohne klares Ende einfach immer weiter- und weiterentwickele.

Der frühe Zeitpunkt der Umsetzung sei sowieso nur ein "strech goal" gewesen, also kein absolut notwendiges Muss. " Jeder war sich darüber im Klaren und wir haben es nicht geschafft. Okay, cool. Lass uns weiter machen ". Aktuellen Planungen zufolge könnten Mir und das damit verbundene Unity8 mit Ubuntu 16.04 LTS in knapp eineinhalb Jahren standardmäßig veröffentlicht werden. Bevor dies aber tatsächlich passieren könne, müssten die GPU-Hersteller die Verwendung absegnen, so Voß. Denn ohne deren Beteiligung und Treiberunterstützung lasse sich Mir nicht auf vielen Geräten verwenden.

Kleine entscheidende Unterschiede

Zu den technischen Unterschieden sagt Voß, dass Wayland ein Protokoll mit einer Referenzimplementierung sei. Als das Mir-Team begonnen habe, sei der Compositor Weston eine Testumgebung gewesen und die Entwicklung habe darin stattgefunden. Zudem seien bereits Erweiterungen erstellt worden, was bei Mir vermieden werden solle, damit es nicht ungehindert weiter wachse.

Darüber hinaus setze Mir auf ein API, das Binärkompatibilität verspreche, was so auch einfacher in Distributionen zu versionieren und zu verteilen sei. Demnach sei das Protokoll bei Mir lediglich "ein Implementierungsdetail, zumindest bis zu einem bestimmten Punkt" . Voß wiederholte außerdem die mehrfach vorgebrachte Argumentation, dass Nutzer von diesen Unterschieden nichts mitbekommen sollten und auch Software-Entwickler nur in sehr wenigen Fällen davon betroffen sein sollten, da diese Toolkits und die damit angebotene Abstraktion vom Displayserver verwendeten.


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