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Thomas Gleixner: Echtzeit-Linux wird Hobbyprojekt

Der Maintainer der Echtzeit-Patches für Linux, Thomas Gleixner, wird seine Arbeit nur noch als Hobby fortführen, da Geldgeber fehlen. Die Zukunft des Projekts bleibt damit weiter sehr ungewiss.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein schwimmender Gentoo-Pinguin
Ein schwimmender Gentoo-Pinguin (Bild: Ken Funakoshi, CC-BY-SA 2.0)

Es sei ein Desaster, dass die Finanzierung fehle, um das Projekt tatsächlich zu beenden, sagt der Linux-Kernel-Entwickler Thomas Gleixner, wie der US-Dienst LWN.net berichtet. Gleixner meint damit das von ihm angeführte Projekt, den Linux-Kernel um Echtzeit-Funktionen zu erweitern. In den vergangenen fünf Jahren habe sich das Projekt von einer relativ lebendigen Community dahin entwickelt, dass derzeit nicht vielmehr als eine Person am Überleben des Projekt arbeite.

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Die Pflege der Echtzeit-Patches sei kein Vergnügen, allein die Entwicklung dauere sechs Monate, sechs weitere würden für die Stabilisierung des Codes benötigt. Doch die dafür zur Verfügung stehende Finanzierung sei "auf null zurückgegangen". Verstörend an dieser Erkenntnis ist für Gleixner vor allem, dass es zahlreiche Hersteller gebe, die den Echtzeit-Code in ihren Produkten verwendeten.

Typische Szenarien für Echtzeitanwendungen finden sich in eingebetteten Geräten, im Fahrzeugbau und der Automatisierungstechnik. Die in diesen Marktbereichen angesiedelten Unternehmen "bauen Maschinen" und glauben, die Hardware mache den Wert der Produkte aus, wobei ein Großteil doch eigentlich in der Software liege. Das werde jedoch häufig übersehen, glaubt Gleixner.

Nur noch Hobby trotz Industrieinteressen

Bereits vor knapp einem Jahr äußerte Gleixner Bedenken über die Zukunftsfähigkeit des Projekts und bestätigte diesen Sommer erneut, dass er seine Arbeiten an den Patches einschränken werde. Doch trotz der Bemühungen der Linux Foundation und des Open Source Automation Development Labs (OSADL) hätten sich bisher keine Geldgeber gefunden. Gleixner will die Patches nur noch als Hobbyprojekt weiterführen, von denen er einige weitere habe.

Dennoch gebe es nach wie vor Interesse an dem Code, schließlich sei Gleixner mehrfach von Unternehmen nach einem Zeitplan für die nächste Veröffentlichung gefragt worden. Aber es sei doch verrückt, kein Geld für das Projekt zu haben und dennoch ein Produkt um die Technologie herum bauen zu wollen. Er habe außerdem das Gefühl, die Industrie spiele Mikado, "wo der verliert, der sich zuerst bewegt".

Bereits in der Vergangenheit äußerte sich der Entwickler sehr kritisch über das Verhalten der beteiligten Unternehmen. So sei er die "Politik, die offensichtlichen Lügen und den Marketing-Bullshit" leid. Er sei etwa gefragt worden, wann er seine Position als Maintainer aufgebe und fragte sich dann öffentlich, ob eine Firma nur darauf warte, die Position und damit die Kontrolle über den Code zu übernehmen.

Wegen der fehlenden Unterstützung der Entwicklung entstehe derzeit aber ein immer schwerwiegenderes Problem. Sollten die Industrievertreter in ein oder zwei Jahren erkennen, dass sie doch die Garantien eines Echtzeitsystems benötigten, könnte es schon zu spät sein, das Projekt weiterzuführen. Denn wegen der stetigen Veränderungen am Kernel könnte es einfach zu kostspielig werden, neu anzufangen.



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Iceborg 26. Okt 2014

Ich habe den Maschinen- und Anlagenbau als Systementwickler aus eigener Erfahrung kennen...

Karl-Heinz 22. Okt 2014

Hat nichts mit dem Thema zu tun, aber ich möchte mal ein spenden :)

Ovaron 22. Okt 2014

Nur dumm das Echtzeitfähig keine Eigenschaft der Programmiersprache C ist. Eine...

ikosaeder 22. Okt 2014

Es ist einerseits verständlich, das nicht einer bezahlen will und alle profitieren...

Schattenwerk 22. Okt 2014

Dem schließe ich mich vollkommen an. Jedoch denke ich nicht, dass es so etwas jemals...


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